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Wachstum, Verkehr, Soziales, Bildung: Das sind die beherrschenden Themen, die den Landkreis Freising 2019 bewegt haben. Landrat Josef Hauner blickt zurück.

Grußworte zum Jahreswechsel

Diese Themen haben den Landkreis Freising 2019 bewegt: Landrat Hauner blickt zurück

Wachstum, Verkehr, Soziales, Bildung: Das sind die beherrschenden Themen, die den Landkreis Freising 2019 bewegt haben. Landrat Josef Hauner blickt zurück.

Liebe Landkreisbürgerinnen und -bürger,

das Wachstum im Großraum München macht sich auch im Landkreis Freising immer mehr bemerkbar. Wenn weiterhin so viele Menschen zuziehen wie zuletzt, dann knacken wir im Landkreis im kommenden Jahr die Marke von 180.000 Einwohnern. Um Ihre und unsere Lebensqualität zu bewahren und möglichst weiter zu steigern, haben die von Ihnen in den Gemeinden und auf Kreisebene gewählten Mandatsträgerinnen und -träger, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Verwaltungen und ich selbst wichtige Entscheidungen getroffen.

Mobilität zukunftsfähig gestalten

Die Mitglieder des Kreistags und seiner Ausschüsse trafen sich im vergangenen Jahr zu 23 Sitzungen und fassten über 260 Beschlüsse. Besonders am Herzen liegt es uns angesichts der verkehrlichen Probleme, die Mobilität im Landkreis Freising zukunftsfähig zu gestalten. Mit der Maßgabe, den ÖPNV als Alternative zum Auto noch attraktiver zu machen, haben wir den Nahverkehrsplan fortgeschrieben. Als eine der ersten Maßnahmen daraus sprach sich der Kreistag dafür aus,eine Expressbuslinie zwischen den Universitätsstandorten Freising-Weihenstephan und Garching-Forschungszentrum einzurichten. Außerdem wurden mit dem Fahrplanwechsel weitere Verbesserungen im Regionalbusverkehr geschaffen – mehr Fahrten, weniger Taktlücken.

Stärkung des ÖPNV

Am 15. Dezember 2019 trat die MVV-Tarifreform in Kraft. Enorm viel Einsatz und Engagement haben die Verantwortlichen in den Verbundlandkreisen eingebracht, um den MVV für die Nutzerinnen und Nutzer einfacher und gerechter zu gestalten. Doch der intensive Einsatz für die Belange der Bürger unseres Landkreises hat sich gelohnt. Nicht nur, dass die meisten Fahrkarten günstiger geworden sind. Ab sofort gibt es ein Sozialticket, von dem rund 1400 Bedürftige aus dem Landkreis profitieren. Und in seiner letzten Sitzung des Jahres sprach sich der Kreistag einstimmig dafür aus, dass der MVV ein 365-Euro-Jahresticket für Schüler und Auszubildende einführen soll. Studenten sollen möglichst bald ebenso von dem Angebot profitieren. Weil auch Busse auf gut ausgebauten Straßen fahren sollten, steht auch der Unterhalt der Kreisstraßen jedes Jahr wieder im Zentrum unserer Arbeit.

Sozialkaufhaus und Buchcafé gesichert

Für sozial Schwächere gibt es neben dem neuen Sozialticket eine weitere gute Nachricht: Der Betrieb des Sozialkaufhauses „Rentabel“ in Freising und des Buchcafés „Etappe“ ist für die kommenden Jahre gesichert. Der Landkreis Freising bezuschusst das Konzept der Caritas Freising bis 2023 mit bis zu 100.000 Euro pro Jahr. Um für seine Kunden besser erreichbar zu sein, hat das Jobcenter Freising eine zentrale Servicenummer eingerichtet, die täglich zehn Stunden lang zur Verfügung steht. Eine feste Ansprechpartnerin für Menschen, die Rat rund um das wichtige Thema Pflege suchen, können sich seit April an die Unabhängige Pflegeberatungsstelle am Landratsamt wenden.

