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Baulandmodell gegen Siedlungsdruck: Fahrenzhausen beschließt Konzept ohne Stimme des Bürgermeisters

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Von: Nico Bauer

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Mit seinem Baulandmodell orientiert sich Fahrenzhausen an Kommunen im Landkreis Dachau.
Mit seinem Baulandmodell orientiert sich Fahrenzhausen an Kommunen im Landkreis Dachau. © Büttner/dpa

Um dem Siedlungsdruck etwas entgegenzusetzen, reagiert Fahrenzhausen mit einem Baulandmodell. Der Bürgermeister votierte nicht dafür.

Fahrenzhausen – Der Siedlungsdruck mit explodierenden Mieten und Grundstückspreisen ist auch in der Gemeinde Fahrenzhausen zunehmend spürbar. Nun hat der Gemeinderat reagiert: Gegen die Stimme von Bürgermeister Heinrich Stadlbauer wurde das Baulandmodell beschlossen, bei dem die Kommune vor der Aufstellung neuer Bebauungspläne 50 Prozent der Grundstücksfläche ankaufen kann.

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Das System sieht vor, dass die Gemeinde vor der Aufstellung eines Bebauungsplans 50 Prozent der Fläche zum marktüblichen Preis ankaufen darf, um die städtebaulichen Ziele der Planung erreichen zu können. Die Grundstücke sollen in einem Einheimischenmodell dann an andere Bürger weiterverkauft werden. Im Landkreis Freising gibt es solche Satzungen kaum, aber Fahrenzhausen hat sich an einigen Kommunen im Landkreis Dachau ein Beispiel genommen.

Das Baulandmodell bietet einen Sonderpassus mit der Rückhaltung von Flächen für die eigene Familie. Der Grundstücksbesitzer kann für sich und jedes seiner Kinder eine Bruttofläche von 600 Quadratmetern zurückbehalten. In diesen Fällen wird der Eigenbedarf der Grundstücksbesitzer über eine Selbstnutzungsvereinbarung abgesichert.

Im Innenbereich wird es nicht angewendet

Das Fahrenzhausener Baulandmodell wird nicht angewandt im Innenbereich von Ortschaften oder in den Bereichen bereits gültiger Bebauungspläne. Erste Anwendungsbereiche sind die potenziellen Wohnflächen, die im Flächennutzungsplan vermerkt sind. Hier muss mit der Aufstellung von Bebauungsplänen noch das Baurecht geschaffen werden.

Der Gemeinderat hatte sich nichtöffentlich bereits länger mit dem Baulandmodell befasst und verabschiedete schließlich die Leitlinie mit 13:3 Stimmen in der öffentlichen Sitzung. Diesmal gab es auch keine kontroversen Diskussionen mehr. Nur Bürgermeister Heinrich Stadlbauer, der als einer von drei gegen das Modell votierte, machte seinen Standpunkt deutlich. Er sagte, dass es rechtliche Bedenken gegen Teile der Richtlinie gebe. Deshalb werde er das vierseitige Papier von Fachleuten überprüfen lassen.

Die mehrheitlich für das Modell stimmenden Gemeinderäte nahmen das gelassen zur Kenntnis. Die Befürworter verlassen sich darauf, dass nicht weit entfernte Gemeinden im Nachbarlandkreis Dachau rechtlich keine Schwierigkeiten hatten, aber dafür mit der Vorgehensweise gute Erfahrungen gemacht haben.

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