Wohnbauprojekt

„Finkennest“: Bürger droht Stadt mit strafrechtlicher Verfolgung

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Freising – Das „Finkennest“, das im Anschluss an die Bebauung entlang der Isarstraße an der Ecke Isar- und Finkenstraße entstehen soll, trifft bei den Nachbarn und Anwohnern auf heftigsten Widerspruch. Ein Bürger wittert gar Mauschelei und droht mit strafrechtlicher Verfolgung.

Auf vielen Seiten Papier haben sich Bürger im Rahmen der öffentlichen Auslegung der Pläne gegen das Wohnbauprojekt ausgesprochen und Beschwerde geführt. Doch bis auf eine Änderung des Stellplatzschlüssels hält die Stadt an der vorgelegten Planung fest, wie am Mittwoch im Planungsausschuss bei der Abwägung der Einwendungen einstimmig beschlossen wurde.

Die Bürger bemängelten beispielsweise, dass schon die Wohnblöcke entlang der Isarstraße und jetzt auch das Vorhaben „Finkennest“ viele Belastungen für die Nachbarschaft mit sich bringe, denen bisher von Planer- und Stadtseite keine Rechnung getragen worden sei. In einer E-Mail beklagt ein Bürger, dass das Projekt mit seinem sechsgeschoßigen Bau an der Ecke Isar-/Finkenstraße „in keinster Weise den baulichen Voraussetzungen der Stadt Freising entspricht“. Der Mann wittert deshalb gar Mauschelei. „Ich fordere von den zuständigen, verantwortlichen Mitarbeitern, insbesondere auch vom Oberbürgermeister, eine klare Stellungnahme und möchte darauf hinweisen, dass bei einer Genehmigung des ausgewiesenen Projekts in der vorgestellten Ausführung eine strafrechtliche Verfolgung des zuständigen Genehmigungsausschusses, insbesondere bezogen auf Korruption, von meiner Seite aus gestellt wird“.

Und weiter schreibt er: „Das Verhalten der Stadträte und auch des Herrn OB ist untragbar gegenüber den Freisinger Bürgern.“ Nicht ganz so drastisch, aber immerhin doch „sehr erschrocken, in welch großem Ausmaß dort gebaut werden soll“, äußerte sich auch ein anderer Bürger. Immerhin sollen im „Finkennest“, wie das Projekt liebevoll vom Vorhabensträger getauft wurde, insgesamt 57 Wohneinheiten in den drei Hauptbaukörpern entstehen.

Die Träger öffentlicher Belange hatten hingegen keine gravierenden Einwände. Nun wird die 2. Änderung des Bebauungsplans Nr. 128 A „Schwabenau II – Am Angerbach“ neuerlich ausgelegt.

Gegen einen anderen Bebauungsplan – nämlich den für den Nordwestteil des Steinparks, wo bekanntlich beispielsweise ein Hotel entstehen soll – gab es keine Bürgereinwände. Dafür drängte bei diesem Tagesordnungspunkt Sebastian Habermeyer (Grüne) darauf, dass vor dem Satzungsbeschluss die Stadträte nichtöffentlich und ausführlich darüber informiert werden, zu welchen Konditionen das Areal verkauft werden soll. Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher sagte das zu, weshalb Habermeyer seinen Geschäftsordnungsantrag, dafür im Planungsausschuss die Nichtöffentlichkeit herzustellen, zurückzog.

Rubriklistenbild: © dpa

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