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Die Shetland-Ponys Aster und Leika von Franziska Müller-Waldeck sind die kuschelig weichen Stars im Sebaldhaus.  

Ein Vormittag im Wilden Westen

Schon von Weitem hört man Hämmern und laute Rufe vom Gelände des Sebaldhauses, das sich dieses Jahr in die Westernstadt „Sebaldhauscity“ verwandelt hat. Hier können die Kinder durch kleine Arbeiten Geld verdienen, wovon sie sich ein Haus mieten, an der Bar ein Getränk kaufen oder – seit Neuestem – eine Reitkarte erstehen können.

von Katharina Kiesel

Freising– Seit diesem Jahr ist jeden Mittwochvormittag Ponytag im Sebaldhaus, wo die Kinder für einen Nugget (die Währung in Seebaldhauscity) reiten dürfen. Je zwei Kinder teilen sich für 15 Minuten ein Pony und drehen, nach einer kurzen Putzeinheit, ein oder zwei Runden auf dem Rücken der Tiere. In den vergangenen beiden Wochen durfte jedes Kind aufgrund der hohen Anmeldezahlen nur einmal pro Tag reiten. Diese Woche sind weniger Kinder in Sebaldhauscity, deshalb werden ausnahmsweise auch zwei Reitkarten pro Kind verkauft.

Franziska Müller-Waldeck von Erdkind bringt jede Woche ihre zwei Shetland-Ponys Aster und Leika ins Sebaldhaus. Gerade ist Mia an der Reihe: „Ich finde die Idee gut und es macht mir Spaß, hier zu reiten. Vorher durfte ich das Pony mit einer Bürste auch kurz putzen.“ Müller-Waldeck ist zufrieden mit den bisherigen Wochen: „Es klappt gut und ich habe das Gefühl, das Angebot kommt auch gut an. Es geht hier aber nicht nur ums Reiten, die Kinder lernen auch viel, zum Beispiel Hufe auskratzen. Und die, die schon Pferdeerfahrung haben, helfen mit.“ Das Schönste für sie ist aber, wenn die Kinder danach mit den Ponys kuscheln.

Ortswechsel: Während am Ponyexpress Nuggets ausgegeben werden, wird an anderer Stelle kräftig gearbeitet, um welche zu verdienen: Ob im Sebaldopatchenlager, einem großen Tipi, wo vier Kinder Pfeile schnitzen, oder beim Holzrecycling, wo Nägel aus Brettern gezogen werden. Von dem erarbeiteten Geld können die Bewohner der Westernstadt kleine Parzellen mieten und diese zu Läden umbauen: in einem werden selbst gebackene Muffins verkauft, im nächsten alte Bücher. Das übrige Geld kann bei der Goldencitybank eingezahlt werden. Außerdem gibt es in Sebaldhauscity noch eine private Detektei und ein Sheriffbüro – sie sorgen für Recht und Ordnung. Zusätzlich gibt es täglich wechselnde Angebote, wie das Ponyreiten am Mittwoch oder einen Holzbildhauer am Donnerstag, der zusammen mit den Kindern Skulpturen baut.

Zurück bei den Ponys ist nach 15 Minuten die Zeit für Mia und drei weitere Mädchen vorbei, und Hannah Handlos von der Stadtjugendpflege sammelt die Karten von den nächsten vier Kindern ein. Ihr Ziel: Vor dem Reiten müssen die Hufe von Leika ausgekratzt werden. Während Franziska Müller-Waldeck das Pony festhält, gibt sie Leni Tipps, die es schließlich auch schafft, dass Leika den Huf hebt. Aster bekommt währenddessen von den anderen drei Reiterinnen Streicheleinheiten.

Buben sind weit und breit keine zu sehen am Ponyexpress. Müller-Waldeck liefert die Erklärung: „Die trauen sich oft nicht. Aber ab und zu kommt schon mal wieder einer vorbei.“ Und tatsächlich: Nur ein paar Minuten später steht ein Bub vor Handlos und fragt, wo er eine Reitkarte erwerben kann. Als er jedoch realisiert, dass hier ausschließlich Mädchen anstehen, verschwindet er schnell wieder.

Um kurz vor 13 Uhr ist Schluss mit Reiten. Nach einer finalen Stärkung auf der Wiese und am Wassertrog treten Aster und Leika den Heimweg an: durch die Stadt zurück in ihren Stall.

Katharina Kiesel

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