+
Grund zum Feiern hatten die Verantwortlichen der Wärmestube Freising und die offiziellen Gäste der Stadt Freising. Allen voran gratulierten Bürgermeisterin Eva Bönig (hinten 4. v. r.) und Freisings Kulturreferent Hubert Hierl (2. v. r.) zum Jubiläum.

30 Jahre Wärmestube

Ein sozialer Treffpunkt mit Wohlfühlfaktor

Seit 30 Jahren ist die Wärmestube in Freising Anlaufstelle für Menschen ohne festen Wohnsitz. Das Jubiläum wurde nun ordentlich gefeiert.

Freising – Wohnungslosen Menschen einen Ort zu geben, an dem sie sich ohne jegliche Vorurteile aufhalten und ihren Hunger stillen können, das war erklärtes Ziel einer Bürgerinitiative, die vor 30 Jahren unter dem Dach der Caritas Freising die „Freisinger Wärmestube“ gegründet hat. Was in kleinem Rahmen begonnen hat, ist heute ein sozialer Treffpunkt, der nicht mehr wegzudenken ist. Jetzt wurde am Standort an der Vimystraße gefeiert und an die Anfänge gedacht.

Die Vorsitzende Irmgard Schiffer hielt gleich zwei purpurfarbene Rosen in der Hand. Stammgast Sigi hatte den besonderen Tag zum Anlass genommen, um endlich einmal gebührend Danke zu sagen. Es sei etwas ganz Besonderes, was die Helfer der Wärmestube Tag für Tag leisteten. „Wir Gäste sehen das durchaus nicht als Selbstverständlichkeit an“, sagte der Obdachlose und überreichte jedem der insgesamt 22 ehrenamtlich Tätigen eine Rose. Dank der Mitarbeit der vielen Ehrenamtlichen kann die Wärmestube, die sich seit vielen Jahren im Gebäude der Pallottiner befindet, von Montag bis Freitag geöffnet sein: jeweils mit warmer Mahlzeit. Am Sonntag kommen die Gäste der Wärmestube zu einem ausgedehnten Brunch zusammen.

Stammgast Sigi hatte den besonderen Tag zum Anlass genommen, um den Helfern Danke zu sagen.

Die Wärmestube sei mittlerweile auch ein sozialer Treffpunkt geworden, sagte Schiffer. Hier könne man Karten oder Schach spielen oder sich beim „Mensch ärger Dich nicht“ austoben. Es werde über das tägliche Leben diskutiert und über die Politik geschimpft. „Wie halt woanders auch“, meinte Schiffer.

Am 19. Januar 1987 hat die Arbeit in einem kleinen Raum an der Fischergasse begonnen. Die Gründungsmitglieder der Bürgerinitiative, die fest mit dem Namen Peter Thomas verbunden ist, habe sich auf die Fahne geschrieben, dass niemand mehr Hunger leiden müsse, der in die Einrichtung komme, egal welcher Hautfarbe, Nationalität oder Religion.

Zunächst seien es nur wenige Stunden in der Woche gewesen, in denen die Gäste betreut wurden. Dank des Angebots der Pallottiner konnte man bereits zwei Jahre später in Kellerräume des Pallottihauses umziehen.

Mit Unterstützung der Caritas und der Diakonie wurde ein gemütlicher Treffpunkt eingerichtet, der neben warmen Essen auch die Möglichkeit zum Duschen und Wäschewaschen bot.

Mit steigender Gästezahl seien die Öffnungszeiten auf sechs Tage in der Woche ausgeweitet worden, erinnerte Schiffer. Seit 2005 werde die Wärmestube in Eigenregie als Verein „Freisinger Wärmestube MenschSein e.V.“ geführt. Seit Kurzem gebe es sogar Hilfe bei gesundheitlichen Problemen.

Der Freisinger Allgemeinarzt Odo Weyerer komme ebenfalls in die Wärmestube und sei dort ein direkter Ansprechpartner für Hilfesuchende: ehrenamtlich und ohne Gebühren, zeigte sich Schiffer dankbar. Viele der Gäste seien eben nicht über eine Krankenkasse versichert, und wüssten nicht wohin, wenn es einmal „zwicke und zwacke“.

Im Dezember 2015 hat die Wärmestube innerhalb des Pallottihauses einen neuen Raum beziehen dürfen: Der Freisinger Architekt Sebastian Habermeyer habe mit ehrenamtlichem Engagement Hand angelegt.

Bevor sich die Gäste an selbst gemachtem Kartoffelsalat, Leberkäse, Fleischpflanzerl und frischen Brezen gütlich taten, stimmte der Pallottinerpater Jörg Müller noch eine berührende Moritat auf die „Ärmsten in der Gesellschaft“ an.

Maria Martin

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Die Heiliggeistgasse blüht auf
Freising – Die Heiliggeistgasse in Freising erlebt in diesem Jahr einen späten Frühling: Seit Montagvormittag sorgen sieben Bäume in orangfarbenen und roten Großkübeln …
Die Heiliggeistgasse blüht auf
Anlieger wollen keine Fahrradstraße
Vorreiter beziehungsweise Vorradler in punkto Fahrradfreundlichkeit sind in Eching die Grünen. Die erste Echinger Fahrradstraße, zu der die Hollerner Straße werden …
Anlieger wollen keine Fahrradstraße
„Mal schauen, ob und wann das kommt“
Die A 9 macht Lärm. Schweitenkirchen im Landkreis Pfaffenhofen soll als Pilotprojekt eine „mobile Lärmschutzwand“ bekommen. So hat es CSU-MdB Erich Irlstorfer verkündet …
„Mal schauen, ob und wann das kommt“
Silvia Dietrich gibt nun den Ton an
Aller guten Dinge sind hoffentlich drei. Nach Andreas Greinwald als kommissarischer Vorsitzender und Edmund Eisler, der im Juli 2016 erst gewählt worden war, übernimmt …
Silvia Dietrich gibt nun den Ton an

Kommentare