19-Jähriger vor Gericht

Mit 1,64 Promille in Streifenwagen gekracht

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Freising - Sturzbetrunken hat ein Azubi (19) seine Freundin und zwei Spezln zum Bierstüberl chauffiert – und dabei ein Polizeiauto gerammt. Vor Gericht musste er sich wegen Gefährdung des Straßenverkehrs verantworten.

Auf der Faschingsfeier im Februar dieses Jahres auf dem Domberg wollte sich der 19-Jährige so richtig die Kante geben: Er habe von Beginn an ordentlich getrunken – „meist harte Sachen“. Sein Auto habe er deshalb bewusst zu Hause stehen lassen, gab der junge Mann im Prozess vor dem Amtsgericht Freising an. 

Was jedoch nutzt der beste Vorsatz, wenn einen das schöne Geschlecht um einen Gefallen bittet? Bei seiner Freundin habe gegen Mitternacht ein Bein zu zittern begonnen. Ohne näher auf das plötzliche Leiden einzugehen, machte der Angeklagte deutlich, dass er durchaus Bedenken geäußert habe, sich in seinem Zustand ans Steuer eines Autos zu setzen. Die Spezln und die Freundin hätten ihm jedoch immer wieder versichert, dass sie damit kein Problem hätten. Und so setzte sich der 19-Jährige mit – wie sich später herausstellte – 1,64 Promille Blutalkohol in den alten Passat der Freundin und fuhr Richtung Nachtcafé, wo das Quartett die Faschingsfeier angemessen ausklingen lassen wollte.

Ärgerlich an der Geschichte sei, so der 19-Jährige, „dass wir zu Fuß im Grunde genommen genau so schnell dort gewesen wären“. Und dann teilte ihnen auch noch ein Türsteher mit, dass sie so schnell nicht auf Einlass hoffen dürften. Anscheinend platzte der Laden aus den Nähten. Also fuhr der Angeklagte mit Freundin und Spezln weiter Richtung Bierstüberl.

Die Alkoholtour endete jedoch jäh auf der Alois-Steinecker-Straße, als ihn eine Polizeistreife kontrollieren wollte. Allerdings will der Azubi weder Haltesignal noch Blaulicht der hinter ihm fahrenden Streife bemerkt haben. Freundin und Freunde hätten ebenfalls nichts gesehen, behauptete er. Um sich bemerkbar zu machen, schlossen die Beamten auf, setzten sich rechts neben ihn. Dann sollen sie links eingeschert sein, „um mich zu stoppen“, sagte der Angeklagte. „Es ging ganz schnell.“ Ungebremst fuhr er in den Streifenwagen – der Schaden liegt bei mehr als 2600 Euro.

„1,64 Promille ist wirklich ordentlich“, befand die Staatsanwältin. „Es hätten Menschen zu Schaden kommen können.“ Das Gericht verurteilte den Azubi, 500 Euro an eine Stiftung für Zivilcourage zu zahlen. Auf seinen Führerschein muss er insgesamt zehn Monate warten. „Ihr eigentliches Problem ist nicht die Justiz“, betonte Richter Boris Schätz. Weitaus mehr Schwierigkeiten dürfte ihm die Führerscheinstelle machen: Bei 1,64 Promille werde mit Sicherheit ein „Idiotentest“ fällig. Einen kleinen Vorteil hat die Geschichte für den 19-Jährigen allerdings: Vor lauter schlechtem Gewissen hat ihm die Freundin versprochen, ihn stets zu unterstützen und ihm bei allem zur Seite zu stehen.

„Humor“ bewies gegen Ende des Prozesses sein Vater. Der wollte allen Ernstes wissen, ob der Staat für den verursachten Schaden am Polizeiwagen aufkommt.

Rubriklistenbild: © dpa

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