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In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten haben sie die Geschicke des Frauenbunds an vorderster Stelle mitgestaltet. Für Heidi Schwind, Gertraud Rudolph, Irene Montag und Gudrun Nierle gab es daher einen schönen Blumenstrauß (nicht auf dem Foto ist Franziska Reill).

110 Jahre Katholischer Frauenbund Freising/Haindlfing

„Sie werden gebraucht“

Ein großer Tag für die Frauen im Katholischen Frauenbund Freising/Haindlfing: Am Samstag feierten sie ihr 110-jähriges Gründungsfest. Vieles hat sich in den Jahren gesellschaftlich verändert. Eines jedoch ist gleich geblieben: das soziale Engagement der Mitglieder.

FreisingMit stolzen 71 083 Euro hat der Verband „von Frauen für Frauen“ alleine schon in den letzten zehn Jahren viel dafür getan, Menschen zu unterstützen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Ziel des im Jahr 1907 gegründeten Vereins sei es gewesen, sich der Fürsorge bestimmter notleidender Gruppierungen anzunehmen, erinnerte Vorsitzende Irene Montag.

Für christliche Solidarität und Fraueninteressen hätten sie gekämpft, die Gründungsmitglieder die sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts zur Gründung eines Zweigvereins des katholischen Frauenbundes im Freisinger Furtnerbräu zusammen gefunden hatten. Nach dem Vorbild von Ellen Ammann, der Gründerin des Katholischen Bayerischen Frauenbundes und Wegbereiterin der modernen Sozialarbeit, wollte man auch in der Domstadt für die Werte christlicher Solidarität eintreten. Doch was waren das für Frauen, die sich in so vielfältiger Weise engagierten? Vorstandsmitglied Ossi Bensch hat die Vita der damaligen Vorstandsdamen, Karolina Maria Scheibmaier und Aloysia Weiß, sowie weiterer Gründungsfrauen detailliert dargestellt. Neben diesen interessanten Porträts ist in der Festschrift auch der Vereinsfahne ein interessantes Kapitel gewidmet. Stellwände und eine Handarbeitsausstellung informierten über die vielfältigen Tätigkeiten der Frauen. Stadtpfarrer Peter Lederer attestierte den Frauen, ein „ganz wichtiger Faktor“ im Leben der Pfarrei zu sein. Die Frauengemeinschaft habe sich stets den Bedürfnissen der Zeit angepasst, dabei sei sie für die Frauen immer eine Heimat geblieben. Eine Heimat, die als „Rückzugsort“ und auch als „Ausgleich“ zum Beruf angesehen werden könne, betonte Bürgermeisterin Eva Bönig in ihrem Grußwort. Zwei Weltkriege habe die Frauengemeinschaft in Freising überlebt. Eigentlich eine Erfolgsgeschichte, so Bönig weiter. Denn Frauenbildung habe ja gerade in der Zeit des Elends oft hinter anderen Dingen zurück stehen müssen. Sie ermunterte die Frauen als moderner Bildungsverband weiter zu machen. „Sie werden gebraucht“, so Bönig.

Die Diözesanvorsitzende des Frauenbundes, Silvia Nazet, überreichte der Frauengemeinschaft einen „Bildungsgutschein“ mit dem weitere Bildungsangebote ermöglicht werden sollten. Die geistliche Beirätin Theresa Reischl begab sich mit den Frauen auf Zeitreise. In einem kurzweiligen Interaktionsspiel ließ man die vergangenen Jahrzehnte Revue passieren. Mit einer Maiandacht in der Friedhofskapelle St. Maria, die Angelika Sutor und die Mädchen der Kinderkantorei Freising musikalisch umrahmten, klang der ereignisreiche Tag bei Maibowle und einem kleinen Imbiss aus.

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