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Räte befürworten neue FCA-Sporthalle - gegen die Stimme des Bürgermeisters

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Von: Nico Bauer

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Für die neue Halle des FCA Unterbruck weichen müssten zwei Tennisplätze und ein Teil eines selten genutzten Parkplatzes.
Für die neue Halle des FCA Unterbruck weichen müssten zwei Tennisplätze und ein Teil eines selten genutzten Parkplatzes. © Nico Bauer

Der Gemeinderat Fahrenzhausen will gegen den Willen von Bürgermeister Heinrich Stadlbauer dem FCA Unterbruck den Bau einer Sporthalle ermöglichen.

Fahrenzhausen - Bei dem Thema hatte es zuletzt schon gewaltig geknistert, und nun kam es im Gemeinderat Fahrenzhausen zur Explosion: Das Gemeinderatsgremium Fahrenzhausen will dem örtlichen SPortverein den BAu einer Halle ermöglichen. Der Rathauschef sieht das Projekt angesichts einer langen Liste von Pflichtaufgaben kritisch.

Die Mehrheit des Gremiums blieb aber hart und beschloss weitere Voruntersuchungen für den Hallenbau auf dem Sportgelände.

Für Stadlbauer bedeutet die Initiative des Sportvereins für einen Hallenbau die Frage, ob man sich in Zukunft eine oder zwei Hallen leisten kann und will. Schließlich muss die Mehrzweckhalle im Ortszentrum mittelfristig durch einen Neubau ersetzt werden. Auf die Verbindung von zwei Hallen zielte auch ein Fragenkatalog der Gemeinderätinnen Eva Stocker und Renate Selmeier ab. Die beiden und der Bürgermeister wollten erst einmal den Hallenbedarf in der Gemeinde ermitteln.

Warnung vor Schulden

In der Diskussion platzte dann Eva Stocker der Kragen. „Ich fühle mich nicht mitgenommen“, schimpfte die Bürgervertreterin und warnte davor, dass die Gemeinde mit dem laufenden Neubau des Kinderhauses, dem dann folgenden Rathaus-Neubau und weiteren Pflichtaufgaben nicht nur bestehende Rücklagen aufbrauche, sondern auch Schulden machen müsse. Sie denke an das Schulumfeld, wo man den Neubau der Mehrzweckhalle verbinden müsse – mit Hort, Mittagsbetreuung und Ganztagsschule. Stocker forderte auch eine gewisse Gerechtigkeit gegenüber anderen Vereinen und bemängelte, dass in der Gemeinde für Senioren noch nichts gemacht wurde.

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Die für die Halle sprechende Mehrheit des Gemeinderats kritisierte dagegen den Fahrenzhausener Dauerstillstand. „Wir diskutieren das Thema schon seit mehr als 20 Jahren“, sagte Astrid Wildgruber-Bolesczuk, „die Situation ist beschämend für eine aufstrebende Gemeinde im Münchner Norden.“ Das unterstützte dann auch Christian Kislinger, der als Kassier des FCA Unterbruck auch Antragsteller ist: „In meinen sieben Jahren als Gemeinderat ist nichts passiert. Als ich Viertklässler war, hatte ich schon Sportunterricht in der Mehrzweckhalle.“

Vorwurf an Ortschef

Robert Kern hatte als Architekt dem Sportverein kostenfrei eine erste Hallenzeichnung zu Papier gebracht und betonte, dass eine solche Lokalität ein Angebot für die gesamte Bevölkerung darstelle. Dem Bürgermeister („Es ist kein Geheimnis, dass du gegen die Halle bist“) warf Kern vor, dass dieser bewusst hohe Baukosten über mehrere Millionen in den Raum stelle, um die Idee zu beschädigen. Kern hatte hingegen einen Plan erstellt für eine Halle, die ohne Besonderheiten auskommt und so bewusst günstig gehalten wird.

Vize-Bürgermeister Andreas Karl forderte ein Ende der Diskussion, „die wir so schon vor sechs Monaten geführt haben. Das Ergebnis wird das gleiche sein.“ Das brachte Eva Stocker noch mehr auf die Palme: Die Mehrheit wolle die Halle einfach nur durchbringen. Dem widersprach Robert Kern, der bei Voruntersuchungen jederzeit die Chance sieht, eine Halle auf dem Sportgelände zu stoppen.

Mit 3:13 Stimmen lehnte der Gemeinderat ab, dass externe Büros die noch offenen Punkte des Fragenkatalogs von Eva Stocker und Renate Selmeier klären. Dabei wäre es unter anderem um den Bedarf in der Gemeinde für zwei Hallen gegangen. Der grundsätzliche Antrag des Sportvereins FCA Unterbruck für den Bau einer Halle wurde mit 10:6 Stimmen beschlossen. Mit 12:4 endete die Abstimmung über 35 000 Euro, die die Gemeinde dem Verein für die Grundlagenermittlung zur Verfügung stellt. Am Ende dieser konkreteren Untersuchung soll dann auch eine erste Kostenschätzung über den Hallenbau und die jährlichen Unterhaltskosten stehen. Den Verwaltungsvorschlag, eine Investitionskostenermittlung für einen Hallen-Neubau im Ortszentrum sowie den Neubau von zwei Hallen aufzustellen, lehnte der Gemeinderat mit 12:4 ab.

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