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Ehrenamtliche Helfer unterstützen Familien im Alltag – damit sich die Eltern zumindest ein paar Stunden erholen können. foto: Dpa

Familienpaten und wellcome in Freising

„Für Familien ist das eine große Erleichterung“

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Es gibt Tage, an denen die Kraft weg ist. Tage, an denen man als junge Eltern einfach nur eine Mütze Schlaf herbeisehnt. Doch wer kann helfen? Die Antwort: Ehrenamtliche zweier Projekte, die im ganzen Landkreis aktiv sind. Doch in manchen Gegenden des Landkreises fehlen freiwillige Helfer.

Landkreis – Kinder können Eltern an ihre Grenzen bringen. Da ist es egal, ob man alleinerziehend oder zu zweit ist: Ab und an bräuchte man eine Auszeit. Doch wer passt dann auf die kleinen Racker auf?

Die Antwort: Familienpaten. Bei der Caritas Freising hat man 2012 bereits erkannt, dass Hilfestellungen für Eltern mit Kindern im Alter von bis zu sechs Jahren heutzutage nicht schaden können. „Die Zeiten ändern sich“, erklärt Ingrid Mosner-Fischer, die Projektleiterin der „Familienpaten“. Früher habe man den Nachwuchs für ein paar Stunden der Oma oder der Tante anvertraut – „jetzt arbeitet man aber oft weit weg von zuhause und hat vor Ort keine Verwandtschaft“. Dann springen für wenige Stunden pro Woche eben die Paten ein – „alles Ehrenamtliche“ – und entlasten die Mamas und Papas. Die können in der Zeit dann machen, was Ihnen beliebt: Schlaf nachholen, Einkaufen gehen, sauber machen – all das, wofür mit einem oder mehreren Kindern keine Zeit bleibt.

Und die Nachfrage ist alles andere als gering: Erst kürzlich wurde die 76. Patenschaft seit Bestehen des Programms abgeschlossen – pro Jahr sind’s im Schnitt ungefähr 15. Doch auch der Caritas sind Grenzen gesetzt: „Uns fehlen die Ehrenamtlichen.“ Mittlerweile gibt es eine Warteliste, auf der vor allem Familien stehen, die nicht aus Freising, sondern aus allen anderen Ecken aus dem Landkreis kommen. Das Problem: „Viele unserer Helferinnen kommen aus Freising und sind Seniorinnen. Denen können wir nicht zumuten, im ganzen Landkreis umherzufahren.“ Deshalb sucht Mosner-Fischer vor allem Freiwillige aus dem Umkreis der Domstadt – um so viele Orte wie möglich abdecken zu können.

Die Paten sollen Bezugsperson für die Kinder sein, werden von der Caritas entsprechend geschult – und das Konzept hat sich bewährt. Manche Ehrenamtler sind bereits seit fünf Jahren in Familien und unterstützen nicht nur beim ersten, sondern auch beim zweiten oder dritten Kind: „Da haben sich richtige Freundschaften entwickelt“, sagt Mosner-Fischer. „Das muss man den Menschen mitteilen: Dass sie sich auch bei uns ehrenamtlich engagieren können. Und ich kann sagen: Das gibt einem wahnsinnig viel.“

So sieht das auch Ursula Betz, die das Projekt Wellcome vom Zentrum der Familie leitet. Das Prinzip ist ganz ähnlich: Ehrenamtliche unterstützen Familien, die ein paar Stunden Hilfe benötigen – mit einem Unterschied. Sie betreuen nur Familien, in denen das Kind im ersten Lebensjahr ist. Dahinter steckt ein hohes Maß an Koordinierungsarbeit: „Manche Helfer können nur abends, manche nur tagsüber – auch die Dauer ist unterschiedlich“, erklärt Ulrike Betz. Die ausgebildete Erzieherin vollbringt wahre Organisationswunder – und versucht, für jede Anfrage eine passende Mitarbeiterin zu finden – oder auch einen passenden Mitarbeiter: Immerhin ein Mann ist im Gegensatz zur Caritas im Pool der Ehrenamtlichen enthalten.

Die Hilfe für Familien ist auch zeitlich begrenzt: „Zwei, maximal drei Monate sind unsere Helfer vor Ort.“ Die Bedürfnisse der Mamas und Papas sind auch hier unterschiedlich – meistens ist aber auch Schlafmangel der Beweggrund. „Der kommt mit einem Baby immer zu kurz“, erklärt Betz. Aber: „Das Beste, was der Familie passieren kann, ist, dass es der Mutter gut geht.“ Da sei es dann gut zu wissen, dass jemand da ist, der sich professionell um die Kleinen kümmert. Schließlich werden die Ehrenamtler geschult, im persönlichen Gespräch vorgestellt und müssen auch ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Wie bei der Caritas, setzt man auch beim Zentrum der Familie auf hohe Transparenz und Qualität. „Und für die Familien sind diese Angebote eine große Erleichterung.“

Über mangelnde Beteiligung kann Betz auch nicht klagen: Sie schöpft aus einem Pool von 30 Ehrenamtlichen, die mal mehr, mal weniger aktiv sind. Doch Sorgenfalten treibt ihr die Situation in den Südgemeinden Eching und Neufahrn auf die Stirn. „Dort sind wir momentan schlecht besetzt.“ Sie sucht vor allem in dieser Gegend nach Interessierten, die helfen möchten – damit auch dort Mamas und Papas mal eine Mütze voll Schlaf bekommen können.

Gut zu wissen

Wer sich ehrenamtlich bei einem der Projekte engagieren will, kann sich an Ingrid Mosner-Fischer (Caritas), Tel. (0 81 61) 5 38 79 30 oder Tel. (0 87 61) 98 96, sowie an Ursula Betz, Tel. (0 81 61) 48 93 11, wenden. Auch per E-Mail kann man Kontakt aufnehmen: ingrid.mosner-fischer@caritasmuenchen.de oder freising@wellcome-online.de.

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