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Film ab! Der Freisinger Regisseur Klaus Bichlmeier (r.) zeigte im Obergeschoß des Freisinger Bürgerturms seinen Film „100 Jahre Kino in Freising“ und sorgte damit für Nostalgie.

Dokumentation „100 Jahre Kino in Freising“

Von „Dirty Dancing“ konnten die Freisinger nicht genug bekommen

Freising - Seine Zeitreise hat ihm die Herzen der Freisinger geöffnet. Mit dem Dokumentarfilm über die Historie der Domstadt konnte sich Filmemacher Klaus Bichlmeier über sechs ausverkaufte Vorstellungen im Freisinger Asamsaal freuen. Jetzt hat er wieder einen Saal gefüllt, einen ganz und gar ungewöhnlichen.

Es ist der wohl kleinsten Filmsaal der Welt, in den Regisseur Klaus Bichlmeier eingeladen hatte: Im Obergeschoss des Freisinger Bürgerturms zeigte er am Sonntag, passend zur Jahresausstellung des Bürgerturmvereins „Alles im Bild“, seinen Film „100 Jahre Kino in Freising“. Zudem wurde den Zuschauern ein Trailer zu seinem brandneuen Filmprojekt vorgeführt: „Unerhörtes ist geschehen“, so nennt Bichlmeier die 90 Minuten Produktion über den Tod des Märchenkönigs Ludwig II. Im November wird der Film im Münchner Gasteig Premiere feiern, im März in Freising gezeigt.

50 Pfennig habe er jeden Samstag von seiner Mutter bekommen, damit er am Nachmittag für ein paar Stunden „aufgeräumt“ gewesen sei, erzählte der sympathische 70-Jährige seinen Gästen vor Beginn der Filmvorführung. Damit sei er mit seinen Spezl’n ins Kino gegangen – ins Bavaria oder ins Stadtkino an der Bahnhofsstraße, wo die Idole der 50er-Jahre-Jugend über die Leinwand geflimmert seien: „Fuzzy-Filme“ und neben den „Cowboy-Streifen“ auch Filmikone Jonny Weissmüller. Den„Tarzan-Schrei“ habe er immer noch d’rauf, und den hört man dann im Film auch unverwechselbar durch die Untere Hauptstraße schallen, dort wo Bichlmeier seine ganz persönlichen Erinnerungen an das „Bavaria“-Kino eingefangen hat.

Damals trommelte noch ein Marktschreier die Freisinger ins Kino

Auch Filmvorführer Hans Benker kommt zu Wort. Er erklärt, welche Filme die Freisinger am meisten begeisterten: „Dirty Dancing“, der Tanzfilm mit Patrick Swayze und Jennifer Grey sei der Top-Film gewesen. Der sei länger als ein halbes Jahr im Kino gelaufen, und immer noch hätten die Freisinger nicht genug davon gehabt. Wie sehr die Familie Fläxl mit der Geschichte des Kinos in Freising verbunden ist, auch dem ist im Film selbstverständlich Rechnung getragen. Juniorchefin Veronica Fläxl kommt zu Wort. Das Stadtkino an der Bahnhofsstraße mit seiner wundervollen Jugendstilfassade habe der Großvater am 1. Dezember 1912 eröffnet. Das Bavaria-Kino an der Unteren Hauptstraße sei 1944 in Betrieb gegangen, ein Jahr darauf aber bereits von der US- Militärregierung beschlagnahmt worden. Erst 1956 wurde das Gebäude der Familie wieder übergeben.

Immer schwingt Wehmut mit, wenn Bichlmeier im Film an die „kinematografischen Vorstellungen“ erinnert, die über einen Marktschreier beworben wurden, der mit einer – heute historisch wertvollen Metalltafel – durch die Innenstadt gelaufen sei. Die Zuschauer im Bürgerturm genossen die Vorstellung sichtlich. Schließlich war es eine Zeitreis in eine Vergangenheit, die sich aus der Domstadt unwiderruflich verabschiedet hat.

Maria Martin

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