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Ein wunderschönes Stück Hallertau auf der größten Modellbaumesse der Welt

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Drei Männer vor Bahn-Modell
Jede Menge Arbeit investierten Günter Schreiner, Bernhard Steinhauser und Manfred Lohr (v. l.) vom Verein „Bockerl fahr zua“ in ihr riesiges Modell. © Hellerbrand

In Dortmund findet die größte Modellbau-Messe der Welt statt. Mit dabei: Vier Hobbybastler - und ein schönes Stück Hallertau.

Au/Dortmund - In Dortmund beginnt am Mittwoch die Modellbau-Messe „Intermodellbau“. Über 500 Aussteller aus 20 Nationen zeigen an vier Tagen die Vielfalt des Modell-Miniaturbaus. Für ein schönes Stück Hallertau in Westfalen sorgen die Freunde vom Verein „Bockerl fahr zua“, die die weltgrößte Modellmesse mit der detailgetreu und filigran überarbeiteten Bahnanlage mit dem Auer Bahnhof als Mittelpunkt bereichern.

Es ist nicht der erste Westfalen-Trip des Bockerl-Quartetts mit Manfred Lohr, Bernhard Steinhauser, Günter Schreiner und Reinhard Altmann. Bereits 2017 war Dortmund für die vier eine Reise wert, als man in der Preis-Kategorie „Anlage des Jahres“ sogar den dritten Platz feiern konnte. Und dieses Mal? Mal schauen, wenngleich die vier dennoch der Ehrgeiz treibt, es dieses Mal vielleicht sogar eine oder zwei Stufe höher zu schaffen.

Sogar die Hopfenanlieferung ist zu bestaunen

Damit dies gelingt, wurde wieder viel Zeit investiert. So hat sich etwa Bernhard Steinhauser abermals dem Auer Bahnhof bis nach Enzelhausen gewidmet. Nach dem Auftauchen alter Fotos fand der Auer Bahnhof um ein Versorgungshäuschen eine bauliche Erweiterung, in dem einst auch der Bahnhofsvorsteher seinen Aufenthaltsbereich hatte. Nicht fehlen darf natürlich der Hopfen. Detailgetreu wird dem Betrachter die Anfuhr des Grünen Goldes mit Bulldog oder Lastwagen vor Augen geführt, wobei jeder der Mini-Hopfensäcke sogar wie in der Wirklichkeit mit einer Nummer versehen wurde. Es sind die kleinen Dinge, auf die die Hallertauer Modellbauer Wert legen und die sicher auch die scharfen Augen der Jury zu schätzen wissen. Selbiges gilt für den Schrottplatz sowie die Szene eines Filmdrehs, als es der Auer Bahnhof 1969 in der Sexkomödie „Köpfchen unters Wasser“ sogar auf die Leinwand schaffte.

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Es ist das kleine Feine, dem sich die vier Modellbauer am liebsten widmen, um den Betrachter in ihren Bann zu ziehen. Aber auch prägende, größere Bauten, weshalb Manfred Lohr annähernd 100 Stunden in ein Modul investiert hat, um Waldstück und Eisenbahnbrücke am Auer Fischweiher detailgetreu nachzubauen. Nicht fehlen dürfen auch jede Menge patinierter Züge samt Anhänger, darunter natürlich die legendäre „Bockerl“-Lokomotive.

64 Module auf 120 Quadratmetern

In Dortmund steht den Hallertauer Tüftlern eine Standfläche von sechs mal 20 Metern zur Verfügung, die mit rund 40 Laufmeter Schienen-Strecke „gefüllt“ werden. Rund 64 Module mit Bahnhöfen und Stationen mit den Haltepunkten Sandelzhausen, Thonhausen, Au, Gründl, Figlsdorf, Gebrontshausen und Wolnzach haben die Reise nach Westfalen angetreten. Natürlich nicht auf der Schiene, sondern in Kleintransporten. Zur besseren Handhabung auch für künftige Ausstellungen sind rund 80 Prozent der Module erneuert worden, inklusive die filigrane Verkabelung.

Eine gewisse „Verrücktheit“ sei schon nötig, um sich über Jahre diesem Thema derart intensiv zu widmen, das geben die vier Modellbauer offen zu. Dabei treffen sie in Dortmund aber sicher auf jede Menge Gleichgesinnter.

Martin Hellerbrand

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