Rund 60 Musikfreunde genossen den Konzertabend mit „Double Drums“ im Unterhaus des Lindenkellers – mit Abstand.
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Rund 60 Musikfreunde genossen den Konzertabend mit „Double Drums“ im Unterhaus des Lindenkellers – mit Abstand.

Konzertabend

Double Drums eröffnen Kultur-Saison im Lindenkeller: Ein Paukenschlag zum Neustart

Im Lindenkeller wurde der Neustart nach Corona mit einem Paukenschlag gefeiert. Dafür war wohl kaum eine bessere Formation geeignet als „Double Drums“.

Freising - Die beiden Ausnahme-Schlagzeuger klopften den Staub von den müden Tanzknochen und könnten die lautstarke Präambel sein für eine verheißungsvolle Kultur-Saison in Freising.

Bei der musikalischen Signatur von Star Wars kämpft „Double Drums“ um die Macht mit Drumsticks bei einem Percussions-Duell – als Darth Vader und Yoda verkleidet.

Um die 60 Musikfreunde hatten sich im Lindenkeller eingefunden, um endlich mal wieder ein Konzert fernab von Open-Airs genießen zu können. Aufgrund der Abstandsregeln bei den Sitzplätzen wirkte das Unterhaus dann auch ziemlich voll, wenngleich wohl noch ein paar reingepasst hätten. Für Bader ist die Sache komplex, denn grundsätzlich hätte er den Lindenkeller nach eigenen Aussagen mit der 3G-Regelung auch voll machen können. Allerdings hätten dann die Zuschauer ihre Masken am Platz aufbehalten müssen, und das wollte er vermeiden.

Das Konzert selbst war ein gewaltiger Donnerschlag. Längst sind „Double Drums“ ja keine Unbekannten mehr, deren Auftritte zwischen Soundtrack und Soundkulisse den Rahmen eines Konzertes völlig sprengen. Dabei spannen sie den Bogen weit und skizzieren klassische wie auch moderne Werke völlig neu und schälen dabei den rhythmischen Herzschlag der Songs komplett heraus. Ihre Show „Beat Rhapsody“ glänzt durch das Laute und das Filigrane gleichermaßen, egal ob nun an der Marimba oder an einem Papp-Karton. Überaus charmant kippen Philipp Jungk und Alex Glöggler die Verhältnismäßigkeiten, indem sie die Perkussion in den Vordergrund treiben und das Musikstück per se in den Hintergrund bleibt, in ihrem Fall oft als Loop. Dadurch können Neuinterpretationen wie „Precious“ von Depeche Mode einen ganz neuen Drive entwickeln.

Aber auch die Klassik gewinnt: Ob nun „Nessun dorma“ oder „Ave Maria“ – das ehrfürchtige bleibt, allerdings entstaubt und in die Jetztzeit katapultiert. Bei der musikalischen Signatur von Star Wars kämpft „Double Drums“ um die Macht mit Drumsticks bei einem Percussions-Duell – als Darth Vader und Yoda verkleidet. Denn es ist auch das Visuelle, das die Beiden reizt und die Show zu einer Melange von Konzert und Musiktheater macht – mit riesigem Erfolg, was der tosende Applaus bewies.

Nach 90 Minuten war es dann wieder ganz still im Lindenkeller. Doch dieses Mal weiß man mit Sicherheit, dass schon bald die nächsten Künstler auf der Bühne stehen werden.

Richard Lorenz

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