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72-Jähriger vergeht sich an Schülerin - und präsentiert abenteuerliche Rechtfertigung

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Über ein Jahr lang hat ein 72-jähriger Busfahrer ein zehnjähriges Mädchen sexuell missbraucht.
Über ein Jahr lang hat ein 72-jähriger Busfahrer ein zehnjähriges Mädchen sexuell missbraucht. © dpa / Patrick Pleul (Symbolbild)

Was ein 72-jähriger Rentner der Jugendkammer beim Landgericht Landshut als „großväterliche“ Gefühle zu beschönigen versuchte, war nach der Anklage ein über ein Jahr hinweg andauernder Missbrauch einer zehnjährigen Schülerin.

Landshut/Landkreis – Alles fing nach der von Staatsanwalt Thomas Kunze vertretenen Anklage harmlos an: Der Rentner war – um sich ein Zubrot zu verdienen – seit September 2016 als Busfahrer tätig. Dabei lernte er die Zehnjährige kennen, freundete sich mit ihr an. In der Folge unterstützte der Rentner die Schülerin bei Hausaufgaben und machte Ausflüge mit ihr. Das alles war – laut Anklage – nur „Fassade“.

Spätestens ab Januar 2017 bis zu seiner Verhaftung kurz vor Weihnachten habe der Rentner in seinem Haus oder auf abgelegenen Orten, wo er mit dem Kleinbus parkte, die Zehnjährige missbraucht. Dabei habe er ihr Hose und Unterhose ausgezogen und sie im Intimbereich gestreichelt. Aber nicht nur das. 

Der Rentner soll die Zehnjährige auch noch mit Pornos „angeleitet“ und selbst Fotos und Videos mit dem teilweise oder ganz unbekleideten Mädchen bei verschiedenen Sexualpraktiken gemacht haben. Auf seinem Handy, auf seinem Computer und auf Speicherkarten wurden im Rahmen der Ermittlungen über 580 Fotos und knapp 90 Videos sichergestellt.

Nun wurde auch ein Polizist wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch festgenommen, wie Merkur.de* berichtet.

„Dann ist es aus dem Gleis geraten“

Aufgeflogen war der 72-Jährige am 19. Dezember vergangenen Jahres, als er auf einem Feldweg wieder einmal zu Gange war, zwei Männer auf das Treiben aufmerksam wurden und die Polizei verständigen. Der Rentner landete umgehend in Untersuchungshaft. Die Anklage wirft ihm unter anderem schweren sexuellen Missbrauch von Kindern in Tateinheit mit Vergewaltigung sowie 32 Fälle des „einfachen“ sexuellen Missbrauchs und die Herstellung kinderpornografischer Schriften vor.

Zum Prozessauftakt räumte der 72-Jährige die Vorwürfe weitgehend ein. Er habe in der U-Haft Zeit zum Nachdenken gehabt und bedauere zutiefst, „dass mir so was unterlaufen ist, das ich mir nicht erklären kann. Ich bedauere auch, was ich der Familie angetan habe.“ Die Anhänglichkeit und Lockerheit des Mädchens habe seinen Alltag in Schwung gebracht. Man habe oft herumgealbert. „Dann ist es aus dem Gleis geraten.“

Opfer bleibt Auftritt vor Gericht erspart

Er sei fasziniert gewesen von dem Mädchen und habe begonnen, sie zu fotografieren und zu filmen. Er habe keine Enkel gehabt: „Sie hat mir den Kopf verdreht, hat mich fasziniert; denn Großvater-Gefühle waren mir bis dahin unbekannt.“ Die später entstandenen Porno-Fotos, so beteuerte der 72-Jährige, habe er nicht gemacht, „um mich zu erregen.“ Er sei einfach von ihrer Schönheit fasziniert gewesen. Allerdings schränkte der Rentner dann sein Geständnis ein: Die Schülerin sei an „sexueller Aufklärung“ durchaus interessiert gewesen, habe ihn beim Urinieren „überrascht“, habe sich manchmal selbst entblößt, gefragt ob sie seinen Penis anfassen dürfe. Nachdrücklich bestritt der 72-Jährige, je mit dem Finger in den Intimbereich eingedrungen zu sein.

Dem Opfer blieb ein Auftritt vor Gericht erspart, statt dessen informierten sich die Prozessbeteiligten per Videoaufzeichnung ihrer Vernehmung durch eine geschulte Polizeibeamtin. Zunächst zögerlich, später aber dann flüssig bestätigte die Zehnjährige weitgehend die Anklagevorwürfe, auch sein Eindringen mit dem Finger. Der Busfahrer sei zunächst nett, aber dann „böse“ gewesen. Sie habe ihm immer wieder gesagt, dass sie „das“ nicht wolle: „Aber wenn ich mich gewehrt hätte, wäre seine ganze Wut ausgebrochen und er hätte geschrien. Er hat mir auch gesagt, dass ich niemand was erzählen soll.“

Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

Menschen unkontrolliert im Sicherheitsbereich - Flughafen-Terminal zeitweise gesperrt

Die Bundespolizei erlebte am Mittwoch ein schreckliches Déjà-Vu: Mehrere Reisende sind ohne Kontrolle ins Terminal 2 gekommen. Die Polizei musste das gesamte Terminal sperren.

Meldung vom 30. Januar 2019: Festnahmen wegen Kindesmissbrauchs in NRW - Offenbar 23 Kinder auf Campingplatz in Lügde missbraucht

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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