Vertreter der Freien Wähler aus dem Landkreis Freising fordern Anfang August 2020 vor dem Flughafen München, das Projekt „3. Startbahn“ endgültig zu beenden.
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Appell der Freien Wähler: (v. l.) Susanne Hoyer (Bürgermeisterin Langenbach), Helmut Priller (Bürgermeister Zolling), Hermann Hammerl (Bürgermeister Kranzberg), Martin Vaas (Bürgermeister Allershausen), Hans Daniel (Bürgermeister Paunzhausen), Robert Weller (Ortsvorsitzender FW Freising), Manfred Holzer (Ortsvorsitzender FW Neufahrn), Landtagsabgeordneter Benno Zierer, Michael Hobmaier (Bürgermeister Hörgertshausen), Bezirksrätin Marianne Heigl, Josef Dollinger (Bürgermeister Moosburg), Kreisvorsitzende Maria Scharlach und Dominik Berger (2. Bürgermeister Haag).

Offener Brief an Regierung

Freisings Freie Wähler fordern: Startbahn-Projekt am Flughafen endgültig beenden

Freisings Freie Wähler fordern das endgültige Aus für die dritte Startbahn. In einem offenen Brief appellieren sie an Ministerpräsident Söder.

Freising – Vor fast genau 15 Jahren begannen die Planungen für den Bau einer dritten Start- und Landebahn am Flughafen. Die Freien Wähler (FW) im Landkreis mit der Kreisvorsitzenden Maria Scharlach und dem Landtagsabgeordneten Benno Zierer an der Spitze fordern nun das endgültige Aus für das Projekt. Angesichts der Corona-Krise und deren Folgen sei „jetzt der richtige Zeitpunkt, um vonseiten des Freistaats den Verzicht auf die dritte Bahn zu erklären“, schreiben Zierer und Scharlach in einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder. Deshalb fordern Kreisvorstandschaft, Bürgermeister und Ortsvorsitzende der Freien Wähler sowie Landrat Helmut Petz, dass der Freistaat als Mehrheitseigner des Flughafens einen Beschluss der Gesellschafterversammlung erwirkt, von der bestehenden Baugenehmigung keinen Gebrauch zu machen. Außerdem soll die Vorrangfläche für den Airport-Ausbau aus dem Landesentwicklungsprogramm gestrichen werden.

Planungsstopp 2018 verhinderte, „dass ein Milliardengrab gegraben wird“

Das Projekt liegt auf Eis, seit die FW 2018 in der Regierungskoalition auf Landesebene einen Planungsstopp erreicht haben. „Damit haben wir wahrscheinlich das allerletzte Zeitfenster geschlossen, in dem eine dritte Bahn noch realisierbar gewesen wäre“, erklärt der FW-Abgeordnete Zierer. „So wurde verhindert, dass im Erdinger Moos ein Milliardengrab gegraben wird – das sollten jetzt auch der Ministerpräsident und die CSU eingestehen.“

Die Vertreter des FW-Kreisverbands erinnern daran, dass aus ihrer Sicht der Bedarf für eine weitere Start- und Landebahn durch die Prognosen noch nie schlüssig nachgewiesen hätte werden können. Durch die Ereignisse der vergangenen Wochen und Monate sei allen Prognosen endgültig die Grundlage entzogen worden. „Es gab nie einen Bedarf für die dritte Startbahn, jetzt gibt es ihn erst recht nicht“, betont Zierer.

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FMG solle nicht „Reserven für den Bau einer dritten Startbahn zurückhalten“

Die Corona-Pandemie und ein gestiegenes Bewusstsein für den Klimaschutz würden das Reiseverhalten nachhaltig verändern, heißt es in dem Schreiben. Deshalb „werde es geraume Zeit in Anspruch nehmen, bis der Luftverkehr annähernd Vorkrisen-Niveau erreicht“. Die Freien Wähler hoffen, dass sich die Situation der bayerischen Wirtschaft rasch wieder bessert und auch die Luftfahrt-Branche Wege findet, Arbeitsplatzverluste zu vermeiden – im Sinne der Beschäftigten am Flughafen sowie der Zuliefer- und Servicefirmen in der Region. „Gerade in dieser Situation sollte die FMG alle Mittel einsetzen, einen Personalabbau zu verhindern, anstatt Reserven für den Bau einer dritten Bahn zurückzuhalten“, so Zierer und Scharlach. ft

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