Neuigkeiten bei der Bürgerversammlung

Flüchtlinge: Kranzberg ganz oben auf der Verteilerliste

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Kranzberg - Kranzberg zählt zu den ganz wenigen Gemeinden im Landkreis, die noch keine Asylbewerber aufgenommen hat. Obwohl derzeit kaum noch neue Flüchtlinge kommen, wird sich das demnächst ändern. Es war nicht die einzige Neuigkeit bei der Bürgerversammlung am Dienstag.

Rathauschef Hermann Hammerl wurde am Tag der Bürgerversammlung in Kranzberg kalt erwischt. Das hatte nichts mit unangenehmen Fragen zu tun, auf die er nicht vorbereitet gewesen wäre. Es lag an der Heizung, die am Mittag einfach den Geist aufgab. Dank eines Heizlüfters wurde es im Saal auf dem Pantaleonsberg dann doch noch so kuschelig, dass es sich selbst die Katze des Hausmeisters gemütlich machte. Die fuhr ebenso wenig die Krallen aus wie die rund 35 Besucher. Im Gegenteil: Für den Bürgermeister gab es sogar Szenenapplaus.

Schuldenfrei

Ende 2015 hatte die Gemeinde Kranzberg noch einen Schulden-Maulwurfshügel von 72 000 Euro. Doch auch der wurde im laufenden Jahr abgetragen. „Zwischenzeitlich sind wir schuldenfrei“, berichtete Hammerl und erntete dafür spontanen Beifall. Das Lob gab der Bürgermeister gerne weiter an seinen Kämmerer Klaus Burgstaller. „Der spart, wo er nur sparen kann.“ Wie viele Rücklagen der Gemeinde zum Jahresablauf noch zur Verfügung stehen, konnte der Rathauschef noch nicht sagen. Ende 2015 hatte die Gemeinde rund 3,5 Millionen Euro auf der hohen Kante.

Tote in der Überzahl

Das hat es in der vergangenen zehn Jahren nicht gegeben, was sich 2016 anbahnt: Erstmals dürfte es in der Gemeinde mehr Sterbefälle als Geburten geben. Derzeit stehen 27 Tote 25 Babys gegenüber. Zum Vergleich: 2016 gab es 42 Geburten und nur 20 Sterbefälle. Generell stagniert die Einwohnerzahl in Kranzberg. Nur acht neue Einwohner kamen im laufenden Jahr dazu, und das auch nur dank Thalhausen. In dem Ortsteil waren 2016 die letzten Baugrundstücke verkauft worden, 20 Neubürger kamen dazu. Hammerl rechnet erst wieder mit einem Wachstum, sobald die Gemeinde neue Baugebiete ausweisen kann.

Zur Feier des Sees

Ein großes Jubiläum bahnt sich an: 2019 wird das Erholungsgebiet Kranzberger See 50. Geburtstag feiern. „Dafür möchten wir den Bereich noch attraktiver gestalten“, sagte Hammerl. Er befinde sich daher in laufenden Gesprächen mit Vertretern des Landratsamtes, des Erholungsflächenvereins und des Arbeitskreises Kranzberger See. Die Uferbereiche wurden unter der Regie des Erholungsflächenvereins bereits entschlammt, Schilf entfernt, Bäume und Sträucher geschnitten. Für 2017 ist geplant, die WC-Anlage, Bänke und Abfalleimer zu erneuern, berichtete der Bürgermeister. Gleichzeitig sollen 2018 ein neuer Spielplatz und ein Beachvolleyballfeld entstehen. Möglich ist auch die Errichtung einer schwimmenden Insel.

Brücken-Endspurt

Eigentlich sollte die neue Brücke über die A 9 bis Ende September fertig sein. Doch die vielen Niederschläge im Frühjahr machten den Planern von der Autobahndirektion einen Strich durch die Rechnung. Jetzt hatte Hammerl gute Nachrichten: „Die Brücke wird voraussichtlich Anfang bis Mitte Dezember wiedereröffnet.“ Das Trägerwerk, das im Zuge des Autobahnausbaus erneuert wurde, wird dann eine Fahrbahnbreite von acht Metern sowie einen Geh- und Radweg haben.

Flüchtlinge kommen

Binnen drei Jahren soll die Containeranlage an der Wippenhauser Straße in Freising aufgelöst werden. „Asylbewerber und Bleibeberechtigte werden samt Container im Landkreis verteilt“, berichtete Hammerl. „Wir – als eine Gemeinde ohne Asylbewerber – stehen hier ganz oben auf der Verteilerliste.“ Demnach sollen knapp 70 Menschen im Gewerbegebiet unterkommen. Der Rathauschef befürchtete zwar, dass die an die Stadt gewöhnten Flüchtlinge über die spärlichere Anbindung auf dem Land frustriert sein könnten. „Aber wir sind gut vorbereitet, ein Helferkreis steht bereits parat.“

Bedrückter Bürger

Im Rahmen der Diskussionsrunde ergriff ein Kranzberger das Wort, der in der Zeitung gerne anonym bleiben wollte. Er sei bedrückt davon, wie schwer sich junge Einheimische und alleinerziehende Mütter dabei täten, bezahlbaren Wohnraum zu finden. „Ich bitte die Gemeinde darum, ein Wohnhaus zu bauen, um jungen Familien eine Starthilfe ins Leben zu geben“, sagte er. Vor 50 Jahren habe es in der Gemeinde schon einmal so ein Gemeindehaus gegeben, in der vor allem kinderreiche Familien in einem befristeten Zeitrahmen untergebracht worden seien. Hammerl erklärte, es sei auch sein Ziel, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

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