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Emotional starke Szenen und ausdru ckstarke Interpretationen der Spieler bestimmten die „Fahrenheit“-Inszenierung des P-Seminars „English Theatre“. 

„Fahrenheit 451“ auf der Bühne des Dom-Gymnasiums Freising

Emotionale Momente, starke Spieler

Die Inszenierung des Romans „Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury durch das Q 12 P-Seminar „English Theatre“ des Dom-Gymnasiums unter der Leitung von Ines Baumer beginnt stark und ganz ohne Worte. Ein Moment maximaler Gespanntheit, bis drei Feuerwehrleute in voller Montur auf die Bühne stürmen, und das an innerer und äußerer Dramatik reiche Geschehen um die Protagonistin Guy Montag seinen Lauf nimmt.

Freising – Die vom Autor selbst geschriebene Theaterfassung hatten die Schüler für ihre Aufführung in der Aula des Dom-Gymnasiums gekürzt und teilweise geändert. Und gerade die Änderungen zeigten, dass sie Bradleys Warnung vor der Zerstörung des Interesses an Büchern mit sich und der Gegenwart in Zusammenhang zu bringen wussten: beim Posieren der Paramedics für ein Selfie vor der bewusstlosen Mildred Montag nach einer Überdosis Beruhigungstabletten oder auch beim Einblenden des auf der documenta 14 in Kassel gezeigten Werks „The Parthenon of Books“ der argentinischen Künstlerin Marta Minujín als Zeichen gegen das Verbot von Texten und die Verfolgung ihrer Verfasser. Oder auch beim Bekenntnis der alten Mrs. Holden gegen das Regime und für ihre Bücher, bei der Fortschreibung von Captain Beattys Belehrung über die schrittweise sich entwickelnde und nicht von oben angeordnete Ablehnung von Literatur, Kultur und selbstständigem Denken durch an die Wand projizierte Emojis.

Ein Stück der Kontraste – hier gut erkennbar an den Kostümen – bekamen die Zuschauer zu sehen.

Feinsinnig wurden durch Licht und Kostüme Akzente gesetzt, um die für die Schönheit der Natur empfängliche Clarisse dem sinnlosen Wüten der Feuerwehrleute gegenüberzustellen: Blumenkranz und Blumenkleid gegen schwarze Lederjacken und schwarz glänzende Stiefel. Wunderbar war auch die Idee, den pensionierten Literaturprofessor Faber Klavier spielen zu lassen – einmal, um den Tanz Clarisses zu begleiten, ihre Frage „Are you happy?“ leichtfüßig zu untermalen, dann wieder, um Guy Montags Leben als Feuerwehrfrau eine neue Ausrichtung zu geben.

Das mit Hilfe eines Beamers an die Wand der Aula projizierte Flammenmeer, in dem die alte Mrs. Holden umkommt, kletterte eindrucksvoll hinauf bis in den zweiten Stock. Videoeinspielungen zum Mechanischen Hund und zur Verfolgung Bücher lesender Staatsfeinde, trugen – sorgsam dosiert – zur Dramatisierung des Handlungsgeschehens bei. Beachtlich auch die Filmsequenz zur Verschleierung der Flucht Guy Montags, die die Schüler eigens mit einer Drohne im Winter in den Isarauen gedreht hatten.

Zum Gelingen der vier Theaterabende trugen vor allem die Schauspieler selbst bei. Ausnahmslos jede Rolle war so gut besetzt, dass das Publikum sich niemand anderen hätte vorstellen können, als genau diesen Schüler in genau dieser Rolle.

Mühelos gelang die Umsetzung von Simultanhandlungen: das Zappen durch verschiedene Fernsehprogramme bei gleichzeitigem Wechsel gesprochener Nachrichten mit jeweils an den Inhalt angepasstem Sprachduktus oder das Einflüstern Fabers von Zitaten aus Romanen, die Guy Montag im Kampf gegen ihren Vorgesetzten Captain Beatty um Bruchteile von Sekunden verzögert nachsprach. Beeindruckend war auch die Schlussszene, in der die Schüler selbst gewählte Zitate aus literarischen Werken unterschiedlicher Zeiten und Kulturen in Englisch, Deutsch, Spanisch und Griechisch rezitierten, um sie vor dem Vergessen zu bewahren.

Der lange Applaus des Publikums am Ende einer jeden Aufführung war der wohl verdiente Lohn für viele Wochen intensiver Probenarbeit.

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