BBV warnt Reisende vor Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest

Fleisch und Wurst am Urlaubsort lassen

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Landkreis – Die Afrikanische Schweinepest (ASP), die derzeit auf dem Vormarsch aus Osteuropa ist und sich bereits ihren Weg bis an die tschechische Grenze gebahnt hat (wir berichteten), ruft jetzt auch den Kreis-Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands (BBV), Gerhard Stock, auf den Plan. Er warnt aktuell alle Reisenden, die osteuropäische Länder (inklusive Russland) besuchen, von dort kein Schweinefleisch und auch keine Wurstwaren nach Deutschland einzuführen. Stock: „In fast allen Ländern Osteuropas sowie in Russland verbreitet sich die hoch ansteckende Afrikanische Schweinepest unter Wildschweinen unaufhaltsam, teils auch in Hausschweinebeständen aus.“ Aber nicht nur von dort drohe die Gefahr: „Auch auf der Mittelmeerinsel Sardinien ist die Afrikanische Schweinepest weit verbreitet“, erläutert Gerhard Stock: „Also bitte auch dort Fleisch oder Wurst am Urlaubsort lassen“, warnt der Freisinger BBV-Kreisgeschäftsführer.

Gegen das von Wildschweinen und über Lebensmittel verbreitete Virus gebe es laut Stock „keinen wirksamen Impfstoff, so dass bei einem Ausbruch der Schweinepest in einem lokalen Schweinebestand die Tiere des Betriebs und des Umfelds getötet und vernichtet werden müssen“. Für Menschen und andere Tiere als Haus- und Wildschweine bestehe hingegen laut BBV-Mitteilung durch die Afrikanische Schweinepest „keine gesundheitliche Gefahr“.

Gerhard Stock (BBV): „Gegen das Virus gibt eskeinen wirksamen Impfstoff“

Der BBV weist darauf hin, „dass der Erreger der Afrikanischen Schweinepest bereits in die deutschen Nachbarländer vorgedrungen ist“. In Polen halte das Seuchengeschehen bereits seit drei Jahren an, während vor vier Wochen die ersten Fälle aus Tschechien gemeldet wurden: „Experten schätzen das Risiko einer Einschleppung in weitere Länder der Europäischen Union als hoch ein.“

Das Virus halte sich in gekühltem, gefrorenem, gepökeltem und geräuchertem Fleisch sowie in daraus verarbeiteten Produkten sehr lange. Die ASP könne deshalb durch den Menschen verschleppt werden, „insbesondere dann, wenn Erzeugnisse von infizierten Haus- oder Wildschweinen unachtsam entsorgt werden“. Schon eine achtlos in den Mülleimer einer Autobahnraststätte geworfene Wurstsemmel kann von einem Wildschwein gefressen werden und das Virus so weiterverbreiten.

Die bayerischen Landwirte seien zunehmend besorgt, dass sich die Seuche nach Deutschland ausbreitet: „Insbesondere der freie Binnenmarkt und die hohe Mobilität der Menschen erhöhen die Gefahr der Einschleppung.“ Der BBV bittet daher Verbraucher, Tierhalter, Viehhändler und Jäger um höchste Vorsicht, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Besonders wichtig sind dabei eine strikte Hygienepraxis in den schweinehaltenden Betrieben, eine sorgfältige Beobachtung und konsequente Regulierung der Wildschweinbestände und große Achtsamkeit im Reise- und Transportverkehr.

Entscheidend sei auch „die sorgfältige Beobachtung und konsequente Regulierung der Schwarzwildbestände“, um der Gefahr einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest über Wildschweine entgegenzutreten. Gerhard Stock: „Bei Auffälligkeiten muss unverzüglich das zuständige Veterinäramt informiert werden. Für Jäger gilt: Reste von Schweinen, Wildschweinen oder Erzeugnissen mit Schweinefleisch dürfen im Wald nicht zum Anlocken von Wildschweinen oder anderen Tieren verwendet werden. Auf Jagdreisen nach Osteuropa sollte verzichtet werden.“ 

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