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Auf der A 9 ist mehr Verkehr unterwegs als in Berlin bekannt. 

Achtspuriger Ausbau der A 9

Verzögerung durch falsche Zahlen?

Ausnahmsweise fehlt es mal nicht am Geld. Das Warten auf den achtspurigen Ausbau der A 9 zwischen Allershausen und Dreieck Holledau – und damit auf einen vollumfänglichen Lärmschutz – liegt an mangelndem Personal. Und vor allem an Zahlen und Prognosen, die nicht stimmen.

Leohnhardsbuch – 32 Kilometer lang, 413,5 Millionen Euro geschätzte Kosten – das sind wichtige Kennzeichen des Projekts „A009-GO20“ im neuen Bundesverkehrswegeplan. An diesen Zahlen, die den achtspurigen Ausbau der A 9 zwischen Allershausen und dem Dreieck Holledau beschreiben, zweifelt auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Ewald Schurer nicht. Doch es gibt noch eine Zahl. Und die lässt Schurer zweifeln („Das macht mir Sorge“): Dass die Maßnahme im neuen Bundesverkehrswegeplan 2030 nicht die allerhöchste Priorität besitzt, sondern im weiteren Bedarf mit der Möglichkeit zum sofortigen Beginn der Planungen eingeordnet ist, liege laut Schurer auch an Folgendem: Der Freistaat habe nach Berlin gemeldet, dass laut Prognosen im Jahr 2030 durchschnittlich 106 000 Fahrzeugbewegungen pro Tag diesen Abschnitt benutzen würden. Diese Zahl sei aber viel zu gering, wusste Schurer: Auch laut Aussagen der Autobahndirektion Südbayern zähle man jetzt schon mehr Fahrzeuge, habe zu Spitzenzeiten bis zu 150 000 Fahrzeuge auf der A 9 und werde bis 2030 locker mit 160 000 Fahrzeugbewegungen rechnen können. Solche Zahlen, sagte Schurer, hätten selbstverständlich in Berlin die Einordnung des Projekts verändert. „Mit der echten Zahl und der richtigen Prognose hätte das Projekt erste Priorität“, war sich das MdB sicher. Schurer versprach den Bürgermeistern und Interessierten am Samstag bei einem Fachgespräch zu dem Thema in Leonhardsbuch, er werde sich für eine „Anpassung“ der Zahlen einsetzen. Die Bürgermeister, so sein Rat, sollten ebenfalls nach Berlin schreiben und um Überprüfung der Zahlen bitten.

Wie Schurer betonte, seien die jeweiligen Landesregierungen dafür zuständig, welche Projekte aus dem Bundesverkehrswegeplan tatsächlich realisiert würden. Dass jetzt noch nicht einmal mit den Planungen für den achtspurigen Ausbau der A 9 begonnen wurde, liege sehr wahrscheinlich an den mangelnden Ingenieurskapazitäten der Bauämter. Immerhin habe der Freistaat Bayern allein für den Bundesverkehrswegeplan rund 400 Projekte angemeldet. Wäre es allerdings der politische Wille des Freistaats Bayern, dann könnte schon morgen mit den Planungen begonnen werden. Vor allem auch mit den Planungen für den so sehnlich erwarteten Lärmschutz, der möglicherweise dann vielleicht sogar vorgezogen werden könne. Denn: „Am Geld liegt es nicht“, betonte Schurer. Der Bundesverkehrswegeplan umfasse „so viele Milliarden, dass die das Geld gar nicht so schnell verbauen können“.

Schurer wird noch eine andere Anregung aus Leonhardsbuch mit nach Berlin nehmen, die den Lärm für die Anlieger mindern würde: die Einrichtung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 km/h – zumindest nachts von 22 bis 6 Uhr. Das habe man schon zwei Mal beantragt, das sei zwei Mal „sang- und klanglos abgelehnt“ worden, ärgerte sich Allershausens Bürgermeister Rupert Popp.

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