+
Kardinal Reinhard Marx hat die Leistung von Donum Vitae in einem Brief anerkannt.

Nach fast 20 Jahren Streit

Donum Vitae: Marx bricht den Bann - Freisinger Schwangerenberaterinnen erleichtert

  • schließen

Fast 20 Jahre lang ist Donum Vitae von der katholischen Kirche geächtet worden. Jetzt hat Reinhard Kardinal Marx mit einem Brief den Bann über dem Verein – zumindest teilweise – aufgehoben. Die Freisinger Beraterinnen in Schwangerschaftsfragen sind erleichtert – und fordern weitere Schritte.

Freising – Der Verein, der Frauen bei Schwangerschaftskonflikten berät, ist selbst aus einem Konflikt hervorgegangen: Als die Bischöfe 1999 auf Weisung des Papstes aus der gesetzlichen Schwangerenkonfliktberatung mit Ausstellung eines Beratungsscheins aussteigen mussten, gründete sich Donum Vitae. Seitdem stellt der bürgerlich-rechtliche Verein die Beratungsscheine aus, die Frauen für eine straffreie Abtreibung vorlegen müssen. Weil die von Rom seit 1999 als „Lizenz zum Töten“ interpretiert werden, hat die Kirche Donum Vitae mit einem Bann belegt. Und das, obwohl der Verein betont, sich auf Grundlage des christlichen Menschenbildes für den Schutz des ungeborenen Lebens einzusetzen.

Von den Folgen berichtete Doris Hofmann, Leiterin der Schwangerenberatung in Freising, zu der auch die Außenstellen in Moosburg und Erding gehören: „Kolleginnen, die bei Donum Vitae gearbeitet haben, konnten nicht zur Caritas wechseln. Wer sich für die Kirche betätigt hat, durfte sich nicht für uns engagieren.“ Auch Spenden, etwa vom Katholischen Frauenbund, konnten einen kirchlichen Rüffel nach sich ziehen. Damit ist es jetzt vorbei.

„Kardinal Reinhard Marx hat den Bann gebrochen und uns in einem Brief mit kirchlichen Beratungsstellen gleichgestellt“, teilte Christine Kömpel, Bevollmächtigte bei Donum Vitae Freising, in einem Pressegespräch mit. In dem Brief vom Januar schreibt Marx: „Es besteht kein Zweifel, dass das Ziel von Donum Vitae wie das der bischöflich verantworteten Schwangerenberatung der Schutz des ungeborenen Menschen ist. Ich stelle fest, dass es über die Jahre hinweg auch vielen Beraterinnen von Donum Vitae gelungen ist, zahlreichen Frauen Mut zu machen für ein Leben mit dem Kind.“

Für die Beratungsstelle in Freising sind diese Worte eine große Erleichterung. „Wir stellen fest, dass seitdem Diffamierungen, aber auch die Befangenheit in der Bevölkerung abgenommen haben“, sagt Kömpel und hofft nun seitens der Kirche auf mehr finanzielle Unterstützung und Spenden. Für Hofmann ist dieser Brief allerdings erst der Anfang. So sei der Beratungsnachweis weiterhin ein kirchliches Tabu. „Und wir dürfen bei eigenen Veranstaltungen immer noch nicht in katholische Häuser.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bald können Tische am Freisinger Volksfest reserviert werden
Das Volksfest Freising findet heuer von 7. bis 16. September statt - und wirft seine bierseligen  Schatten bereits voraus. Wer Tische reservieren will, muss schnell sein.
Bald können Tische am Freisinger Volksfest reserviert werden
Termin für Dolce Vita am Freisinger Volksfest steht fest
Jedes Jahr wird im Ochsenwirt am Volksfest Freising geschwitzt, gegrölt, getrunken und gefeiert: dann nämlich, wenn Dolce Vita die Bühne entert. Das machen die …
Termin für Dolce Vita am Freisinger Volksfest steht fest
„Hitlergruß“ von der Zugspitze: Aufregung um AfD-Funktionäre
Funktionäre des AfD-Kreisverbandes Freising-Pfaffenhofen in Erklärungsnot: Markus Schirling (44), Kassier des AfD-Kreisverbandes und Direktkandidat der AfD für die …
„Hitlergruß“ von der Zugspitze: Aufregung um AfD-Funktionäre
„Lieber Augen zu und durch“
„Neue Wege, neue Gleise“ – fast schon poetisch gab sich die Deutsche Bahn gestern, als man zu einer rollenden Pressekonferenz geladen hatte. Eine Baustellentour zwischen …
„Lieber Augen zu und durch“

Kommentare