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Ministerium kassiert brisantes Flughafen-Gutachten ein - Freisinger Landrat übt Kritik

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Von: Andreas Beschorner

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Ein Flugzeug startet am Nürnberger Flughafen. (Symboldbild)
Macht die dritte Startbahn aus fachlicher Sicht keinen Sinn mehr? Das zumindest legt die Reaktion des Wirtschaftsministeriums nahe, das ein Strukturgutachten laut Freisinger Landrat in der Schublade verschwinden ließ. © Armin Weigel/ dpa

Das Wirtschaftsministerium hat ein Gutachten zur 3. Startbahn einkassiert. Freisings Landrat glaubt, dass es wegen der Ergebnisse „in Ungnade“ gefallen ist.

Freising/Flughafen – Rund 250 Seiten stark soll es sein, das Strukturgutachten für den Flughafen München. Das Problem, das laut Landrat Helmut Petz der Freisinger Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher und Neufahrns Gemeindechef Franz Heilmeier bereits als „Skandal“ bezeichnet haben sollen: Offenbar kamen bei einem Vergleich zwischen dem sogenannten Prognosenullfall – also ein Moos-Airport ohne 3. Startbahn – und einem Flughafen München mir drei Runways Ergebnisse heraus, die nicht für den Bau der Startbahn sprachen. Daher sei das Gutachten wohl „in Ungnade gefallen“, wie es Petz ausdrückte, und vom bayerischen Wirtschaftsministerium sozusagen einkassiert worden.

Landrat Helmut Petz kritisierte, dass das Gutachten einfach in der Schublade verschwunden sei.
Landrat Helmut Petz kritisierte, dass das Gutachten einfach in der Schublade verschwunden sei. © CHRISTIAN SCHRANNER

Seitdem schlummert es in manchen Schubladen. Der Nachbarschaftsbeirat will das so nicht hinnehmen, betonte Petz am Dienstag im Rahmen der Bürgermeisterdienstbesprechung gegenüber den Rathauschefs des Landkreises. Nach Aussage des Wirtschaftsministeriums, so berichtete Petz aus der vergangenen Sitzung des Nachbarschaftsbeirats, sei das Gutachten fehlerhaft und mit Mängeln behaftet, habe deshalb nicht das Licht der Öffentlichkeit erblickt.

Kreisbaumeisterin Seubert: „Echt ärgerlich“

Das könne ja sein, gestand Petz dem Ministerium in seiner Reaktion zu. Aber dann gelte es eben, die Mängel auszumerzen. Dass das Gutachten, in das die Kommunen viel Arbeit und auch Geld gesteckt hätten, aber in einer Schublade verschwinde, gehe nicht, so lautete die übereinstimmende Meinung im Nachbarschaftsbeirat.

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Diese Einschätzung teilte Kreisbaumeisterin Antonia Seubert: Das sei „echt ärgerlich“, weil man viel Energie und Manpower eingesetzt habe, es der Kreisverwaltung vom Wirtschaftsministerium aber ausdrücklich „untersagt“ worden sei, Daten aus dem Gutachten zu verwenden. Und so sei das Papier eben „in der Versenkung verschwunden worden“, wie es Seubert ausdrückte.

Neues Gutachten soll in Auftrag gegeben werden

Wie Landrat Petz weiter sagte, werde der Nachbarschaftsbeirat nun wohl auf Anregung seiner Vorsitzenden Christa Stewens ein neues Strukturgutachten in Auftrag geben, dessen Erstellung offenbar vom Wirtschaftsministerium unterstützt werde. Der Beschluss dazu soll in der nächsten Sitzung gefasst werden. Wortmeldungen und Kommentare zu all dem gab es aus den Reihen der Landkreis-Bürgermeister nicht.

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