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Elsa Tischner-von Durant, die aus Oberschlesien stammte, lebte mit ihrem Mann Rudolf Tischner von 1911 bis 1913 an der Haydstraße

Elsa Tischner-von Durant: Eine Künstlerin in Freising

Ein Bilderschatz an der Haydstraße

Im Historischen Verein überraschte die Freisinger Kunsthistorikerin Ulrike Götz die Mitglieder mit einem fundierten Vortrag über eine außergewöhnliche Frau, die schillernden Glanz auf die Kunstgeschichte Freisings wirft: Elsa Tischner-von Durant, Besitzerin wertvoller Werke von Vincent van Gogh, Paul Cézanne und Paul Gauguin. Sie wohnte einst an der Haydstraße.

Freising – Freising im Sommer 1911: Die Domstadt litt unter einer Hitzewelle. An der Unteren Hauptstraße öffnet das erste Kino seine Pforten. Schwül und drückend mag es in den engen Gassen der historischen Altstadtgewesen sein.

Wer es sich leisten konnte, lebte luftiger auf den Hügeln nördlich der Bürgerstadt im sogenannten „Villenviertel“ an der Haydstraße. Und in einer dieser Residenzen hingen zu besagter Zeit Original-Gemälde berühmter Maler des französischen Impressionismus. Sie gehörten der Malerin und Kunstsammlerin Elsa Tischner-von Durant, deren Sammlung die Werke damals zur Moderne zählender Künstler wie Vincent van Gogh, Paul Cézanne und Paul Gauguin schmückten. Über sie referierte Stadthistorikerin Ulrike Götz vor dem Historischen Verein.

Moderne französische Kunst war im deutschen Kaiserreich zur Jahrhundertwende begehrt –  auch im München der späten Prinzregentenzeit. Liebhaber habe es in Industriellen- und Intellektuellen-Kreisen gegeben, sagte Götz: „Diese Besitztümer standenfür einen gehobene, modernen Lebensstil.“

Elsa von Durant, die aus einem begüterten Rittergut aus Oberschlesien stammte, hatte längere Zeit in der Kunstmetropole Paris gelebt und war dort mit Vertretern des französischen Impressionismus bekannt, wusste Götz.

Dass sie auf die Spuren der ungewöhnlichen Frau gestoßen sei, verdanke sie dem Moosburger Bürger Hans Mader, dessen Vater – der Maler Joseph Mader – mit Elsa von Durant bekannt gewesen sei, verriet Ulrike Götz.

Zwischen 1911 und 1913 lebte Durant, gemeinsam mit ihrem Mann, einem Augenarzt, in Freising. Und: Rudolf Tischner war ein Mitglied des Historischen Vereins. Mit dem Haushalt des Ehepaars Tischner-von-Durant seien drei Original Gemälde nach Freising übergesiedelt, „die schon damals von großem sammlerischem Wert gewesen waren“, betonte Götz.

Ihre Bilder hatten Weltrif: Die Besitzerin des berühmten „Nachtcafé in Arles“ , als „Madame Ginoux“ in die Kunstgeschichte eingegangen, wurde von van Gogh im Jahre 1890 nach einer Zeichnung von Paul Gauguin porträtiert.

Der „Blick auf L’Estaque durch die Bäume“ von Paul Cézanne entstand 1878 und das auf 1903 datierte Gemälde von Paul Gauguin bildet eine typische Szene aus der Südsee ab: Titel: „L’invocation“ (die Anrufung).

Götz stellte die Bedeutung des Gemäldebesitzes vor dem Hintergrund der damaligen Kunstentwicklung in München dar. Stadt und Umland seien „Schauplatz und Inspirationsort aktuellster Kunstäußerungen“ gewesen. Götz nannte hier die Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“. Durch die Wirren der beiden Weltkriege verarmt, verbrachte Durant die letzten Lebensjahre in Moosburg bei ihrem langjährigen Malerfreund Joseph Mader. Die berühmten Gemälde, die kurzzeitig an der Freisinger Haydstraße zu Gast waren, wurden zum Teil auf Auktionen zu Millionenbeträgen veräußert.                                                                         Maria Martin

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