Fiskus böse geprellt

Freising - Einen groß angelegten Sozialversicherungsbetrug im Kreis Freising deckte das Hauptzollamt Landshut auf. Ein Transportunternehmen hatte Fahrer schwarz beschäftigt und Scheinselbstständige eingesetzt - nebst anderen Betrügereien. Jetzt setzte es Freiheits- und Geldstrafen.

Die Inhaberin der Firma ließ laut Hauptzollamt Landshut kaum keine Masche aus, um Steuern und Abgaben zu sparen. So setzte sie über fünf Jahre Scheinselbstständige ein, um die Sozialversicherungspflicht zu umgehen. Daneben machte die Arbeitgeberin auch falsche Angaben hinsichtlich der tatsächlich bezahlten Löhne - sie gab ein zu niedriges Entgelt an. Außerdem waren einige Kurierfahrer komplett „schwarz“ unterwegs - es erfolgte also gar keine Meldung zur Sozialversicherung. Das „Steuersparmodell“ brachte der Firma 113 000 Euro, rechnete der Zoll nach.

Damit nicht genug: Das Transportunternehmen beschäftigte auch noch ausländische Kräfte ohne Arbeitsgenehmigung, stiftete weitere Mitarbeiter zur Beihilfe an und half drei Fahrern, unrechtmäßig einen Antrag auf Existenzgründerzuschuss zu stellen. Das Trio betrieb faktisch gar keine Firma, sondern gab sich - siehe oben - als Scheinselbstständige aus.

Das Amtsgericht Freising hat die Firmenchefin inzwischen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt - mit dreijähriger Bewährungsfrist. Für die Ordnungswidrigkeiten musste sie 27 000 Euro Bußgeld berappen. Bereits vor der Verurteilung hatte die Geschäftsführerin die veruntreuten Beträge (113 500 Euro) zuzüglich 45 000 Euro Säumniszuschläge bezahlt.

Laut Hauptzollamt gab es für die weiteren Beteiligten ebenfalls empfindliche Strafen - eine siebenmonatige Bewährungsstrafe und hohe Geldbußen.

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