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„Hitlergruß“: Schirling zieht Kandidatur zurück

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Von: Andreas Beschorner

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AfD-Funktionäre in „Hitlergruß“-Pose : Diese Nachricht hat quer durch die politische Landschaft in Freising für blankes Entsetzen gesorgt. Eine erste Konsequenz: Markus Schirling hat seine Kandidatur für den Bezirkstag zurückgezogen.

Landkreis – Der nichtöffentliche Facebook-Post von Markus Schirling war noch keine Stunde lang öffentlich gemacht worden, da hatte Johannes Becher schon Strafanzeige gegen Schirling und Frank Salloch gestellt. In seiner Stellungnahme betont der Landtagskandidat der Grünen, „Personen mit einer solchen Gesinnung sollten keinen Platz haben in unseren kommunalen Gremien und Parlamenten“. Und deshalb fordert Becher die AfD im Landkreis Freising auf, Markus Schirling als Kandidaten für den Bezirkstag zurückzuziehen. „Alles andere als der Rücktritt von der Kandidatur und der Rücktritt von den Ämtern in der Partei wäre eine Solidarisierung der AfD mit offenem Rechtsradikalismus und der Ideologie des Nationalsozialismus“.

Nicht lange auf sich warten ließ auch die Stellungnahme des CSU-Kandidaten f

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Johannes Becher: So eine Gesinnung hat keinen Platz in Gremien.

ür den Landtag, Staatsminister Florian Herrmann: „Da zeigt sich das wahre Gesicht der AfD: die braune Fratze. Einmal Nazi, immer Nazi. „Die AfD, so Herrmann. „ist auf dem Weg, zur neuen NPD zu werden. Das dürfte jetzt auch der Letzte begriffen haben.“

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Florian Herrmann: Die AfD ist auf dem Weg, zur neuen NPD zu werden.

Offenbar nicht, denn unter den vielen hundert Kommentaren, die auf den diversen Facebook-Veröffentlichungen und -Verlinkungen inzwischen zu lesen sind (allein die Veröffentlichung auf der Seite der Erdlinge hat über 20 000 Menschen erreicht), sind genügend Stimmen dabei, die die Geste entweder nicht als „Hitlergruß“ erkennen wollen oder nichts dabei finden, wenn man sich so grüßt.

Ebenso wie Becher fordert derweil der Landtagskandidat der SPD, Markus Grill, den Rücktritt von Schirling als Bezirkstagskandidat. Einen neuen Bewerber aufzustellen „wäre das Mindeste, was passieren müsste“. Denn die Berichterstattung um das Bild auf der Zugspitze habe ihn leider in seinen Vorurteilen über die AfD bestätigt: „Wer derart mit Symbolen und Begrifflichkeiten des Dritten Reiches umgeht, zeigt, für welches Gedankengut er steht.“ Grills SPD-Kollege Victor Weizenegger, der für die Genossen in den Bezirkstag will, sagt, Schirling „verhöhnt mit seiner Hitlergruß-Pose die 65 Millionen Toten des Zweiten Weltkriegs und die sechs Millionen Opfer des Holocaust“. Dass AfD-Kreis-Chef und MdB Johannes Huber diesen Post nicht gekannt habe, sei wenig glaubhaft. Und dessen Aussagen, die AfD grenze sich klar von Rechts ab, seien nichts anders als „eine verlogene Farce“.

Keine Stellungnahme kam bis gestern vom AfD-Kreisverband, dessen Vorstand sich laut Huber erst noch mit dem Fall Schirling und Salloch beschäftigen wollte.

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