Wohncontainer mit 54 Betten sollen hier an der Parkstraße für Asylbewerber entstehen. Foto: Lehmann

Einstimmig für Wohncontainer an der Parkstraße

Freising - An der Parkstraße in Freising will der Landkreis 54 Asylbewerber unterbringen. In einer Containeranlage. Die Stadträte finden das gut. Die Anwohner weniger: Sie fürchten zunehmenden Verkehr.

Früher war das Grundstück an der Parkstraße schräg gegenüber des Arbeitsamtes schon einmal bebaut. Jetzt ist es eine Grünfläche. Doch bald könnten dort 58 Container in zwei Geschoßen stehen (wir haben berichtet). Bauherr: der Landkreis, der mit dieser Maßnahme 54 Asylbewerber unterbringen will. Neben Wohncontainern mit 54 Betten sollen zwei Badcontainer, und jeweils ein Container mit Küche, zum Trocknen und für Waschmaschinen errichtet werden. Der Bauausschuss der Stadt Freising hat gestern einen entsprechenden Vorbescheidsantrag des Landkreises einstimmig genehmigt. Jürgen Maguhn (Grüne) beispielsweise begrüßte es, dass man die Asylbewerber nicht an den Stadtrand dränge, wie das in Moosburg und dem dortigen Standort im Gewerbegebiet kritisiert wird. Maguhn sprach von einer „ganz vernünftigen Lösung“. Da nickten alle Stadträte zustimmend mit dem Kopf.

Doch es gibt auch Bedenken. Anwohner haben sich bereits an OB Tobias Eschenbacher und manch einen Stadtrat gewandt - zum Beispiel Hubert Schwarzer (SPD) -, um ihre Befürchtungen zu äußern: Die Parkstraße sei doch so eng. Wenn jetzt durch die Asylbewerber der Verkehr noch zunehme, sei das nicht mehr hinnehmbar. Die Reaktion des OB war kurz, knapp und ironisch: „Kaum ein Asylbewerber wird mit dem Auto kommen.“ Er könne ja verstehen, so Eschenbacher, dass man als Anwohner Angst vor etwas Neuem habe. Aber er könne den Anwohnern und Nachbarn versichern, „dass die, die kommen, mehr Angst haben als die, die schon da sind“.

Eschenbacher verglich die Situation mit der Unterkunft für Asylbewerber in Attaching. Auch dort habe es zunächst Bedenken gegeben, die Befürchtungen der Anwohner hätten sich aber nicht bestätigt. Das bestätigte FSM-Stadtrat Hans Hölzl: Die Asylbewerber seien eher verängstigt und würden freundlich grüßen. Ein Auto habe keiner. „Zwei haben jetzt ein Radl geschenkt bekommen.“

Im Bauausschuss gestern wurden zu der geplanten Unterkunft an der Parkstraße weitere Details bekannt: Angesichts der Nähe zur Hochtrasse mit ihren 27 000 Kfz-Bewegungen pro Tag muss noch ein Schallschutzgutachten erstellt werden. Die Nutzung des Geländes durch Wohncontainer ist außerdem auf fünf Jahre befristet, danach sind die Anlagen wieder zurückzubauen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ekel-Szenario an See in Oberbayern: Grill-Gäste hinterlassen Müll-Chaos - Maden tümmeln sich im Fleisch
Die Marzlinger Fischer haben an ihrem Ssee schon einige Unappetitlichkeiten erlebt. Aber das Ekel-Szenario, das sich ihnen jetzt geboten hat, ist schlimmer als alles …
Ekel-Szenario an See in Oberbayern: Grill-Gäste hinterlassen Müll-Chaos - Maden tümmeln sich im Fleisch
Freisings Freie Wähler fordern: Startbahn-Projekt am Flughafen endgültig beenden
Freisings Freie Wähler fordern das endgültige Aus für die dritte Startbahn. In einem offenen Brief appellieren sie an Ministerpräsident Söder.
Freisings Freie Wähler fordern: Startbahn-Projekt am Flughafen endgültig beenden
Ladung verrutscht: Holzplatte prallt gegen VW
Glück im Unglück: Weil die Ladung eines Anhängers verrutschte, prallte eine Holzplatte gegen ein entgegenkommendes Auto. Verletzt wurde niemand.
Ladung verrutscht: Holzplatte prallt gegen VW
Erfolg für Fresh-Fraktion: Regenbogenfahne in Moosburg nach langer Debatte gehisst
Mitten in Moosburg weht nun eine Regenbogenfahne. Auf den Vorstoß seitens der Fresh-Fraktion folgten intensive Diskussion - und jetzt ein Kompromiss.
Erfolg für Fresh-Fraktion: Regenbogenfahne in Moosburg nach langer Debatte gehisst

Kommentare