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Können, Ausstrahlung und ganz viel Seele: Tom Appel (l.) und Häns Czernik boten einen besonderen Abend

Winter-Wunder-Premiere mit Tom & Häns

Einfach nur wunderschön 

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Freising ist um eine Attraktion reicher: Das Winter Wunder in der Luitpoldanlage, so eine Art Mini-Uferlos, feierte am Wochenende Premiere. Lagerfeuer, Vorglühen bei Glühwein und Pizza, Party im Wigwham-Zelt. Freilich: Ohne Tom und Häns wäre der Zuspruch sicherlich nicht so groß gewesen. 700 Menschen waren am Samstag ins Zirkuszelt gepilgert, um mit dem kongenialen Duo einen wundervollen Abend zu erleben.

Freising – Da stehen sie also: Tom Appel und Häns Czernik. Beide mit Gitarre, beide mit einer Ausstrahlung, die das Volk fesselt, beide von einer außergewöhnlich hohen musikalischen Qualität. Und beide, auch wenn es das Cover-Bild ihrer neuen CD vielleicht anders vermuten lasse, wie Czernik witzelt, „kein Paar“. Musikalisch sind Tom und Häns allerdings grandios aufeinander eingespielt, ergänzen sich auf der Bühne, an den Instrumenten und beim Gesang perfekt.

Träumen und Lachen, Schmerz und Freude: Der Konzertabend beim ersten Freisinger Winter Wunder war ein emotionales Erlebnis. 700 Zuhörer waren ins Zirkuszelt gekommen, um Tom und Häns zu hören.

American Singer- und Songwriter – das ist das Metier des Duos, das ist die musikalische Welt von Tom und Häns, da finden sie zusammen, da verschmelzen sie mit dem Publikum. Es ist ein Abend, an dem die großen Emotionen hochkommen – von einem melancholischen „Turn, turn, turn“ von Bob Seger über ein herzzerreißend schönes „So long Marianne“ von Leonard Cohen (mit Tom Appel am Akkordeon!) über ein etwas rockiges „No surrender“ von Bruce Springsteen bis hin zu „Wake up little Susie“ von Simon und Garfunkel, eingeleitet mit der Aufforderung, doch jetzt mal die Stühle wegzuschmeißen und zu tanzen.

Ideale Opener: Sweet Lemon und ihr New Blues.

Czernik und Appel sind aber nicht nur Musiker mit unglaublichem Können und ganz ganz viel Seele, sondern auch geborene Entertainer. Die Besucher im Zirkuszelt, in dem nach dem Jugendkorbiniansfest eine Woche zuvor „noch der Geist des Korbinian herumspukt“, erfahren, dass Tom Appel über Michael Jackson zur Musik kam – Moon Walk inklusive. Den konnte er mal, sagt Tom – mit Betonung auf „konnte“. Und wenn die Zuhörer aufgefordert werden, aufzustehen, dann bittet Häns darum, dass da keine „Kirchentagsatmosphäre“ aufkommt. Diese Gefahr besteht bei „American Pie“ von Don McLean nicht: Die Fans singen begeistert mit, träumend, schwelgen in angenehmen Gefühlen und guten Emotionen.

Häns und Tom bitten im zweiten Teil des Konzerts zwei junge Damen auf die Bühne: Lena und Sophia Haslberger. „Blowin’ in the Wind“ von Altmeister Bob Dylan singt das Quartett zum Beispiel, erntet für die Ankündigung des Songs ein kollektiv wissendes „Aaaah!“ und am Ende viel viel Applaus. Lena und Sophia, inzwischen als Sweet Lemon durchaus bekannt, haben das Erlebnis unter dem Sternenhimmel des Zirkuszeltes eröffnet, waren mit ihren Eigenkompositionen die idealen Opener eines unvergesslichen Abends: New Blues, Sweet Beat, jazziger Swing, zarte, hauchende Stimmen, Gitarren und Piano – Sweet Lemon eben.

Selbst ein abgebrochener Mikrofonständer gleich zu Beginn des Gigs kann Tom und Häns nicht aus ihrem Flow bringen. Im Gegenteil: Das macht die Sache cool und locker, das schweißt die zwei Könner und ihre Fangemeinde, die an ihren Lippen hängt, zusammen. Am Ende stehen das Duo auf der Bühne und das Publikum vor der Bühne fast schon etwas ratlos da. Alle wissen, dass sie beim ersten Winter Wunder einen ganz besonderen Abend erlebt haben. Das Leben kann so schön sein.

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