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„Vielfalt macht Unternehmen reicher“, sagte Robert Scharpf (Leiter Konzernbereich Personal FMG) bei seinem Vortrag im Buchcafé Etappe, zu dem Caritas-Kreisgeschäftsführerin Carolin Dümer eingeladen hatte.

Die FMG: 8000 Mitarbeiter aus über 40 Ländern

Eine Mannschaft mit 35 000 Spielern

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Der Gepäckabfertiger mit türkischen Wurzeln oder der Feuerwehrmann aus Kirgisien: Wie geht ein großer Konzern wie die FMG mit einer heterogenen Belegschaft um?

Darüber sprach Robert Scharpf, Leiter Konzernbereich Personal am Flughafen, am Mittwoch beim Businesstreff im Buchcafé Etappe. 

Die FMG beschäftigt über 8000 Mitarbeiter aus mehr als 40 Ländern. „Eine einzigartige Vielfalt“, wie Scharpf betonte. Entsprechend erfordere diese Heterogenität eine besondere Art der Führung. Zunächst sei es besonders wichtig, sagte Scharpf, dass die Mitarbeiter die Vielfalt begreifen. „Was banal klingt, ist der erste Schritt zu Toleranz.“ In den fünf Jahren seiner Beschäftigung am Flughafen sei Scharpf noch kein Fall von Diskriminierung zu Ohren gekommen. Warum? Die Mitarbeiter würden schlicht täglich erfahren, dass Menschen aus anderen Kulturen am Flughafen ankommen. In einem derart internationalen Umfeld, sei Diskriminierung grundsätzlich schwer vorstellbar.

Der Flughafen mit seinen etwa 35 000 Mitarbeitern und 550 Unternehmen sei zudem überaus komplex und ein „Mannschaftssport“, sagte Scharpf. Das Bewusstsein, Teil eines Teams zu sein, das jährlich 40 Millionen Reisende mobil mache, sei sehr sinnstiftend und bindend. „Innerhalb von zwei Stunden läuft da die ganze Welt durch.“ Einen tieferen Sinn zu vermitteln, sei eine essenzielle Anforderung für solch bunte Belegschaften. Der Mensch verpflichte sich schließlich gerne etwas, was größer sei als er selbst. Stichwort Kirche.

Wo Individuen aus verschiedenen Kulturen und mit teils unterschiedlichen Wertvorstellungen zusammenträfen, gebe es naturgemäß auch Probleme, räumte der 49-jährige Vater zweier Kinder ein. Deshalb brauche ein Unternehmen wie die FMG Normen und Werte, die „eine innere Haltung vermitteln, verbunden sein zu wollen“.

Ein vierter wesentlicher Aspekt, betonte Scharpf, sei die deutliche Wertschätzung guter Leistungen. Ebenso, wie konstruktive Kritik an schlechten Leistungen zu üben. „Wie vermittle ich dem Individuum ein Wertgefühl?“, fragte der Personalchef und schob die Antwort gleich hinterher. „Ausschließlich über die persönliche Ansprache. Den Einzelnen zu sehen, ist sehr relevant.“

Vielfalt in Unternehmen, schloss der promovierte Psychologe, der über „ein Chromosom für die Leidenschaft für Flughäfen und das Fliegen“ verfügt, mache „Unternehmen reicher und widerstandsfähiger. Jedenfalls dann, wenn es Normen gibt, die zusammenhalten“.

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