Eine Frau sitzt auf einem Bett in einem Frauenhaus.
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In Freising besteht großer Bedarf an Wohnraum für schutzbedürftige Frauen. (Symbolbild)

Wegen Platznot

Frauenhaus Freising: Schwierige Suche nach neuem Domizil - Appell an Immobilienbesitzer

Das Frauenhaus Freising ist auf der Suche nach einem neuen Domizil - das bisherige Gebäude platzt aus allen Nähten. Doch die Suche gestaltet sich sehr schwierig.

Freising – Das Frauenhaus Freising der Diakonie will sich vergrößern: Grünes Licht dafür gab es bereits vom Kreistag. „Die Freude über diese Entscheidung war groß“, sagt Beate Drobniak, Vorständin der Diakonie. Seitdem ist man auf der Suche nach einer geeigneten Immobilie, aber: „Das gestaltet sich sehr schwierig“, berichtet Drobniak.

Sie habe sich gemeinsam mit der Schirmfrau des Frauenhauses, Irene Forgách, bereits einige Häuser angeschaut, die der Diakonie angeboten wurden. „Aber das hat alles leider nicht gepasst, die Objekte waren nicht groß genug oder zu weit abgelegen“, schildert sie.

Beate Drobniak appelliert an Immobilienbesitzer.

Das Frauenhaus ist seit längerem viel zu klein, es platzt aus allen Nähten. Die Zahlen belegen das: 2019 gab es 143 Anfragen, insgesamt aber konnten nur zwölf Frauen aufgenommen werden. Insgesamt können dort fünf Frauen und zehn Kinder Zuflucht finden. Zudem genügt es auch baulich nicht mehr den Mindestanforderungen eines Frauenhauses. Unter anderem gibt es dort keine Barrierefreiheit, die eigentlich aber vorgeschrieben ist.

„Die momentane Situation ist unzumutbar“, betont die Vorständin. Im Kreistag fand sie Gehör, er sprach sich für eine Erweiterung von fünf auf acht Plätze aus. Dies soll zunächst durch Anmietung eines geeigneten Hauses passieren. Eigentlich hält die Diakonie-Vorständin einen Neubau für die sinnvollste Lösung, aber dieser würde zu lange Zeit in Anspruch nehmen, die Erweiterung müsse zügig passieren. „Wir haben vom Kreistag den Auftrag, das schnell zu realisieren. Schon 2022 sollen wir im neuen Haus starten können“, schildert Drobniak.

Acht Zimmer für die Frauen und Kinder muss dieses mindestens haben, ein Spielzimmer, einen Aufenthaltsraum, mehrere Bäder, eine große Küche und zwei kleine Büros. Ein Garten, in dem die Kinder spielen können, darf auch nicht fehlen. Mindestens 400 Quadratmeter groß muss das neue Haus sein. Zudem müsse es in relativ zentraler Lage liegen, zumindest in der Nähe einer Polizeidienststelle. Bislang hat die Diakonie zwar noch kein passendes Haus gefunden, aber: „Es gibt bestimmt geeignete Immobilien im Landkreis“, ist sich Drobniak sicher.

Die Schirmfrau Irene Forgách unterstützt sie bei dem Vorhaben. „Ich setze mich gerne dafür ein. Gerade bei meiner beruflichen Tätigkeit als Familienanwältin werde ich häufig mit dem Thema häuslicher Gewalt konfrontiert. Ich kenne die große Not dahinter.“ Die derzeitig sehr beengte Situation im Frauenhaus bietet keinen geeigneten Zufluchtsort für die meist traumatisierten Frauen und Kinder. Dies aber sei sehr wichtig. „Ich kann nur an Immobilienbesitzer appellieren, uns geeignete Häuser zu melden“, sagt Forgách.

Bitte melden

Immobilienbesitzer mit einem passenden Objekt werden gebeten, die Diakonie zu kontaktieren: verwaltung@diakonie-freising.de.

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