Freisinger Dom-Chor- und Orchester brillieren bei Saison-Abschlusskonzert

Strahlendes Gesamtkunstwerk im Freisinger Dom

Ein wohl temperiertes Dom-Orchester und ein präziser Dom-Chor führten Schuberts Spätwerke „Messe N. 6 Es-Dur D.950“ und das „Offertorium Intende voci D. 963“  Freisinger Domberg auf.

Freising– Musikalisch umgesetzt und aufgeführt wurden diese Werke zwar nicht mehr zu Schuberts Lebzeiten, allerdings hätte er sich wohl nicht weniger gewünscht als jene Genauigkeit dieses Abends. Unter der Leitung des Dommusikdirektors Matthias Egger verschmolzen die Ensembles zusammen mit den Solisten zu einem strahlenden Gesamtkunstwerk. Das ist vor allem bewundernswert, da sich die Messe Es-Dur in ihrer Gesamtheit als eine große konzertante Anforderung zeigt.

Im Grundton präsentierten sich die Stücke dunkel und verzweigt romantisch. Schon das eröffnende Kyrie offenbarte die großartige Dynamik des Chors, aber auch die Dialog-Bereitschaft hin zum Orchester. Durch eine gelungene Chromatik entfachte das Credo eine geheimnisvolle Tonstärke mit polyphonen Wegweisungen. Die musikalische Erzählung von Geburt und Tod Christi wurde auf eindrucksvollste Art im Terzett zweier Solo-Tenöre, dem Sopran und dem Chor gestaltet. Ebenso beeindruckend das Hosanna-Fugato im einfühlsamen Sanctus-Abschnitt der Messe. Das Solisten-Quartett bestach im ersten Einsatz durch ein einprägsames Eröffnungsmotiv im Benedictus-Satz mit gänzlicher Mühelosigkeit von hoher Kunst.

Sehr dramatisch wurde es dann auch beim Agnus Dei, eine dunkle Reise in Schuberts letzte Jahre. Mit allem Können zum fortissimo gesteigert, sorgt das piano des Satzes für einen ruhigen und schönen Ausklang. Im Zwischenteil kamen die Freisinger in den Genuss des „Offertorium Intende voci D. 963“, einem eher kurzen und klassischem Werk von Schubert. Hier konnte vor allem die Dialogbereitschaft von Solisten und Chor noch einmal unter Beweis gestellt werden – eine überaus harmonische Verbindung mit hohen stimmlichen Leistungen. Grandios konzertierend zeigte sich die Solo-Oboe hierbei mit dem Tenor.

Als Solisten konnte Egger Moon Yung Oh (Tenor), Michael Birgmeier (Tenor), Michael Kranebitter (Bass), Veronika Sammer (Alt) und als kurzfristige Krankheitsvertretung Isabella Stettner (Sopran) gewinnen. Ein Glücksgriff, wie sich herausstellen sollte, denn sämtliche solistische Leistungen ragten weit über das normale Aufführungsniveau hinaus. Auch die Gesamtheit beider Ensembles, Chor und Orchester, muss große Beachtung finden. Denn um Schuberts letzte Werke so wundervoll zu präsentieren, müssen eine hohe Kunst-Affinität, sehr viel Fleiß und noch mehr Liebe zu Detail vorausgesetzt werden. Der beinahe bis zum letzten Platz gefüllte Mariendom bewies zudem auch, dass Matthias Egger mit seiner Werkauswahl genau richtig lag.

Ein ganz und gar wundervoller Abend.                                                                   Richard Lorenz

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Aufstehen gegen rechte Hetze: Langenbachs Grüne stellen Gemeinderatsliste auf
In Langenbach sollen sich alle Bürger wohlfühlen: Das möchten die Grünen für ihre Gemeinde erreichen. Sie präsentierten nun die Liste für die Kommunalwahl im März.
Aufstehen gegen rechte Hetze: Langenbachs Grüne stellen Gemeinderatsliste auf
„Der SPD steht ein Haufen Arbeit bevor“: Allershausen stellt Liste für Kommunalwahl auf
Ein „Haufen Arbeit“ stehe bevor, doch die Genossen freuen sich auf die Herausforderung: Die SPD Allershausen hat ihre Liste für die Kommunalwahl aufgestellt.
„Der SPD steht ein Haufen Arbeit bevor“: Allershausen stellt Liste für Kommunalwahl auf
„Ressourcen-Party“ ist vorbei: Erstes Klimaforum in Freising – Grüne haben abgesagt
Es war eine Premiere: Am Montag hatte FDP-Landratskandidat Tobias Weiskopf zum ersten kommunalen Klimaforum in den Furtner-Bräu eingeladen.
„Ressourcen-Party“ ist vorbei: Erstes Klimaforum in Freising – Grüne haben abgesagt
Wohnungsnot: Seit Monaten mit vier Kindern auf zehn Quadratmetern - Vater mit verzweifeltem Hilferuf
Weil ein Freisinger einen Mietvertrag platzen lässt, gerät ein alleinerziehender Vater mit vier Kindern in höchste Not. Die fünf „wohnen“ auf zehn Quadratmetern Fläche.
Wohnungsnot: Seit Monaten mit vier Kindern auf zehn Quadratmetern - Vater mit verzweifeltem Hilferuf

Kommentare