Vieles haben wir auf den Weg gebracht, was unsere Kinder und Jugendlichen und deren Eltern unterstützen soll: Um die Allerkleinsten der Gesellschaft kümmert sich die Koordinierende Kinderschutzstelle (KoKi), die im Sommer auf ihr zehnjähriges Bestehen zurückblicken durfte. Darauf sind wir sehr stolz. Die Jugendsozialarbeit an Schulen ist ein Erfolgsmodell – und der Bedarf wird immer größer. Daher möchte der Landkreis Freising das Projekt ausweiten und unter anderem an vier Realschulen und an der Wirtschaftsschule Stellen schaffen, vorbehaltlich einer staatlichen Förderung. Ich hoffe sehr, dass die Bayerische Staatsregierung die entsprechenden finanziellen Mittel bald zur Verfügung stellen wird.

Investitionen in die Bildung

Ich freue mich, dass wir heuer unsere neue zweite Realschule in Freising einweihen durften und sie bei dieser Feier auch ihren offiziellen Namen bekommen hat: „Staatliche Realschule Gute Änger“. Mit der Realschule in Au haben wir den ländlichen Raum in der Hallertau gestärkt – das zeigen die Schülerzahlen. Im Juni konnten wir zusammen mit der gesamten Schulfamilie Richtfest für den dreigeschossigen Erweiterungsbau feiern, in dem Räume für die Offene Ganztagsbetreuung, vier zusätzliche Klassenzimmer sowie Fachräume für die Bereiche Werken, Chemie und Physik Platz finden. Zum zweiten Schulhalbjahr 2019/2020 wird dort der Unterricht beginnen können. Während unter anderem am Camerloher Gymnasium die Turnhalle saniert wird und Wirtschaftsschule und Fachoberschule Freising einer Brandschutzsanierung unterzogen werden, schreiten die Planungen zur Umgestaltung des beruflichen Schulzentrums an der Wippenhauser Straße in Freising voran. Dort sollen unter anderem eine neue Berufsschule und Erweiterungsbauten für FOS/BOS und Wirtschaftsschule, ein Mensagebäude und eine Sporthalle entstehen.

Mittelfristig soll ein zweiter Standort für das Landratsamt Freising auf dem Areal der ehemaligen Steinkaserne etabliert werden. Die Verhandlungen mit der Stadt Freising zum Erwerb der entsprechenden Grundstücke nähern sich einem guten Ende.

Freising als Kultur-Landkreis

Dass Freising ein Kultur-Landkreis ist, das hat der „Tag der Musik“ im Juni einmal mehr bewiesen. In und um das Landratsamt zeigten zahlreiche Chöre, Bands, Orchester und Schulklassen ihr musikalisches Geschick. Initiiert von der Bildungsregion Freising war der Tag der Musik eine Plattform, bei der sich die Akteure im Bereich der Musik und der musikalischen Bildung in ihrer ganzen Vielfalt präsentieren konnten. Den Kulturpreis, den der Landkreis Freising alle zwei Jahre vergibt, erhält diesmal die international gefragte Musikgruppe „RPWL“ aus Freising. Eine Ära ging zu Ende, als wir im Oktober Rudolf Goerge verabschieden durften, der 45 Jahre lang als Kreisheimatpfleger gewirkt hatte.

Einsatzkräfte waren gefordert

Gefordert waren in diesem Jahr die Feuerwehren und Hilfsorganisationen im Landkreis Freising. Neben den Großbränden in einer Müllentsorgungsanlage und einer Hopfentrocknungsanlage war es heuer der Schnee, der die Kräfte in Atem hielt. Als im Januar in den Landkreisen im Alpenland der Katastrophenalarm ausgerufen wurde, weil zahlreiche Dächer einzustürzen drohten, schickte der Landkreis Freising fünf Tage lang Hilfeleistungskontingente dorthin. All den freiwilligen Helfern gilt an dieser Stelle nochmals ein ganz besonderer Dank. Um im Bereich Katastrophenschutz bestens ausgerüstet zu sein, haben wir drei neue, entsprechend ausgestattete Feuerwehrfahrzeuge in Dienst gestellt, ebenso eine Netzersatzanlage für das THW.

Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wünsche ich ein frohes, erholsames Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr, Gesundheit, Zufriedenheit und Gottes Segen.

Ihr Landrat

Josef Hauner

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