Ein Bild machten sich die von OB Tobias Eschenbacher angeführten Bauausschussmitglieder in der Maxburg. Lehmann

Bauprojekt „Maxburg“

„Drei Balken und eine morsche Treppe“ werden zum Politikum

Freising - Dass Denkmalschutz und Bauwerber einen Zielkonflikt austragen, soll vorkommen. Jetzt darf sich Alfred Bock mit den Denkmalschützern herumschlagen. Bock will die ehemalige „Maxburg“ an der Luckengasse in ein Wohnhaus umwandeln. Ein Ortstermin musste her.

„Eigentlich“, so wurde am Mittwoch im Bauausschuss des Öfteren gesagt, sei man „gar nicht so weit auseinander“. 2016 stand das Projekt von Alfred Bock an der Luckengasse schon auf der Tagesordnung. Weil sich die Stadträte aber vor der Beschlussfassung ein Bild von dem denkmalgeschützten Bau machen wollten, traf man sich jetzt zum Ortstermin, besichtigte die aus dem Jahr 1845 stammenden Gewölbe im Erdgeschoß (der ehemalige Stall des Bürgerhauses), den ersten Stock, die Originaltreppen aus der Entstehungszeit des Gebäudes und schaute sich auch unter dem Dach um. Denn: Dass Alfred Bock das Baudenkmal in acht Wohnungen umwandeln will, ist nicht das Problem.

Hier geht es nicht weiter: Bauwerber Alfred Bock will die alte Treppe ersetzen, der Denkmalschutz spielt nicht mit.

Das Problem, das der Denkmalschutz und damit auch die Stadtverwaltung sieht, besteht aus fünf Punkten, von denen zwei wesentlich sind: Bock will die Originaltreppe ersetzen und zudem das Dachgeschoß auf zwei Ebenen ausbauen, so dass zur Belichtung zahlreiche Fenster im Dach inklusive Gauben notwendig wären. Vor allem hier spielen Denkmalschutz und Bauverwaltung der Stadt, die da an Recht und Gesetz gebunden ist, nicht mit.

Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher und die Verwaltung betonten im Verlauf der Diskussion immer wieder, man müsse sich an das Denkmalschutzgesetz halten, der Denkmalschutz spiele doch eh nur bei einem Prozent aller Gebäude eine Rolle. Sie wiesen auch darauf hin, dass der Bauwerber von einer Einigung mit dem Landesdenkmalamt und der Stadt doch gar nicht so weit entfernt seien. Dennoch rührte sich in den Reihen der Stadträte erheblicher Widerstand gegen den ablehnenden Beschlussvorschlag.

Susanne Günther (Grüne) war sogar „fassungslos, wie es läuft“: Man brauche Wohnraum in Freising, behandle den Denkmalschutz aber „wie ein goldenes Kalb“. Die Diskussion um „ein paar Balken im Dach hin oder her finde ich maßlos“, schimpfte Günther. Der OB verwies auf die Gesetzeslage, die Günther mit ihren guten Verbindungen in den Bayerischen Landtag ja versuchen könne zu ändern.

Wie Günther von den Grünen sah das aber auch Thomas Ottowa von der CSU: „Wir diskutieren da um drei Balken und eine morsche Treppe“, von denen es Tausende gebe. Rudolf Schwaiger (CSU) konstatierte, dass doch Bauwerber und Genehmigungsbehörde gar nicht weit auseinander seien. Weil die am Mittwoch vorgelegten Pläne dieselben seien wie im Jahr 2016, frage er sich aber schon: „Ja redet ihr nicht miteinander?“ Doch, lautete die Antwort der Verwaltung. Wieso Bock keinen geänderten Plan eingereicht habe, wisse man nicht. Aber der unveränderte Plan, der nun abermals zur Abstimmung stand, könne eben aus Gründen des Denkmalschutzes nicht genehmigt werden.

OB Eschenbacher fand die Lösung, die dann von der Mehrheit der Stadräte (10:4 Stimmen) getragen wurde: Der Bauantrag von Bock wird abgelehnt, die Verwaltung aber ermächtigt, das Einvernehmen zu erteilen, wenn alle fünf strittigen Punkte geklärt seien.

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