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Tassilo Winhart lenkt die PSAG in dennächsten zwei Jahren.

PSAG-Versammlung 

Flüchtlinge: Jugendwerk-Leiter kritisiert harte Linie im Landratsamt

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Die Psychosoziale Arbeitsgemeinschat hat einen neuen Vorsitzenden. Tassilo Winhart übernahm das Amt von Antonie Beister. Die Probleme aber sind die alten.

Freising – Nach sechs Jahren hat sich Antonie Beister nicht mehr als Vorsitzende der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) zur Verfügung gestellt. Einen Nachfolger schüttelte sie aber gleich selbst aus dem Ärmel: Tassilo Winhart, Leiter des Anton-Henneka-Hauses in Gammelsdorf, führt die PSAG nun zunächst für zwei Jahre. Stellvertreterin bleibt, wie in den vergangenen beiden Jahren, Diplom-Sozialpädagogin Kristina Kluge-Raschke von der Caritas.

Bei der Vollversammlung am Mittwoch hatte Beister bekanntgegeben, „dass sechs Jahre reichen“. Winhart hatte sie schon länger als Nachfolger im Auge – doch er kam erst vor zwei Jahren in den Landkreis, wollte sich nach eigenen Aussagen zunächst einleben. Seit 15 Jahren ist Winhart in der Wohnungslosenhilfe tätig. Weder er noch Kluge-Raschke hatten Gegenkandidaten. Die Wahl fiel einstimmig aus, der Sozialpädagoge nahm sie ebenso wie Stellvertreterin Kluge-Raschke an.

Zuvor wurde in der Versammlung aber eifrig diskutiert – unter anderem brachte Diplom-Sozialpädagoge Harald Riemann vom Jugendwerk Birkeneck ein altes Problem, das der „Unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge“, auf den Tisch. Ein Antrag im Jugendhilfeausschuss, wie sich die Situation aktuell darstellt, sei auf die nächste Sitzung verschoben worden, was Riemann kritisierte.

Die jungen Menschen befänden sich im freien Fall, weil sie nicht wüssten, wohin mit ihrer Zeit, berichtete Riemann. Dabei verwies er auch in aller Deutlichkeit auf die harte Linie des Landratsamts in Sachen Arbeitserlaubnisse. Es bestünde die Gefahr, „dass eine Integration irgendwann nicht mehr stattfinden kann“. Viele Jugendliche möchten etwas tun, viele seien auch schon länger in Deutschland da. „Dass die keine Arbeitserlaubnis bekommen, ist ein Problem.“ Ein „Freisinger Problem“, wie er sagte. Andernorts würden die Vorgaben nicht so streng ausgelegt wie hier. Man sei mit Anwälten in Kontakt.

Es herrschte Ratlosigkeit in der Runde, ehe Bezirksrat Johannes Becher noch das Wort ergriff: Im Januar, bei der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses, werde das Thema ausführlich diskutiert werden. Er sprach eine Seite des Problems an, die man seiner Meinung nach bei der Diskussion nicht übersehen dürfe: „Was macht es mit einem jungen Menschen, wenn er zum Nichtstun verdammt ist?“ Das sei eine Fragestellung, die viel zu wenig diskutiert werde. Allerdings kämpfe auch der Jugendhilfeausschuss mit den Behörden, wie es bei der Versammlung der PSAG hieß. Neue Erkenntnisse hierzu wird es vor Januar wohl nicht geben. anton hirschfeld

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