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Wollen helfen: Fischzüchter Peter Baumgartner (l.) im Gespräch mit (weiter v. l.) den Kreisräten Beate Frommhold-Buhl und Peter Warlimont, Landtagsabgeordnetem Florian von Brunn, Ortsvorsitzendem Markus Grill und Kreischef Andreas Mehltretter.

Genossen setzen sich für betroffene Betriebe ein

Fisch-Skandal in Freising: SPD fordert Landrat zum Handeln auf

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Nach dem Malachit-Skandal in Freising stärkt die SPD den betroffenen Fischerei-Betrieben den Rücken - und fordert von Landrat Josef Hauner konkrete Maßnahmen.

Freising – Die Sonne scheint und die Moosach plätschert gemächlich dahin. Doch die idyllische Szenerie trügt: Ein paar Meter weiter, im Freisinger Parkcafé, geht es um die Existenz der Fischereibetriebe von Peter Baumgartner und Benjamin Nadler, deren Tiere mit Malachitgrün verseucht wurden. Um sie zu unterstützen, hat der SPD-Kreisverband am Dienstag zu einem Pressegespräch eingeladen. Dabei sah Umwelt- und Verbraucherschutzexperte Florian von Brunn vor allem das Landratsamt Freising in der Pflicht, sich zu erklären.

Die Situation sei „dramatisch“, sagte SPD-Kreischef Andreas Mehltretter. „Es geht um zwei völlig unschuldige Freisinger Betriebe, deren Existenzen auf dem Spiel stehen.“ Es sei bezeichnend, dass man jetzt, fast ein Jahr, nachdem es im Juni 2018 erste Anzeichen für die „Malachit-Affäre“ gegeben habe, „substanziell noch nicht weitergekommen“ sei. Mehltretter und seine Parteikollegen nehmen die Behörden in die Pflicht. „Wir erleben seit einem Jahr immer wieder ewige Verzögerungen.“ Informationen würden nur schleppend weitergegeben, die betroffenen Betriebe seien viel zu spät informiert worden. „Das ist ein klares Versäumnis“, betonte der Kreischef.

Fisch-Skandal in Freising: SPD-Abgeordneter erhebt schwere Vorwürfe gegen Behörden

SPD-Landtagsabgeordneter Florian von Brunn sprach von einer „miserablen und unverantwortlichen Informationspolitik“. Der Bundesgerichtshof habe im April 2018 entschieden, dass Hygieneverstöße auch im Internet veröffentlicht werden sollen. Aus der Sicht des Verbraucherschutz-Experten müsse das Freisinger Landratsamt nun erklären, warum es den Malachit-Vorfall nicht publik gemacht habe. 

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Von Brunn forderte eine Kehrtwende – sowohl vom Landratsamt als auch vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Er fragte sich, warum noch kein praxisnaher Vorschlag entwickelt worden sei, der den Betroffenen zügig helfen könne. Stattdessen würden die Behörden den Fischzüchtern noch mehr Steine in den Weg legen. „Das mache ich dem Landrat zum Vorwurf – und auch dem Umweltminister, der sich noch gar nicht geäußert hat“, sagte der Landtagsabgeordnete.

Der Schaden, der Peter Baumgartner durch den Fisch-Skandal entstanden ist, lässt sich noch nicht genau beziffern. Der Freisinger rechnet mit bis zu einer halben Million Euro. Wer dafür aufkommt, ist unklar. Die Haftpflichtversicherung könnte greifen, doch dafür müsste der Züchter Bernd Kiffner, der seine Fische mutmaßlich mit dem verbotenen Arzneimittel Malachit behandelt hat, erst verurteilt werden. Laut dem SPD-Abgeordneten von Brunn müsse das Landratsamt nun klären, wie die Kosten der betroffenen Fischzüchter finanziert werden können – doch bis dato sei in dieser Hinsicht nichts geschehen, sagte Baumgartner. Immerhin die andauernde Beprobung habe das LGL übernommen.

Fisch-Züchter zeigt sich besonders von CSU enttäuscht

Andreas Mehltretter sieht Landrat Josef Hauner nun verantwortlich, für die beiden Freisinger Betriebe einzustehen. Hilfemöglichkeiten gebe es sicher. Es könnte zum Beispiel geprüft werden, ob Härtefall-Regelungen wie die Unterstützung der Landwirte im vergangenen Dürresommer greifen würden. „Wenn man will, dann geht schon was“, sagte Züchter Baumgartner. Was ihn besonders schmerzt: Baumgartner war lange Jahre CSU-Mitglied. Als er in den vergangenen Monaten keinerlei Unterstützung aus seiner Partei erfahren habe, sei er ausgetreten. „Da haben dann alle gefragt: Warum das denn?“ Und trotzdem habe niemand Hilfe angeboten.

Die Moosach ist noch immer mit Malachit belastet. Das Wasserwirtschaftsamt empfiehlt, Maßnahmen dagegen zu ergreifen. Das Problem: Zahlen müssen die Züchter.

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