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Das Großprojekt im Steinpark soll in der Domstadt für Entlastung auf dem Immobilienmarkt sorgen – 1000 Bürger sollen dort nach Fertigstellung wohnen können. 

Doppelhaushälften statt Einfamilienhäuser 

Immobilien-Preise steigen rasant an

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Die Domstadt ist, was Immobilienpreise und Mieten angeht, ein teures Pflaster im Münchner Umland. Der Immobilienverband Deutschland (IVD) belegt: Vor allem Einfamilienhäuser zogen im Preis stark an, ebenso Doppelhaushälften. Das Freisinger Mietniveau liegt im Vergleich zu anderen Kommunen im Münchner Speckgürtel ebenfalls sehr hoch.

Freising – Es ist teuer, in Freising zu wohnen. Ob man kauft oder mietet: Die Preise klettern unaufhaltsam. Das zeigt die neue Studie des Immobilienverbands Deutschland (IVD). Das Institut hat die Preisveränderungen am Immobilien-Kaufmarkt im Halbjahresvergleich zwischen Herbst 2016 und Frühjahr 2017 die Kreisstädte des Münchner Umlands unter die Lupe genommen. Untersucht wurden Freising, Erding, Ebersberg, Dachau, Fürstenfeldbruck und Starnberg.

Das erste Resultat: Die Kaufpreiszuwächse bei Einfamilienhäusern liegen in Freising mit plus zehn Prozent an der Spitze im Münchner Umland, gefolgt von Dachau (plus 9,7 Prozent). In München selbst gingen die Kaufpreise im untersuchten Zeitraum um nur 3,7 Prozent nach oben. Ebersberg und Starnberg weisen mit plus 1,1 und 1,3 Prozent die niedrigsten Zuwächse auf.

Doppelhaushälften entwickeln sich zwar immer mehr zum Renner und zu einer echten Alternative zu deutlich teureren Einfamilienhäusern, heißt es in der IVD-Studie. Und doch stiegen auch in diesem Segment in Freising die Preise im vergangenen halben Jahr mit 12,9 Prozent am Höchsten im Speckgürtel. Das resultiere vor allem aus einer Verknappung des Angebots von Doppelhäusern aus dem Bestand. Denn solche gebrauchten Immobilien stießen laut Erhebung „auf deutlich erhöhtes Kaufinteresse“ – als Alternative zu den teureren Neubauten. Ebenfalls starke Kaufpreisanstiege, bei weitem aber nicht so hoch wie in der Domstadt wurden in Fürstenfeldbruck (plus 5,7 Prozent) und Ebersberg (plus 3,7 Prozent) registriert.

Von den Mietpreisanstiegen im Halbjahresvergleich sind laut IVD insbesondere Freising, Ebersberg und Erding betroffen. So wird in Ebersberg für eine Bestandsmietwohnung mit gutem Wohnwert durchschnittlich seit Herbst vergangenen Jahres 12,8 Prozent mehr gezahlt, in Freising 8,7 Prozent und in Erding 3,3 Prozent. Die Landeshauptstadt München verzeichnet einen Anstieg von 3,3 Prozent bei den Bestandsmieten.

Im Fünf-Jahres-Vergleich würden laut IVD „die Unterschiede noch deutlicher“: So betragen die Immobilien-Kaufpreis-Anstiege in allen Kreisstädten des Münchner Umlands fast ausnahmslos mindestens um 30 Prozent.

Deutlich verhaltener waren in den vergangenen fünf Jahren die Anstiege bei Mietwohnungen aus dem Bestand. Hier wurden laut Studie die stärksten Zunahmen in Erding mit plus 44 sowie in Freising und in Ebersberg mit jeweils plus 39 Prozent gemessen. Fürstenfeldbruck und Starnberg weisen mit plus 18 und 22 Prozent die niedrigsten Anstiege bei den Bestandsmieten auf. Zum Vergleich: Die Mieten in der Landeshauptstadt München stiegen im Analyse-Zeitraum um 18 Prozent.

Und es gibt einen Ausblick der IVD-Experten: „Der Steinpark im Norden der Stadt, in dem nach der endgültigen Fertigstellung bis zu 1000 Bürger leben werden, ist ein Großprojekt, das den Freisinger Immobilienmarkt mit seinen stark angezogenen Preisen etwas entspannen könnte.“

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