Forstbetrieb Freising ständig im Einsatz

Borkenkäfer unter Kontrolle

Der Borkenkäfer vermehrt sich heuer explosionsartig. Auch im Forstgebiet Freising ist der Schädling stark vertreten. Dank verstärktem Einsatz des Forstbetriebs kann seine Verbreitung aber im Schach gehalten werden.

Freising – Alfred Fuchs, der Chef des Forstbetriebs Freising stuft die aktuell starke Entwicklung des Borkenkäfers als „gefährlich“ ein: „Natürlich war der Borkenkäfer auf großen Fichtenflächen schon immer da, aber so stark wie heuer war die Population schon seit Jahren nicht mehr. Wir sprechen konkret vom Buchdrucker, der eher ältere Bäume befällt, und vom Kupferstecher, der meistens jüngere Bäume angeht.“

Laut Fuchs sei die explosionsartige Vermehrung des Borkenkäfers eine Folge der Schäden des Sturms „Niklas“ vor zwei Jahren. Damals wurden viele Fichten geschädigt und damit dem Borkenkäfer das Eindringen erleichtert. „Der Hauptmotor sind aber die hohen Temperaturen und die heißen trockenen Sommer der vergangenen Jahre.“ Denn der Borkenkäfer schwärmt erst ab 16 Grad Celsius aus. Normalerweise würden in einem Sommer zwei bis drei Generationen entstehen, die dritte sei aber nicht vollständig entwickelt. „Da heuer die 16 Grad-Marke aber schon früh erreicht wurde, können drei bis vier Generationen entstehen. Damit kommen auf einen Ursprungs-Borkenkäfer bis zu 200 000 Nachkommen“, erklärt Alfred Fuchs.

Mit verstärktem Einsatz in den Waldgebiete zwischen Ingolstadt, dem Landkreis Freising und dem Englischen Garten hat Freisings Forstbetriebsleiter Alfred Fuchs den Borkenkäfer fest im Griff.

Der Forstbetrieb Freising geht derzeit aktiv gegen die Borkenkäfer-Vermehrung vor – mit Erfolg: „In anderen Regionen in Bayern ist der Befall viel stärker. Wir sind aktuell auf dem Stand eines starken Borkenkäferjahrs, aber nicht mehr.“ Fuchs und sein Team streifen durch das Forstgebiet und suchen nach befallenen Bäumen. Im Anfangsstadium sind diese am Bohrmehl erkennbar, dass sich unten am Stamm sammelt. Nach zwei bis vier Wochen, wenn sich der Käfer weiter entwickelt hat, sind die befallenen Bäume an der Rotverfärbung der Krone (wegen Wassermangels) und dem Abfall der Rinde leicht zu finden.

Fuchs: „Wir fällen diese Bäume und transportieren sie ab. Allerdings ist auch bei den Sägewerken irgendwann mal Schluss mit dem Platz.  Also müssen wir uns andere Alternativen ausdenken.“ Die bestehen darin, die Bäume nach dem Fällen zu schälen oder im schlimmsten Fall zu begiften. Dann könne sich der Borkenkäfer in der Zwischenzeit im im Forst gelagerten Baum nicht mehr weiter entwickeln.

Das Forstgebiet Freising erstreckt sich weit über die Landkreisgrenzen hinaus: im Norden bis Ingolstadt, im Süden bis zum Englischen Garten. Insgesamt fasst das Gebiet nach Angaben von Fuchs somit etwa 15 500 Hektar. Davon sind etwa 5000 bis 6000 Hektar Fichtenfläche – die Hälfte steht im Landkreisgebiet Freising.

Auch wenn das „viel ist“: Fuchs ist sich sicher, dass man auch in einem so großen Gebiet den Borkenkäfer unter Kontrolle halten kann: „Es ist nur wichtig, immer dranzubleiben.“                          Katharina Kiesl

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