Erneute Diskussion

Neue Fassade für das Kino an den Schlüterhallen: Gestaltungsbeirat zeigt die "rote Karte"

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Freising – Da staunte der Laie und der Fachmann wunderte sich. Während ganz Freising – inklusive Stadträten – darauf wartet, dass es endlich mit der Erweiterung der Schlüterhallen und somit auch mit dem Bau des Kinos losgeht, drehte das Projekt jetzt am Montag im Gestaltungsbeirat eine weitere Runde.

Und das mit einem verheerenden Ergebnis: Der Gestaltungsbeirat zeigte der Fassadengestaltung „die Rote Karte“, wie der Vorsitzende Rudolf Hierl sagte.

Nicht nur Grünen-Stadtrat Sebastian Habermeyer war leicht irritiert: Er dachte, die Sache sei gelaufen, der Baubeginn stehe unmittelbar bevor. Immerhin gibt es ja eine gültige Baugenehmgung. Doch dem ist offenbar nicht so: Der Entwurf des Architekturbüros Wittmann, der vor über fünf Jahren bereits im Gestaltungsbeirat und auch im Planungsausschuss der Stadt behandelt und für gut befunden wurde, soll nun in dieser Form nicht mehr verwirklicht werden.

Die Saller Gewerbebau legte am Montag einen eigenen Entwurf vor, der sich allerdings, so die übereinstimmende Meinung des Expertentrios im Gestaltungsbeirat, nicht an die schriftlichen Vorgaben des Bebauungsplans hält. Beispiel: „Wir erkennen keine vertikale Gliederung“, sagte Rudolf Hierl. Vor allem aber könne man die notwendige Zurückhaltung gegenüber dem bestehenden Industriedenkmal der Schlüterhallen nicht erkennen. Hierl: „Sie brezeln Ihre Kiste auf“, statt sie zurückzunehmen. Die Empfehlung war klipp und klar: „Setzen Sie die Planung des Architketurbüros Wittmann um. Die ist konsensfähig!“ Was jetzt an äußerer Gestaltung für das Fachmarktzentrum samt Kino zwischen Schlüterhallen und Hartl-Bau vorgesehen sei, sei eine „Planung am Thema vorbei“. Würde die in dieser Form realisiert, „dann haben Sie von Ihren schönen Schlüterhallen nichts mehr“, warnte Hierl.

Die Planer der Saller Gewerbebau GmbH verteidigten ihr Vorhaben, pochten darauf, dass der Entwurf des Architekturbüros Wittmann zu unruhig gewesen sei. Ihr eigener Vorschlag sei demgegenüber doch viel ruhiger und deshalb zurückhaltender. Die Stadträte, die sich nach über fünf Jahren nicht mehr genau an die ursprünglichen Pläne zur Fassadengestaltung und zur äußeren Form des Projekts erinnern konnten, waren etwas ratlos.

Als der Streit zwischen Planern und dem Expertentrio im Gestaltungsbeirat – neben Hierl waren das Johann Spenger und Cordula Loidl-Reisch – weiter zu eskalieren drohte, brach Hierl die Diskussionen und Debatten ab: „Sie kriegen von uns ein Protokoll und damit müssen Sie arbeiten“, kündigte er den Vertretern der Firma Saller an.

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