Asylantrag bewilligt - Flüchtlinge auf Arbeitssuche

Flüchtlinge auf Arbeitssuche: Die Sprache ist die wichtigste Job-Voraussetzung

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Freising – Der Arbeitsagentur geht die Arbeit so schnell gewiss nicht aus. Denn die steigende Zahl an Flüchtlingen heißt auch: Immer mehr Menschen müssen in Jobs gebracht werden. Inzwischen gibt es sogar ein Extra-Einsatzteam, das sich auf die Vermittlung von Asylbewerbern konzentriert.

 „Wir holen die Menschen dort ab, wo sie sind“, sagt Kathrin Stemberger, Sprecherin der Arbeitsagentur (BA). Dabei arbeite man eng mit Asylsozialbetreuern zusammen. „Von ihnen bekommen wir zugespielt, was für Potenziale wir haben, und wo gefördert werden muss.“ Fehlt es an der Sprache, oder müssen berufliche Qualifikationen verbessert werden?“ Die Sprachförderung steht aktuell im Fokus. „Das ist die wichtigste Voraussetzung zur erfolgreichen Integration“, betont Stemberger. „Wir haben in Kooperation mit diversen Bildungsträgern auf unbürokratische Weise viele Kurse aus dem Boden gestampft.“ 

Die Vermittlung von Deutschkenntnissen wird hauptsächlich vom Bundesamt für Migration und Flüchtlingen (BAMF), von den Berufsschulen und von Bildungsträgern übernommen. Dabei gibt es, je nach Bedarf, unterschiedliche Angebote – für den Analphabeten genauso wie für den studierten Juristen, der vor allem berufsspezifische Sprache vermittelt bekommt. 

Erst nach Anerkennung des Asyls können Flüchtlinge ohne rechtliche Hürden jede Beschäftigung aufnehmen.

Der Haken: Die Sprachangebote, die das BAMF anbietet, gelten nur für Bewerber mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit. So werden derzeit Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea, Irak und Iran vorrangig gefördert, wie Stemberger erklärt. Menschen aus Afghanistan, deren Chancen auf Asyl in den letzten Monaten gesunken sind, haben indes schlechte Karten. Ausgesperrt von sämtlichen Fördermaßnahmen sind aber auch sie nicht, betont Stemberger – dank vieler Angebote, die von Kommunen selbst auf die Beine gestellt werden, und diverser Online-Programme, die via Smartphone abgegriffen werden können: etwa die App „Ankommen“, die von der BA, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, dem Bayerischen Rundfunk und dem Goethe-Institut entwickelt wurde. Sie ist ein informativer Wegbegleiter für Neuankömmlinge. In Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch und Forsi gibt es eine Übersicht über alles, was wichtig ist: Tipps zum Lebensalltag, Hinweise zu den Themen Asyl, Ausbildung und Arbeit sowie die Vermittlung erster alltagstauglicher Sprachkenntnisse. 

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Um Asylbewerber in den Arbeits- oder Ausbildungsmarkt zu bringen, gibt es auch „intensive berufsorientierte Unterstützung“, berichtet Stemberger. „Hier können wir Asylbewerber aller Nationen fördern, sofern eine positive Bleibeprognose vorliegt.“ Für Erwachsene gibt es Bewerbungstraining, Coaching und Hilfe bei der Stellensuche. Zudem werden betriebliche Praktika vermittelt. Jugendliche werden unter anderem über die Beschäftigungspraxis in Deutschland informiert, etwa über das duale System – das Ganze ebenfalls gekoppelt mit Praktika. 

Auch die Arbeitgeberseite wird unterstützt – beratend und finanziell. „ So gibt es unter anderem Eingliederungszuschüsse für die Unternehmen, die in Fördermaßnahmen investiert werden können“, sagt Stemberger. Selbst ausgebildete Fachkräfte benötigen zumeist Qualifizierungsmaßnahmen, betont die BA-Sprecherin. Denn erstens könnten Abschlüsse oft nicht nachgewiesen werden, und zweitens seien viele davon nicht mit deutschen Abschlüssen vergleichbar. „Da helfen betriebliche Praktika, um zu identifizieren: Was bringt der Arbeiter mit, und was fehlt ihm?“ Branchen, in denen Asylbewerber besonders gute Chancen haben, sind laut Stemberger Hoch- und Tiefbau, Hotel & Gastronomie sowie das metallverarbeitende Gewerbe. „Wir hoffen auch auf den Gartenbau, wenn die Schlecht-Wetter-Phase vorbei ist.“

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Rubriklistenbild: © dpa

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