Ein sterbendes Berufsfeld: Busfahrer werden dringend gesucht – allerdings ist der Job bei der Jugend nicht beliebt. foto: DPA

Ein Beruf stirbt aus 

Wo ist der Busfahrer-Nachwuchs?

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Deutschlandweit ringen Busunternehmen mit dem Nachwuchs-Problem: Kaum jemand entscheidet sich noch für den Beruf des Busfahrers. Über den Hauptgrund sind sich die Unternehmen aus dem Landkreis einig – doch eine Lösung ist nicht in Sicht.

Landkreis – Der Fernbus-Verkehr wächst, die rund 103 000 Busfahrer werden immer älter – und junge Leute entscheiden sich kaum noch für dieses Berufsfeld. Darunter haben vor allem die kleinen Unternehmen, die nicht selbst ausbilden, zu leiden.

Rudolf Hagl vom gleichnamigen Busunternehmen aus Zolling sieht den Hauptgrund im teuren Führerschein: „10 000 Euro hat man nicht einfach so.“ Der Verdienst als Busfahrer sei auch nicht hoch genug, dass man den Schein schnell refinanziert hätte. Früher habe man die Fahrerlaubnis oft bei der Bundeswehr gleich mitgemacht – auch das gebe es heute kaum noch. Als Unternehmen selbst bezahlen ist mit einem Risiko verbunden: Man investiert in den Nachwuchs – und dann stellt er eventuell fest, dass das nicht das Richtige ist. Schon bleibt das Unternehmen auf tausenden Euro sitzen. Darum müsse man häufig auf gute Leute aus dem Ausland ausweichen. „Doch das ist bei uns auch nicht so einfach.“ Grund: Wenn jemand zum Arbeiten kommt, braucht derjenige natürlich auch eine Wohnung – „und in unserer Region findet man die nicht so leicht“, erklärt Hagl. Dass er – noch – keine Probleme hat, liegt auch daran, dass beim Zollinger Unternehmen der Chef inklusive Partnerin und Tochter noch selber fahren. Zusätzlich hat er noch zwei Rumänen angestellt. „Wir sind momentan gut aufgestellt“, sagt Hagl.

Anders sieht das in naher Zukunft beim Busunternehmen Obermayr in Nörting aus. Wie Irmgard Obermayr berichtet, „gehen einige unserer Fahrer in den kommenden Jahren in Rente“ – und dann wird’s eng. Auch sie erklärt das Nachwuchsproblem mit dem teuren Führerschein. Außerdem seien die Arbeitszeiten, gerade als Fahrer eines Reisebusses, oftmals nicht familienfreundlich. Ausländische Mitarbeiter fangen zwar den Großteil auf – „immer funktioniert das aber nicht“. Gerade im Hinblick auf die Ausflüge für Vereine sei es wichtig, einen Fahrer zu haben, der Deutsch spricht und versteht. „Es wird in Zukunft sicher nicht einfacher“, sagt Obermayr. Das merkt sie nun selbst: „Wir suchen momentan. Auf unsere Anzeigen meldet sich aber niemand.“ Der Markt scheint leergefegt zu sein.

Das bestätigt Christine Schöps von der Agentur für Arbeit: „Die Busunternehmen teilen das Schicksal vieler anderer Firmen.“ Die Nachfrage ist extrem gering – um genau zu sein, sogar bei Null, wie Schöps erklärt. In der Region gebe es allgemein mehr Ausbildungsplätze als Bewerber – „und mittlerweile ist es fast so, als müssten sich die Unternehmen bei den angehenden Azubis bewerben“. Man müsse aktiv an Schulen sein, sich auf Messen zeigen, Infomappen zusammenstellen – und den jungen Menschen Perspektiven aufzeigen. Die Arbeitsagentur könne dabei unterstützen – den letzten Schritt muss aber jedes Busunternehmen selbst machen.

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