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Eindrucksvolle Architektur: So soll das stationäre Hospiz am Sternweg in Erding aussehen. Mit seiner Eingeschossigkeit passt es sich gut in die Siedlung ein. Der Architekt wollte ein klinikartiges Gebäude bewusst vermeiden

Stationäres Hospiz in Erding

Das „fantastische“ Projekt der Freisinger Stifter Folger

Das Projekt eines stationären Hospizes in Erding nimmt Gestalt an. Dahinter steht das Stifter-Ehepaar Marianne und Werner Folger aus Freising. 

Erding/Freising Die Pläne für das stationäre Hospiz am Sternweg in Erding sind konkret. Die ersten Entwürfe zeigen: Der Bau wird auch architektonisch eine Bereicherung. Stifterin Marianne Folger aus Freising, Geschäftsführer Thomas Heim und Architekt Edwin Effinger mit Büros in München und Berlin stellten das Projekt nun vor.

Wann mit dem Bau begonnen werden kann, hängt an den Firmen. „Deren Auftragsbücher sind voll. Wir wollen einen Generalunternehmer. Im Moment sieht es nach dem vierten Quartal 2020 aus. Wir suchen aber weiter, um früher starten zu können“, versprach Folger. Das Grundstück, das die Stadt geerbt hat und der Stiftung im Erbbaurecht überlässt, ist 2800 Quadratmeter groß, die Grundflächen in Unter- und Erdgeschoss werden jeweils gut 1000 Quadratmeter messen. Bauherr und Betreiber wird die von Werner und Marianne Folge gegründete MWS-Stiftung sein. Mit Thomas Heim gibt es auch schon einen Geschäftsführer.

Ein absolut imposanter Bau

Architekt Edwin Effinger hat einen imposanten Bau entworfen, der nur ein Geschoss aufweisen wird, damit sich das Hospiz in die Wohnbebauung am Sternweg eingliedert. „Ich wollte unter allen Umständen einen Komplex, der wie ein Krankenhaus aussieht, vermeiden“, berichtete Effinger. Das ist ihm gelungen. Er hat ein kelchartiges Gebäude entworfen. Markant sind dessen beiden offenen Bögen. Alle zwölf Zimmer weisen eine Terrasse und einen direkten Zugang in den Garten auf. Sie sind raumhoch wärmeschutzverglast. Der Garten ist leicht abschüssig und mündet stufenartig in ein mit Bäumen besetztes Rondell. Die Freifläche ist 1600 Quadratmeter groß. Im dahinter liegenden Halbkreis befinden sich die Behandlungs- und Arzträume. Aufgefangen werden die Bögen von einem kirchenartigen Raum der Stille, der unter anderem von Besprechungs- und Aufenthaltsräumen flankiert wird. Alle Funktionsräume wie Umkleiden, Wäscherei und Haustechnik sind im Keller untergebracht. In der Küche wird täglich frisch gekocht.

Die Hospizvereine sind dabei sehr wichtig

Marianne Folger berichtete, dass man frühzeitig damit beginnen werde, Personal einzustellen. vor allem Palliativ-Care-Fachkräfte. „Sie sollen schon vor der Eröffnung angestellt werden, damit sie sich gut einarbeiten und zueinanderfinden können“, kündigte die Stifterin an. Benötigt werden nach Angaben von Rita Gabler vom Palliativteam Erding darüber hinaus Psychoonkologen und Hospizhelfer. Eigene Ärzte würden nicht eingestellt. „Die Hausärzte spielen wie bei der ambulanten Versorgung eine große Rolle“, erklärte Gabler.

Ohne die Palliativteams und die Hospizvereine aus Erding und Freising werde es nicht gehen. „Wir sehen Kooperationsverträge vor“, so Folger. Heim rechnet mit 25 vollen Stellen, „immer acht werden im Schichtbetrieb im Haus sein“. Ihr Wunsch sei es, „ein angenehmes Ambiente zu schaffen“, um die Bewohner in den letzten Wochen ihres Lebens liebevoll begleiten zu können. Zwei bis vier Wochen beträgt die Aufenthaltsdauer im Schnitt. Die Kosten tragen die Krankenkassen.

Marianne Folger: Supertolle Zusammenarbeit

Folger will darüber hinaus einen Förderverein gründen – „weil wir mehr bieten wollen als nur das medizinisch-pflegerisch Notwendige“. Hier gehe „ein Traum in Erfüllung“, schwärmte Gabler. Burkhard Köppen vom Hospizverein Erding sprach einem „fantastischen Projekt“. Erdings OB Max Gotz meinte: „Das Hospiz bringt die Bürgergesellschaften in Erding und Freising weiter und näher zusammen. Das Engagement der Folgers sei ein „außergewöhnlicher, menschlicher Farbtupfer“. Folger selbst lobte die „supertolle Zusammenarbeit“.

Lesen Sie auch: Der Traum vom Hospiz wird wahr:

Freisinger Familie finanziert Millionen-Projekt

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