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„Dankeschön“ sagten zum Abschied von Kulturamtsleiter Adolf Gumberger (l.) im Lindenkeller-Unterhaus: (weiter v. l.) Nachfolger Michael Holzgartner, OB Tobias Eschenbacher, Ingo Bartha (Leiter des Referats für Kultur und Tourismus) und die Leiterin des Stadtmuseums Freising, Ulrike Götz. Künstler und Weggefährten verabschiedeten sich dann im Laufe des Abends mit zahlreichen Einlagen.

Große Gala im Freisinger Lindenkeller-Unterhaus

Ein Freisinger Kultur-Enthusiast verabschiedet sich: Viel Lachen und ein bisserl Wehmut für Adolf Gumberger

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Es war ein bewegender Abend, den man dem scheidenden Kulturamtsleiter Adolf Gumberger im Lindenkeller bot. Ein Abend zwischen Emotion und Kultur.

Freising – So viele Umarmungen wie am Freitagabend hat Adolf Gumberger sicherlich schon lange nicht mehr bekommen und verteilt. Und jede einzelne war ehrlich gemeint und kam von ganzem Herzen. Und jede sagte „Pfiat di, Adi“. – So wie der „Adi“ eben auch ist.

„Liebe Trauergemeinde“ – so begrüßte Sebastian Puff vom Kulturamt die Gäste, die zum Abschied geladen worden waren. Und dann begann das zweistündige Wechselspiel zwischen Reden und Kulturdarbietungen, zwischen Lachen und etwas Wehmut, zwischen Kabarett und dem, was dem scheidenden Kulturamtsleiter selbst wichtig war: „Ich will einfach nur Danke sagen.“

Brachten musikalische Grüße und eine LP: Sängerin Vroni Bittenbinder mit ihrem Vater, dem Musiker und Schauspieler Heinz-Josef Braun (r.),. Schauspielerin Johanna Bittenbinder (nicht auf dem Bild) hatte kabarettistische Grüße für Adolf Gumberger im Gepäck.

Viel bewegt

Das Songwriter-Duo Vroni Bittenbinder und Heinz-Josef Braun stimmte leicht melancholisch auf den Abend ein, bevor OB Tobias Eschenbacher den Reigen der Laudatoren eröffnete: Gumberger sei einer, der sich stets um die Kulturschaffenden gekümmert habe. Die Kulturtage, den Asam-Kultursommer und den Aufbau der Luitpoldhalle zum Theatertempel – das und unendlich viel mehr habe der Kultur-Enthusiast geschaffen, all das habe man ihm zu verdanken. Und die Radltour nach Niederbayern zum Grillen, die hole man noch nach.

„Spitzbübische Art“

Referatsleiter Ingo Bartha stimmte in das Lob mit ein: Gumbergers „spitzbübische Art“ würdigte Bartha ebenso wie die zahllosen Überstunden, die er ihm alle Monate wieder für seine abendlichen Einsätze präsentierte. Gumberger, dessen Handyklingelton die James-Bond-Titelmelodie sei und der stets einen riesigen Schlüsselbund „mit Angeber-Potenzial“ bei sich getragen habe, sei mit seinem Sachverstand auch für die kommenden Jahre „der Kompass“ im Kulturamt.

Z’sammrocken: (v. l.) Tina Roth, Richy Kehr (Band 70Cent) und Sebastian Puff (Kulturamt) beim Auftritt der Kulturamts-Band zum Finale des Abend.

Michael Holzgartner, der Nachfolger von Gumberger im Kulturamt, bestätigte das: „Die wichtigen Sachen werden so bleiben“, betonte der Mann, der stolz sei, „unter dir gearbeitet haben zu dürfen“ und der auch „legendäre Geschichten“ vom „aufstehenden Haarschopf“ des Adi Gumberger wusste – aber nicht erzählte.

Ex-Stadtjugendpfleger Hartmut Fischer, seit einem Jahr im Ruhestand, sagte, man sei nicht immer einer Meinung gewesen, aber man habe für die Kultur gearbeitet. Nach einem Jahr könne er sagen: „Dieser Unruhestand ist echt okay.“ Gumberger wollte es nicht zu lang und nicht zu emotional werden lassen: Der „Adi“ dankte allen in seiner Familie und bei der Stadt, die ihm geholfen hätten, diesen Weg zu gehen: „Ihr habt es mir alle leicht und schön gemacht.“

Zahlreiche Weggefährten aus der Freisinger Stadtverwaltung, aus dem öffentlichen Leben, der Künstlerszene, dem Freundeskreis und selbstverständlich der Familie waren in den Lindenkeller gekommen, um Adolf Gumberger zu verabschieden.

Viele Künstler

Dass sich Schüttelreim-Meister wie Ludwig Müller aus Oberösterreich, der Mundart-Liedermacher Max von Milland aus Südtirol, Sängerin Vroni Bittenbinder (begleitet von ihrem Vater Heinz-Josef Braun) Kabarettistin Christine Eixenberger, dazu auch noch Kabarettistin, Schauspielerin Johanna Bittenbinder auf den Weg in den Lindenkeller gemacht hatten, um dem „Adi“ ihre Aufwartung zu machen, ihm „rumhocken und blöd schauen“ als guten Tipp für den Ruhestand mitgaben, ihm wie Musikkabarettist Helmut Binser per Videobotschaft versicherten, er habe „Freising great again gemacht“, zeigte eindrucksvoll, wie viel Anerkennung sich Gumberger in all den Jahren in der Künstlerszene erworben hat.

Kulturamt-Band

Zum Schluss wurde es ganz laut: Die extra für diesen Abend zusammengestellte Kulturamt-Band röhrte erbarmungslos ins Mikro – die geniale Coverversion eines Rammstein-Songs. Alle auf und vor der Bühne einte an diesem Abend ein Satz: „Pfiat di, Adi!“

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