Über ein „Tattoo“ von Sabine Ziegler freuten sich Niklas und Laura, mit ihnen ihre Eltern Brigitte und Kristen.
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Über ein „Tattoo“ von Sabine Ziegler freuten sich Niklas und Laura, mit ihnen ihre Eltern Brigitte und Kristen. Das Angebot beim Streuobstwiesentag war vor allem für Kinder vielfältig.

Landschaftspflegeverband lädt zum dritten Mal zum Schafhof ein

Ein Tag für Freisings Streuobstwiesen-Fan-Gemeinde

Die Freisinger lieben Streuobst. Bereits zum dritten Mal war der diesem Thema gewidmete Tag ein voller Erfolg.

Freising - Das große Thema Streuobstwiese beschäftigt die Menschen in Freising und Umgebung, daran besteht längst kein Zweifel mehr. Denn auch heuer drängten am Sonntag zur Eröffnung des inzwischen 3. Streuobstwiesentages vom Landschaftspflegeverband Freising (LPV) zahlreiche Interessierte und Neugierige zum Rundumpaket auf den Schafhof. Was heuer LPV-Geschäftsführer Matthias Maino besonders freute:  Freising ist in das europaweite Streuobst-Projekt LUIGI aufgenommen worden.

„Hier wird das Interesse an Streuobstwiesen leibhaftig gezeigt“, betonte Maino, der sehr begeistert war, dass sich dieses Thema langsam aber sicher in Freising etabliere. Die Bürger würden durch diese Bemühungen erkennen können, welchen großen Wert solche Anlagen für eine Stadt und ihre Einwohner haben können. Im Landkreis, so Maino, gibt es insgesamt um die 400 Streuobstwiesen – am Schafhof selbst stehen 176 Bäume auf einer Fläche von 5,4 Hektar. Solche Anlagen seien auch wichtig, um Artenvielfalt und Biodiversität zu erhalten, betonte Bürgermeisterin Eva Bönig. Alte Baumbestände auf solchen Flächen würden zudem ein besonderes Kulturgut bewahren. Durch Projekte wie etwa Streuobsttag oder Erlebniswege würden diese Werte ihrer Meinung nach immer mehr in den Vordergrund und in das Bewusstsein der Bürger rücken.

Früher, so Bönig in der Rückschau, habe es ja auch in der Stadt diverse Streuobstwiesen gegeben – ihre Familie wäre beispielsweise mit solchen Äpfeln zur Domberg-Kelterei gefahren, um das Obst pressen zu lassen. Bis zum Ende der 1960er Jahre haben solche Flächen das Freisinger Landschaftsbild ihrer Erinnerung nach geprägt. Die verstärkte Rückkehr zur Regionalität und dem Bewusstsein, dass Obst aus dem nahen Umfeld kommen sollte, trete erfreulicherweise wieder vermehrt in den Fokus der Leute.

Was gab es beim Streuobstwiesentag zu sehen? Um das große Facettenreichtum der Wertschöpfungen solcher Areale abzubilden, hatte der LPV einen großen Bauernmarkt auf die Beine gestellt. Neben Obstbränden gab es Honig von Schafhof-Bienenvölkern, allerlei Naturkost-Angebote und natürlich Äpfel und Birnen soweit das Auge reichte. Nebenbei konnten sich Interessierte über zahlreichste Info-Möglichkeiten und Vorträge auf den neuesten Stand in Sachen Artenvielfalt, Wiesengestaltung oder Bepflanzungen bringen. Mit Gisela Dinauer konnten die Kinder einen Ritt durch die Streuobstwiese wagen oder sich von der Künstlerin Eva-Maria Schulz schminken lassen. Wer sich für die Veredelung von Bäumen interessierte, war, wie bereits im vorigen Jahr, bei Marc Schlegel von der Deula sehr gut aufgehoben. Zum Thema Hochzeits- und Taufbäume referierte Maino selbst, denn das Beleben dieser alten Tradition liegt ihm sehr am Herzen. 15 Bäume stehen inzwischen schon auf dem Domberg. Tendenz: steigend. Auch mit Friedwäldern möchte sich Maino auseinandersetzen, aber das müsse noch warten: „Momentan beschäftige ich mich mit den Lebenden!“

Richard Lorenz

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