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Hoch die Beinchen hieß es beim amüsanten Pariser Schildkrötenballett.

„Karneval der Tiere“ am Schafhof

Die Elefantendame tanzt Walzer

An tierischen Witzen und Wortspielen mangelte es nicht, als nun im Rahmen des Freisinger Musiksommers Camille Saint Saens „Karneval der Tiere“ zur Aufführung kam.

Freising – An tierischen Witzen und Wortspielen mangelte es nicht, als am Samstagnachmittag im Rahmen des Freisinger Musiksommers am Schafhof Camille Saint Saens „Karneval der Tiere“ zur Aufführung kam. Eines der populärsten Stücke der klassischen Musik hat seine Anziehungskraft nicht verloren. Der Verein 3Klang, der das Spektakel ausgerichtet hatte, durfte sich über einen riesigen Ansturm von Besuchern freuen. Das Konzert für Kinder war Teil des „Jazzwochenende“, das passend zum Jahresthema „Sound“ des Europäischen Künstlerhauses von dessen Leiter Eike Berg, in Zusammenarbeit mit dem Verein 3Klang organisiert worden war (Bericht folgt).

Sprecherin Tanja Maria Froidl ließ die „zoologische Fantasie“ des französischen Komponisten lebendig werden. Ihre Stimme, die den meisten Freisingern von ihren vielfältigen Auftritten als Mezzosopranistin wohlbekannt ist, war auch auf den hinteren Plätzen gut zu hören. Das war auch gut so, denn das Tonnengewölbe im Schafhof war proppenvoll. Begleitet wurde sie vom 3Klang-Orchester „Trisono“, das sich ganz klassisch in Schwarz-Weiß auf der Bühne postiert hatte. „Wir wollten den Kindern zeigen, wie ein richtiges Orchester sich kleidet“, sagte 3Klang Geschäftsführer Gottfried Herrmann. „Wir schwitzen wie die Schweine“.

Proppenvoll war das Tonnengewölbe im Schafhof.

Apropos Schwein: Das Erdferkel hatte verweinte Augen, als der Kuckuck im schlecht sitzenden Federkleid seinen zu Herzen gehenden Gesang beendet hatte. Dass die Kinder bei dieser instrumentalen Darbietung, die ziemlich zum Schluss der Komposition angesiedelt ist, noch bei der Stange gehalten werden konnten, dazu hatte sich Orchesterleiter Thomas Fink eine witzige List ausgedacht. „Wer kann mir sagen, wie oft der Kuckuck schreit?“ Solistin Tina Hermann an der Klarinette ließ exakt 21 Töne erklingen. Unter Fanfarenklängen und mit Gebrüll waren zum Beginn des Karnevalsfestes die Löwen eingezogen. Die Elefantendame tanzte Walzer: „Stampf, zwei, drei – stampf, zwei, drei“ ging es schwerfällig über das Parkett.

Recht leichtfüßig und taktvoll sollte das Pariser Schildkrötenballett seine Beine heben. Doch wie sie zu Offenbachs feurigem „Cancan“ mit dem Temperament einer Schlaftablette daherkamen, das sorgte für viele Lacher. Sogar die Fische im Aquarium ließen Seifenblasen steigen. Eine sehr nette Inszenierung, die trotz der schweißtreibenden Temperaturen unter dem Tonnengewölbe mit lang anhaltendem Beifall bedacht wurde.

Maria Martin

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