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Kammerberger treten nicht mit eigener Liste an: Pläne erstmal auf Eis gelegt

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Von: Nico Bauer

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Es war eine lange, hitzige Debatte: Da sich die 735 Bürger aus Kammerberg kommunalpolitisch unterrepräsentiert fühlen, wurde laut über eine eigene Liste nachgedacht. © Nico Bauer

Kammerberg ist für seine aktuell 735 Einwohner seit Jahren unterrepräsentiert im Gemeinderat Fahrenzhausen – und das empfinden viele als Ärgernis. Deshalb gab es Überlegungen für eine eigene Kammerberger Liste bei der Kommunalwahl 2020, doch die haben sich nach der Diskussion am Mittwochabend wieder erledigt.

Kammerberg – Die Kammerberger Ortssprecherin hatte eingeladen und stellte den 25 Gästen ihre Vorarbeit vor. Eine eigene Liste für den Ort sei rechtlich möglich, aber mit viel Arbeit verbunden. Sie zeigte die Vorteile auf– wie etwa mindestens einen sicheren Platz im Gremium, das in Fahrenzhausen von 16 auf 20 Personen wachsen wird. Andererseits bestehe die Gefahr einer schwierigen Zusammenarbeit mit anderen Gruppierungen. Es könne das Vorurteil entstehen, dass die Liste nur auf Kammerberg schaue und nicht auf die gesamte Gemeinde.

Weitere Fragen einer Liste wären dann auch noch ein eigener Bürgermeisterkandidat oder die Einbeziehung von Nachbarorten wie Bachenhausen und Viehbach. Die Diskussion war kurz, knackig und sehr emotional. Es gab einige Befürworter einer eigenen Liste, auf der bis zu 20 Kandidaten für den Gemeinderat stehen können. Es wurden Stimmen laut, dass es für eine solche Liste dann auch mindestens zehn Kandidaten geben müsse. Genau diese Meldungen blieben in der Versammlung aber aus. Darüber hinaus warnte Bürgermeister Heinrich Stadlbauer, den Aufwand aller Beteiligten nicht zu unterschätzen: „Ich hatte selbst schon einmal eine eigene Liste und weiß zu gut, dass das nicht an zwei Abenden getan ist. Die Köpfe von der Liste müssen sich engagieren und mitdenken.“

Einer dieser Köpfe von Kammerberg ist zweifelsohne der von der engagierten Ortssprecherin Hedwig Messner. Diese bekräftigte jedoch, dass sie definitiv nicht für den Gemeinderat kandidieren werde. 2014 war sie knapp gescheitert. Letztlich entschied man sich dazu, dass mindestens drei Kammerberger auf die Listen der bestehenden Parteien gehen sollen. Zudem müsse man die Kammerberger dafür gewinnen, dass sie die Kandidaten aus Kammerberg mit den maximal möglichen drei Stimmen unterstützen. Genau das hat in der Vergangenheit nicht funktioniert. Aktuell haben die Kammerberger einen Gemeinderat mit Norbert Kopocz. Er zog über die Liste der Freien Wähler in das Gremium ein und kündigte an, diesmal bei der CSU anzutreten.

Die Christsozialen haben mit Sandra Diemer noch eine weitere Person aus Kammerberg überzeugt. In der Versammlung meldete sich dann Martin Resch, der auch für das kommunalpolitische Ehrenamt kandidieren möchte.

Mit drei Kandidaten sieht Hedwig Messner Kammerberg gut aufgestellt. Die eigene Liste hat sich mit diesem Abend für die Wahl 2020 erledigt. Sollten die Kandidaten aus dem Ort auf den verschiedenen Listen nicht genug Stimmen bekommen, dann wird die Diskussion der eigenen Kammerberger Liste in sechs Jahren wieder ein Thema. So mancher Gast des Abends verließ den Raum dann aber durchaus enttäuscht bis verärgert.

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