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Über seine neue Aufgabe als Domrektor sprach Marc-Aielko Aris mit FT-Mitarbeiter Andreas Beschorner. 

Domrektor Marc-Aeilko Aris im Gespräch

„Von dieser Mitte neu anfangen“

Er ist, so betont er, nicht Dombergrektor, sondern Domrektor: Marc-Aeilko Aris. Es ist eine spannende Zeit, in die der 57-Jährige da auf dem Mons doctus hineingeraten ist. Sein Motto und seine Aufgabe: „Dom wegen Umbau geöffnet.“

Seit 15. Oktober ist Marc-Aeilko Aris Domrektor. Er ist Teil eines neuen Teams auf dem Domberg, das die anstehenden Umbaumaßnahmen und Umstrukturierungen bewältigen muss, das sich etwas einfallen lassen wird, um den Domberg auch in den kommenden Jahren attraktiv zu halten. Dabei hat Aris ein Datum ganz ganz fest im Blick: das Jahr 2024. Da jährt sich die Ankunft des Heiligen Korbinian zum 1300. Mal, da feiert die Ausstattung des Doms durch die Asam-Brüder ihren 300. Geburtstag, und da sollen die Umbaumaßnahmen auf dem Domberg im Wesentlichen abgeschlossen sein. Bis dahin ist die Devise von Aris klar: Wenn schon Museum und Kardinal-Döpfner-Haus geschlossen sind, dann muss der Dom geöffnet bleiben.

Dass man auf dem Domberg umstrukturieren muss, daran zweifelt der 57-Jährige nicht. Dass sich der Domberg als geistliches Zentrum des Erzbistums zeigen soll, dass man „von dieser Mitte neu anfangen“ werde, das könne er nur befürworten. Denn: „Die Menschen glauben anders – und glauben anders nicht. Sie stellen andere Fragen.“ Würde man nichts verändern, sei die Gefahr groß, dass man eine „nostalgische Insel“, besser: ein „nostalgischer Berg“, werde.

Doch die Phase, bis der Mons doctus wieder zur Gänze genutzt und mit Leben gefüllt werde, bis er „ein zeitgenössischer Berg“ sei, müsse und werde man überstehen. Aris’ Ziel: Die verschiedenen Orte für Gottesdienste wieder mehr nutzen, beispielsweise die Johanniskirche oder auch die Benediktuskapelle. Zudem soll die Krypta ansprechender gestaltet werden. Konzerte mit gregorianischen Chorälen – wieso nicht? Wichtig sei nur, dass die Kirche nicht zur eigenen Profanisierung beitrage, so Aris. Im Klartext: Was da an kulturellen Angeboten stattfinde, müsse zu den sakralen Räumen passen.

Wie genau das Konzept für den Domberg aussieht und was künftig den Mons doctus ausmacht, da kann und will Aris nicht mitreden. „Ich bin nicht Dombergrektor, sondern Domrektor.“ Außerdem: Seine neue Aufgabe als Domrektor ist sozusagen ein Nebenjob. Denn eigentlich ist der 1985 in Fulda zum Priester geweihte Aris Professor für Lateinische Philologie des Mittelalters an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Und Aris ist (und bleibt) auch Universitätsprediger in St. Ludwig. „Das ist zwar viel, aber man darf auch viel arbeiten“, sagt Aris, der in der Regel an zwei Tagen pro Woche seine Aufgaben als Domrektor wahrnimmt.

Eigentlich war für Aris die Stelle des Hausgeistlichen im Kloster Beuerberg vorgesehen, das habe sich aber zerschlagen. Dass er stattdessen Domrektor wurde, sei schon überraschend gekommen. Ein Grund, wieso die Wahl auf ihn gefallen sei, könnte sein, dass er sich hier auskenne, mutmaßt der Geistliche. Immerhin wohnt Aris seit 2009 auf dem Domberg und hat in der Seelsorge der Pfarrei mitgeholfen Und, so betont Aris: Es sei nicht schlecht, wenn man in Freising schon etwas verwurzelt sei und Menschen kenne, „die einen auch mal vor etwas warnen“. Was nicht bedeute, dass man nicht trotzdem manche Fehler mache.

Wie schon seinen Vorgängern ist auch Aris daran gelegen, gute Verbindungen in die Stadt zu pflegen. Auch er will, dass die Menschen auf den Domberg kommen, dass es hier für sie Räume gebe. „Das Kardinal-Döpfner-Haus muss seine Fenster öffnen.“ Mit OB Tobias Eschenbacher versteht er sich gut, man kennt sich schon länger. Und um die Kooperation innerhalb des Pfarrverbands St. Korbinian auch nach außen hin deutlich zu machen, werde es beispielsweise ab kommendem Jahr „Kanzeltausch“ geben. Will heißen: Er und Stadtpfarrer Peter Lederer, die sich schon lange und gut kennen, werden an manchen Sonntagen die Kirchen tauschen – Lederer wird im Dom zelebrieren, Aris in St. Georg.

Aris fühlt sich wohl. „Das Team“, so beschreibt er die Stimmung auf dem Domberg, „will aufbrechen“. Und: „Das macht Spaß.“ Mindestens bis 2024. Dann werde man weitersehen.

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