Das Bild zeigt die  Wippenhauser Straße, die umgebaut werden soll.
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Neuralgischer Punkt: An der Wippenhauser Straße soll künftig ein Fahrbahntrenner die Verkehrssituation entschärfen. zz

Neuralgischer Punkt

Ein Fahrbahntrenner soll’s richten: Wippenhauser Straße in Freising wird umgestaltet

  • Andreas Beschorner
    VonAndreas Beschorner
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Die Wippenhauser Straße ist ein neuralgischer Verkehrsraum in Freising. Jetzt hat der Planungsausschuss eine Umgestaltung beschlossen.

Freising - Vier andere Optionen, die aus einer beauftragten Machbarkeitsstudie hervorgegangen waren, kamen nicht zum Zug, die jetzt favorisierte Alternative hatte daraufhin die Stadtverwaltung selbst erarbeitet. Mobilitätsmanager Dominik Fuchs durfte die wesentlichen Punkte aus der rund 60-seitigen Machbarkeitsstudie vortragen. Dabei erläuterte er den Stadträten die vier Varianten, die von den Büros Planungsgesellschaft Stadt Land Verkehr (PSLV) und toponauten erarbeitet worden waren: Variante A sah dabei die Umfahrung für Radfahrer entlang des Goldbergs vor, Variante B war die Einrichtung einer Einbahnstraße für den Kfz-Verkehr Richtung Süden zwischen Haydstraße und Lange Point, Variante C umfasste die Einrichtung einer Einbahnstraße in diesem Bereich Richtung Norden, Variante D schließlich hätte die Sperrung des Abschnittes zwischen Haydstraße und Lange Point für den Kfz-Verkehr und eine Nutzungsberechtigung nur noch für Anlieger, Busse und Radfahrer vorgesehen. Eine Prüfung habe allerdings laut Fuchs ergeben, dass alle vier Alternativen große Nachteile mit sich gebracht hätten – beispielsweise eine Einschränkung der Attraktivität des ÖPNV oder auch starke Verlagerungseffekte für den Verkehr.

Die fünfte Alternative

Deshalb, so Fuchs, habe die Stadtverwaltung noch eine fünfte Alternative – Variante E – ausgearbeitet: Die sieht vor, dass die Fahrbahn durch einen baulichen Fahrbahntrenner aufgeteilt werde, der bewirke, dass Pkw die Radfahrer nur noch schwer überholen können. Gedacht ist nach dem Vorbild der Stadt Hennef an eine rund ein Meter breite Fläche, die als Kopfsteinpflaster ausgeführt wird, auf der Fußgänger zum Überqueren auch kurz stehenbleiben könnten, die zwar überfahrbar wäre, aber die Geschwindigkeit stark reduziere. Zudem könne man noch prüfen, ob das Schild „Überholverbot einspuriger Fahrzeuge“ aufgestellt werden kann. Ein weiterer Vorteil: Die Sanierung der Asphaltdecke der Wippenhauser Straße sei sowieso für die nähere Zukunft geplant, so dass der Fahrbahntrenner in diese Planung aufgenommen und dann im Rahmen der baulichen Maßnahme auch realisiert werden könne.

Die Mehrheit der Mitglieder des Planungsausschusses war von Variante E angetan: Mobilitäts- und Verkehrsreferent Karl-Heinz Freitag (FW) sagte, diese Variante sei die „einzige Möglichkeit“, die Belange von Auto- und Radfahrern zu vereinen. Schön wäre es, wenn man im Rahmen der Umgestaltung dann auch noch „etwas Grün“ realisieren könne. Umweltreferent Manfred Drobny (Grüne) betonte, Variante E sei zwar „nicht das Optimum, aber das Beste, das man bekommen kann“. Planungsreferent Hans Hölzl (FSM) versicherte, er und seine Fraktion unterstützten Variante E „voll“. Werner Habermeyer (Grüne) gab sich da schon etwas weniger begeistert: Variante E sei ein Kompromiss, der „nicht das Machbare darstellt“. Aber als „Zwischenschritt“, der künftig weitere Optimierungen zulasse, und weil bei dieser Alternative „alle Fraktionen Kröten schlucken müssen“, sei diese Planung „tragbar“.

„Nur Minimallösung“

Gar nicht einverstanden war hingegen Emilia Kirner (ÖDP): Was da als Variante E vorgelegt worden sei, sei nur eine „Minimallösung“. Man sei sich doch einig, dass man Verbesserungen für alle Verkehrsteilnehmer wolle. Dass es Pläne gebe, die Stadtbuslinien 620 und 621 neu zu gestalten, sei beispielsweise nicht berücksichtigt worden. Dazu hätte sie aber gerne erst eine Stellungnahme von den Stadtwerken gehabt, bevor man entscheide. Ihr Vertagungsantrag wurde allerdings gegen zwei Stimmen abgelehnt. Drobny hatte entgegnet, man mache mit Variante E „nichts kaputt“, eine Umgestaltung der Wippenhauser Straße in dieser Weise „nutzt auf jeden Fall“.

Der Beschlusss

Der Beschlussvorschlag, Variante E bei den künftigen Planungen weiter zu verfolgen, bei der Sanierung der Asphaltdecke den Fahrbahntrenner zu berücksichtigen, Ausgestaltung und Kosten dem Ausschuss dann neuerlich vorzulegen, aber auch Variante A nicht ganz aus den Augen zu verlieren und zu prüfen, wurde schlussendlich mit drei Gegenstimmen angenommen.

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