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Sagenhaft aufeinander eingestimmt: Chor und Leiter zeigten, dass sie eine Einheit bilden, die selbst dann funktioniert, wenn der Chef einmal nicht vor dem Ensemble steht. 

Abschiedskonzert von Martin Poruba

Die Erwartungen in jeder Hinsicht erfüllt

Es war offiziell sein letztes Konzert: Martin Poruba (65), Leiter des Vokalensembles von St. Georg, verabschiedete sich mit einem Konzert geistlicher Chormusik der Spätromantik – und begeisterte einmal mehr das Publikum.

Freising – Verstärkt wurde das Vokalensemble vom Tenor Patrik Reiter sowie den Posaunisten Claus Jäkl, Jakob Grimm und Jakob Rumpf. Der Chor und die Posaunisten interpretierten Werke der Komponisten, die die geistliche Chormusik der Spätromantik prägten. In dieser Epoche lebten etwa Anton Bruckner, Felix Mendelssohn Bartholdy, Josef Gabriel Rheinberger, Gioacchino Rossini und Georges Bizet.

Sicher und unaufgeregt führte Martin Poruba sein Vokalensemble durch schwierigste Passagen.

Die anspruchsvollen Werke der bedeutenden Komponisten, die an diesem frühen Samstagabend aufgeführt wurden, erfüllten in jeder Hinsicht die Erwartungen des Publikums, das nicht in Massen zu derartigen anspruchsvollen Musikdarbietungen strömt. Aber die gut 100 Zuhörer erlebten in der Pfarrkirche St. Georg klangvolle Darbietungen, in denen der Beweis angetreten wurde, welch herrliche Akustik der spätgotischen Kirche innewohnt.

Martin Poruba führte sein Vokalensemble sicher und unaufgeregt vom Dirigentenpult aus selbst durch schwierigste Passagen. Und als der Chef zweimal als Organist, einmal an der Sandtner-Orgel im Altarraum und dann auf der großen Siemann-Orgel auf der Empore – nicht vor seinem Ensemble stand, merkte man, wie eingespielt der Chor und Leiter sind.

Genossen die herrliche Akustik: Rund 100 Zuhörer waren in die Pfarrkirche St. Georg gekommen.

Einen blendenden Eindruck hinterließ übrigens auch Tenor Patrik Reiter mit seinen beiden Soli. Ein, wenn man so will, Schmankerl der geistlichen Musik, hatten sich Chor und Solisten bis zum Schluss aufgehoben: Das „Halleluja“ von Max Eham, dem 2008 verstorbenen Freisinger Domkapellmeister (1949-1969). Der am Ende des Konzerts aufbrausende Applaus des begeisterten Publikums zeigte, dass auch geistliche Musik ihren Platz im breiten kulturellen Spektrum der Stadt hat – und diesen auch weiterhin einnehmen sollte. Auch wenn ein so renommierter Chorleiter wie Martin Poruba von der Bühne abtritt. Er hat der Position des Kirchenmusikers seinen Stempel nachhaltig aufgedrückt.

Gut zu wissen

Offiziell verabschiedet wird Martin Poruba am Sonntag, 16. Juli, um 10 Uhr bei einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Georg verabschiedet.

Heinz Mettig

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