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Im Stuhlkreis: (v. l.) Jürgen Mieskes (CSU), Alina Graf (SPD), Eric Veulliet, Tobias Weiskopf (FDP), Katrin Stockheim (FSM), Peter Helfert (ÖPD) und Martin Vaas (PFW). 

Diskussionsrunde im Furtner

„Ressourcen-Party“ ist vorbei: Erstes Klimaforum in Freising – Grüne haben abgesagt

Es war eine Premiere: Am Montag hatte FDP-Landratskandidat Tobias Weiskopf zum ersten kommunalen Klimaforum in den Furtner-Bräu eingeladen.

Freising – Es war eine Premiere: Am Montag hatte FDP-Landratskandidat Tobias Weiskopf zum ersten kommunalen Klimaforum in den Furtner-Bräu eingeladen. Eigentlich herrschte bezüglich der angerissenen Themen rasche Einigkeit – bis auf die Frage, ob der Abend tatsächlich völlig unpolitisch motiviert zu werten sei. Der einzige anwesende Grüne, ausdrücklich als Privatperson zugegen, zeigte sich skeptisch.

Nur ein Grüner - und zwar als Privatperson

Der Einladung zur Diskussion gefolgt waren Oberbürgermeister-Kandidat Jürgen Mieskes (CSU), Stadtratskandidatin Philomena Böhme (FSM), Gemeinderatskandidatin Alina Graf von der SPD Neufahrn, Allershausens PFW-Bürgermeisterkandidat Martin Vaas und Stadtratskandidat Peter Helfert (ÖDP). Die Grünen, so Weiskopf auf Nachfrage, seien seiner Einladung nicht gefolgt und hätten schließlich abgesagt. Allerdings fand sich unter den Zuschauern doch noch einer von der Partei, die nicht kommen wollte: Langenpreisings Bürgermeister-Kandidat Toni Wollschläger. Er, und das betonte er mehrmals, sei aber als Privatperson und nicht als Politiker hier.

Relativ still verfolgte Wollschläger dann auch die großen Themen des Klimaforums: die Möglichkeiten von klimaneutralen Städten und das Umdenken bezüglich Mobilität. Mithilfe eines Sitzkreises sollte die Diskussion auf Augenhöhe stattfinden und nicht wahlkampftechnisch verfälsch werden. Allerdings wäre das gar nicht einmal nötig gewesen, denn bei kaum einem Thema gab es spürbare Reibungen zwischen den Partei-Vertretern, sondern nur Zwischenberichte von Fortschritten und lose Vorschläge zum Klimaschutz in Freising und Umgebung.

Dauerbrenner Westtangente

Aktuelle Unklarheiten, weshalb manche Projekte in Freising nur zögerlich vorangingen, beantwortete die als Zuhörerin erschienene Stadträtin Katrin Stockheim (FSM) souverän und ausgiebig. Reizthemen des Publikums waren die Westtangente, unzureichende Fahrradwege, nicht vorhandene Fußgängerzonen und das leidige Thema Denkmalschutz vor Umweltschutz.

Erst zum Schluss brachte sich Wollschläger ein. Seiner Meinung nach sei bei solchen Klima-Gesprächen immer eine gewisse Einigkeit zu verspüren, bis es zur Abstimmung komme. Dann würden die Grünen oftmals alleine die Hand heben. Außerdem sei das für ihn eine ganz klare politische Veranstaltung, wenngleich sie Weiskopf als überparteilich und unpolitisch deklariert hatte. Aber der FDP-Kandidat, so Wollschläger, könne gern mit ihm zusammen bei Gelegenheit gegen die 3. Startbahn stimmen. Auch Stockheim merkte an, dass beispielsweise die Klimaschutz-Managerin aus dem Grund nicht hatte kommen dürfen, weil es sich bei diesem Forum offensichtlich um eine politische Veranstaltung handle.

Planet wie die Titanic - aber ohne Rettungsboot

Als Moderator fungierte Eric Veulliet, Präsident der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Im Vorfeld der Diskussion hatte er zu einem raschen Handeln gemahnt. Zu lange habe man eine „Ressourcen-Party“ gefeiert, der Preis dafür sei jetzt zu zahlen. Wir Menschen seien „Öl-Junkies“, die sofort handeln müssten, um das Schlimmste zu vermeiden. Nur in der Balance von Ökologie, Ökonomie und gesellschaftlicher Akzeptanz sei der dringend notwendige Wandel machbar. Der Planet sei wie die Titanic: Er steuere auf ein Unglück zu – allerdings ohne ein einziges Rettungsboot an Bord. Richard Lorenz

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