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Für die erfahrenen Einsatzkräfte von THW und Feuerwehr war es spannend, am Objekt zu sehen, welche Fortschritte der Insassenschutz bei modernen Autos gemacht hat.

Fortbildung in Zolling  

Feuerwehr und THW knacken jedes Auto

Ganz auf Höhe der modernen Technik sind Floriansjünger und THW-Helfer bei der Rettung eingeklemmter Insassen aus Fahrzeugwracks: Sie konnten dank einer Spende der BMW AG mit schwerem Gerät an einem brandneuen Testfahrzeug üben – und das an zwei Tagen.

Mit schwerem Gerät wurde am brandneuen BMW geübt, wie im Falle des Falles der Wagen geöffnet werden kann, um Verletzte retten zu können.

Freising – Es klingt zunächst wenig spektakulär, dass ehrenamtliche Einsatzkräfte des THW Freising gemeinsam mit Kameraden aus den Landkreisfeuerwehren im Feuerwehr-Ausbildungszentrum Zolling eine Fortbildung zum Thema „Retten aus modernen Fahrzeugen“ absolvierten. Denn: Üblicherweise stehen den ehrenamtlichen Einsatzkräften schrottreife Fahrzeuge für die Ausbildung zur Verfügung, die den aktuellen Modellen in Sachen Insassenschutz, Härte der verbauten Stähle und der Struktur meist mindestens zehn Jahre hinterherhinken. Deshalb war es für die Einsatzkräfte eine großer Erkenntnisgewinn, an einem fabrikneuen Modell üben zu können. Die BMW AG hatte für die Fortbildung zwei fabrikneue Testfahrzeuge aktueller Großserien zur Verfügung. An zwei Tagen übten THW-Vertreter zusammen mit den Aktiven der Wehren aus Kranzberg, Zolling, Moosburg, Attaching, Freising, Weng, Hallbergmoos und Hohenkammer.

Schwerpunkt der Fortbildung war weniger die Rettung an sich (hier verfügen die Teilnehmer alle über viele Jahre Übungs- und Einsatzerfahrung), sondern das Austesten und Anwenden der Spreizer und Rettungssscheren. Peter Binner vom THW: „Hier bringen moderner Materialmix und hochfeste Metalllegierungen die hydraulischen Rettungsgeräte durchaus auch an ihre Grenzen.“

Schon beim ersten Wagen, einem Modell der sogenannten Kompaktklasse, war laut Binner „klar zu erkennen, wie viel schwerer es die Einsatzkräfte hatten, mit den mitgeführten hydraulischen Rettungsgeräten einen Zugang zum Fahrzeuginnenraum zu schaffen“. Deshalb wurde so gearbeitet, dass man mit möglichst wenigen Schnitten oder aufeinanderfolgenden Schritten den größtmöglichen Effekt erzielen konnte. Peter Binner erklärt: „Bei hochfestem Stahl empfiehlt es sich, die Fenstersäulen für die große Seitenöffnung nur anzuschneiden und dann mit dem hydraulischen Rettungsspreizer abzureißen. Das spart je nach Auto zwei bis drei zusätzliche Schnitte und damit wertvolle Zeit.“

Ebenfalls nicht zu vernachlässigen sei bei solchen Einsätzen der Eigen- und Brandschutz: Denn wenn beim Einsatz die hochfesten Klingen der hydraulischen Rettungsgeräte auf hochfeste Stähle des Fahrzeugs treffen und dann abrutschen, könne es „zu teilweise erheblichem Funkenschlag kommen“. Für die erfahrenen Einsatzkräfte des THW war es eine spannende Erfahrung, am Objekt zu sehen, welche Fortschritte der Insassenschutz bei modernen Autos im Vergleich zu den üblicherweise zehn bis 15 Jahre alten Übungsfahrzeugen gemacht hat.

Nicht minder wichtig war aber auch der Austausch der Einsatzkräfte untereinander. Hier wurde umfassend über Erlebnisse und Erfahrungen gefachsimpelt, Kontakte aufgebaut und gepflegt. Binner: „Einig war man sich, dass man nur miteinander statt gegeneinander einem Betroffenen schnellstmöglich und effektiv helfen kann.“ Auch wenn die Aufgaben und Strukturen der Organisationen unterschiedlich seien, die Zielsetzung „Menschen in Not zu helfen ist, bei allen Organisationen gleich“.

Jeder THW-Helfer ist geschult und muss im Umgang mit hydraulischem Rettungsgerät fit sein.

Für die technische Hilfe nach Verkehrsunfällen hält das THW Freising ein Schnellbergefahrzeug vor, das an Wochenenden oder Tagen mit hohem Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen im Landkreis zum Einsatz kommt. Dieses ist mit modernsten hydraulischen Rettungsgeräten, Hebekissen, Fahrzeugstabilisierungs-Geräten und vielem mehr ausgestattet. Jede ehrenamtliche THW-Einsatzkraft muss mindestens einmal jährlich eine interne Fort- und Ausbildung im Umgang mit hydraulischem Rettungsgerät absolvieren.

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