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Ordentlich bestellt ist es etwa um die Triticale, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen, die (v. l.) Josef Schächtl vom AELF, Ralf Huber, stellvertretender BBV-Kreisobmann und Ökolandwirt, Landwirt Johann Felsl, Landwirt Robert Sigl sowie BBV-Kreisobmann Georg Radlmaier bei der gestrigen Erntefahrt in Schidlambach unter die Lupe nahmen.

Erntefahrt des Bauernverbands

Kein Grund zum Jammern

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Die Landwirte im Landkreis Freising können zufrieden sein: die Getreideernte 2017 dürfte passabel ausfallen. Doch noch ist nicht aller Tage Abend, wie gestern auf der Erntefahrt deutlich wurde. Denn die Trockenheit hat manchem Bauern schon einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Kirchdorf/Landkreis – Die Praxis wird zeigen, in welche Richtung das Erntependel ausschlägt. Doch Georg Radlmaier, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV), ist zuversichtlich und hat gute Nachrichten zu vermelden. „Die Wintergerste zum Beispiel hat die Trockenheit überstanden, die Erträge sind gut“, sagte der in Seel (Gemeinde Wolfersdorf) beheimatete Bauer, der auf 40 Jahre Erfahrung in der Landwirtschaft blicken kann. Schon 2016 war die Ernte akzeptabel. 2017 dürfte sie – freilich nach aktuellem Stand – wohl erneut recht erfreulich ausfallen. Denn obwohl es auf den Äckern noch immer zu trocken ist, haben die Kulturen andererseits kaum mit Krankheiten oder Unkraut zu kämpfen, schilderte Josef Schächtl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF): „Ein sehr vorteilhafter Aspekt.“

Der Mais steht heuer unterschiedlich gut da, berichtte Robert Sigl. Abhängig etwa vom Standort hätten ihm Kälte und Nässe Anfang Mai zu schaffen gemacht. Seit zwei Monaten nun ist es konstant rund drei Grad zu warm und die Sonneneinstrahlung ist enorm. Wie sich Sigls Mais, der auf 15 Hektar Fläche gedeiht, entwickelt, bleibt noch abzuwarten.

Vorsichtig optimistisch ist auch Robert Sigl, auf dessen 1952 in Schidlambach erbautem Hof der BBV gestern geladen hatte, um zur Ernteprognose Rede und Antwort zu stehen. Sigl (41) bearbeitet rund 65 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, baut schwerpunktmäßig Weizen, Mais, aber auch Winterraps, Wintergerste sowie die Leguminose Soja an. Im gesamten Landkreis werden dem AELF zufolge derzeit 47 848 Hektar Fläche landwirtschaftlich genutzt. Jeder zweite Hektar entfällt dabei auf den Getreideanbau. Der Kreis sei somit eine wahre „Getreidehochburg“. Seine Wintergerste – im Landkreis ist sie mit annähernd 11 000 Hektar Anbaufläche der Spitzenreiter – habe er erst am Samstag gedroschen, berichtete der vierfache Papa Robert Sigl. „Zwar habe ich sie nicht gewogen, gefühlsmäßig bin ich aber zufrieden“, lautete sein Fazit.

Hieb- und stichfeste Zahlen präsentierte bereits Johann Felsl aus Kirchamper: Zwischen 80 und 90 Doppelzentner habe er pro Hektar vom Feld geholt.

Dennoch sei längst nicht alles im grünen Bereich, betonte Josef Schächtl. Beim Weizen gebe es zum Beispiel – bedingt durch die anhaltende Trockenheit – vereinzelt Felder in der Schotterebene, „wo die Hälfte schlecht ist“. Stellenweise würden Bauern der Natur auf die Sprünge helfen und Getreide, aber auch Kartoffeln und Mais seit vier Wochen bewässern. Im Großen und Ganzen, das unterstrichen die Fachleute einhellig, gebe es jedoch keinen Grund zum Jammern. „Die Kulturen stehen ordentlich, es ist ein ganz gutes Jahr“, sagte der stellvertretende BBV-Obmann und Ökolandwirt Ralf Huber.

Der Anbau von Mais im Landkreis ist relativ konstant, wie Josef Schächtl berichtete. Auf 9697 Hektar wird heuer Mais angebaut. Zum Vergleich: 2016 waren es 9655 Hektar. Und, bemerkte Georg Radlmaier nebenbei: „Mais ist die Frucht, die die Bezeichnung Monokultur am wenigsten verdient.“

Leicht ansteigend ist laut AELF hingegen die Gesamtflächenzahl beim Hopfen. Die kletterte heuer nämlich auf 2178 Hektar – und das sind 113 Hektar mehr als noch im Jahr 2016.

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