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Das Sextett der Besten am Dom-Gymnasium: (v. l.) Lola Berg (1,0), Pia Straubinger (1,1), Katharina Miller 1,1, Lara Fuß (1,2), Andreas Müller (1,2) und Klara Wrusch (1,2). 

37 Prozent haben Eins vorm Komma

Abi in Zeiten von Corona: Am Dom-Gymnasium ist jeder Dritte ein Einser-Abiturient 

  • Andreas Beschorner
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Das Gesamtergebnis ist exzellent: Am Dom-Gymnasium in Freising ist jeder Dritte ein Einser-Abiturient. Die Corona-Pandemie scheint sich dort nicht negativ auf das Abitur ausgewirkt zu haben. 

Freising – An so etwas kann sich Manfred Röder nicht erinnern: 2,06 ist der Abiturdurchschnitt, den die Dom-Absolvia in diesem Jahr hingelegt hat. „Sehr gut“, lobte der Schulleiter den Jahrgang 2020. 37 Prozent der Abiturienten haben eine Eins vor dem Komma in ihrem Zeugnis stehen. Die sechs Allerbesten haben auf die Frage, was jetzt anstehe, dieselbe Antwort parat: „Feiern und Party.“

Abi trotz Corona? „Das war in Ordnung“

Lola Berg ist die Beste der Allerbesten, hat ihr Abitur mit 1,0 abgeschlossen. Die wegen Corona geänderten Bedingungen haben sie nicht aus der Bahn geworden. „Das war in Ordnung.“ Vor allem: Die Schule habe die Vorbereitung und das Abitur selbst „gut organisiert“, lobte die 18-jährige Freisingerin die Abwicklung. Nach dem Feiern steht für Berg erst einmal ein freiwilliges soziales Jahr am Goethe-Institut in Lyon auf dem Programm. Danach wird sie studieren – irgendetwas in Richtung Kultur oder Sozialwissenschaften. Das Lieblingsfach der 1,0-Abiturientin war Deutsch, ganz unten auf der Skala der Fächer stand Latein.

Auf eine 1,1 im Abi können Katharina Miller und Pia Straubinger stolz sein. Miller, 18 Jahre alt und aus Freising, empfand die Corona-Auswirkungen nur deshalb anstrengend, weil sich Abitur deshalb so in die Länge gezogen habe. „Ich war schon angespannt.“. Im Endeffekt habe es aber wegen der durchdachten Hygienevorschriften an der Schule „gut funktioniert“. Drei Wochen Unterricht vor dem Abi hätten noch einmal gut getan. Eigentlich wollte sie nach dem Abi ein Jahr ins Ausland gehen, aber da habe ihr Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dann werde sie eben studieren, wobei sie noch zwischen Pharmazie und Lebensmittelchemie schwanke.

Straubinger hingegen weiß schon genau, was sie nach der Party macht: Sie beginnt im Herbst ein Studium der Zahnmedizin in Regensburg. Die geänderten Bedingungen wegen Corona fand die 18-Jährige aus Freising „nicht zu stressig“. Immerhin habe man so mehr Zeit zum Lernen gehabt. Ihr Lieblingsfach? Mathe.

Ein Mann unter fünf Frauen

Drei Dom-Schüler können sich über ein Abi mit der Note 1,2 freuen: Klara Wrusch, 18 Jahre alt und aus Freising, will jetzt erst einmal ein Jahr nach Frankreich gehen, wird dann in Holland Global Project and Change Management studieren. Dass sich das Abi wegen Corona so hingezogen habe, habe sie schon etwas genervt. Ihre Abi- und 1,2-Kollegin Lara Fuß (18 Jahre und aus Hallbergmoos), gibt zu, dass Corona ihr am Anfang Angst gemacht habe. Aber die Vorkehrungen in der Schule seien gut gewesen, weshalb sie die längere Zeit zum Lernen etwas entspannt habe. Jetzt sei Party angesagt, danach ein Biochemie-Studium an der TUM in Freising. Klar, wenn man als Lieblingsfach Chemie hat.

Der einzige Mann im Sextett der Besten ist Andreas Müller. Auch er hatte nur Lob dafür übrig, wie die Schule die Corona-Krise im Sinne der Abiturienten gemeistert habe. Müller wird im Herbst ein Mathematik- und Physik-Studium in Regensburg beginnen, um später einmal seine Nachfolger an Gymnasien zu unterrichten. Mathe – das war sein Lieblingsfach, berichtet der Dom-Abiturient.

Aktuelles im Kreis Freising

Im Freibad dürfen sich die Besucher schon länger austoben, doch bald geht es im fresch-Erlebnisbad in Lerchenfeld auch drinnen wieder los.

Eine Feier von Abiturienten am Moosburger Aquapark nahm ein jähes Ende: Nach einem Notfall löste die Polizei die Party mit Hunderten Gästen auf. Jetzt lobt die einsatzleitende Beamtin die Jugendlichen.

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