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Viel zu laut geht’s den Nachbarn rund um den Bauwagen in Sünzhausen zu. Wegen des Lärms gab es jetzt ein Bußgeld – der Grundstückseigentümer ist empört.

Streitpunkt Sünzhausener Treffpunkt

Ein Bauwagen, Bußgeld und ein böser Brief

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Freising - Ein Treffpunkt für die Jugendlichen von Sünzhausen – und ein Streitpunkt für die Nachbarn – ist seit 15 Jahren ein Bauwagen, der auf dem Grundstück von Markus Krimmer. Jetzt gibt es wieder Ärger. Einen Nachbarn ärgert der Lärm – und für Krimmer gab es deshalb ein Bußgeld. Der wirft dem Freisinger OB jetzt mangelnde Unterstützung der Jugend in dem Ortsteil vor.

„Einem einzelnen Sünzhausener Neubürger“, der sich durch den Bauwagen und den Lärm drumherum gestört fühlt, sei es „mit kräftiger Unterstützung der Stadt gelungen“, den Treffpunkt für die Jugendlichen so unattraktiv zu machen, „dass er quasi nicht mehr genutzt wird“, schreibt Krimmer in einem offenen Brief an den OB.

Bereits seit etwa eineinhalb Jahren würden die Grundstückseigner des Standplatzes mit immer neuen Auflagen „gegängelt“, was jetzt in einem Strafgeld „wegen nichteingehaltener Lärmschutzauflagen“ in Höhe von 61 Euro gipfelte – das Krimmer Anfang Dezember auch bezahlte. Zähneknirschend. Er habe die Verwaltung aufgefordert, „die Fakten für diese Lärmschutzverletzungen zu belegen“, aber das habe die Stadtverwaltung unbeantwortet gelassen. Es hieß lediglich, er, Krimmer, könne gegen diesen Bescheid auf dem Klageweg vorgehen. „Dennoch habe ich versucht, mit Argumenten auf die Verwaltung zuzugehen.“ Und er habe auf der Sünzhausener Bürgerversammlung dem OB gegenüber die Problematik zur Sprache gebracht. Dabei sei ihm „persönlich zugesagt“ worden, Eschenbacher werde sich der Sache annehmen. „Doch passiert ist nichts.“ Der „privat finanzierte“ Treffpunkt für Jugendliche werde wohl bald „mangels Unterstützung zu Grabe getragen“.

Die Stadt Freising hingegen betont, sich sehr wohl um den Bauwagen bemüht zu haben, wie Pressesprecherin Christl Steinhart in einer Stellungnahme schreibt: „Wir wollten die Problematik wiederholt im Dialog lösen.“ Obwohl der Bauwagen „aus rechtlicher Sicht nie genehmigt werden kann“, wollte ihn die Stadt „wegen seiner sozialen Bedeutung nicht beseitigen“. Vielmehr habe es Gespräche mit Jugendlichen und Grundstückseigentümern gegeben.

Die Bauaufsicht habe die Grundstückseigentümer (also Krimmer) „mehrfach schriftlich“ gebeten, „durch die Einhaltung eines Mindestmaßes an Auflagen ein Miteinander der Bürger zu ermöglichen“. Sogar nachdem die betroffene Nachbarschaft die Stadt wegen Untätigkeit verklagen wollte, sei der Bauwagen nicht beseitigt worden. Vielmehr rechtfertigte die Verwaltung sogar „gegenüber der Regierung von Oberbayern erfolgreich ihr Absehen von einem bauaufsichtlichen Einschreiten“.

Erst als die Ruhestörungen weiterhin nicht aufhörten, habe die Stadt Freising die im „offenen Brief“ kritisierte Anordnung samt Strafgeld erlassen, so Steinhart. Doch erneut sei nicht die Beseitigung des Bauwagens verfügt, sondern lediglich untersagt worden, dass laute Musik gespielt wird. Auch OB Tobias Eschenbacher habe sich, wie auf der Bürgerversammlung zugesagt, der Angelegenheit angenommen und die Thematik sogar bei einer Tagung des Städte- und Gemeindebunds zur Sprache gebracht.

Fazit: Man sei keineswegs untätig gewesen. Hier gebe es einfach „eine momentan nicht für alle Seiten zufriedenstellende Rechtslage“.

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