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Drei Generationen von Musikschulleitern: Martin Keeser (M.) wurde am Freitag im Musikschul-Pavillon sowohl von seinem Vorgänger Josef Goerge (r.) als auch von seinem Nachfolger Odilo Zapf verabschiedet.

Rührender Abend

Abschied für Keeser: Langjährige Leiter der Musikschule Freising geht

Die Musikschule Freising hat ihren langjährigen Leiter Martin Keeser verabschiedet. Der Abend ging zu Herzen.

Freising – Es war ein rührender und sehr warmherziger Abschied im Kultur-Pavillon für den langjährigen Leiter der Musikschule Freising, Martin Keeser. Mit jedem Wort und jeder Note war am Freitag im Musikschul-Pavillon spürbar, wie sehr Keeser als Kollege, als Lehrer und als Kultur-Schaffender den Menschen ans Herz gewachsen ist. Ein unglaublich empathisches Allround-Genie, von dem man sicherlich trotz Vorruhestand noch einiges hören wird.

Feierlich und nuanciert begann der Überraschungsabend mit Händels „Ouvertüre“, virtuos und leidenschaftlich dargeboten von den Streichern des Freisinger Symphonie-Orchesters, das ja von Keeser einst selbst aus der Taufe gehoben worden war. Solistisch leuchtend auch Cordula Krätzel mit Schuberts „An die Musik“, begleitet von Jacob Burzin am Klavier, mit dem prophetischen Textauszug „Du holde Kunst, ich danke dir“. 

Die Schüler spielen alles, was Keeser liebt

Valerie und Leonie Bulenda sorgten mit einer brillanten vierhändigen Klavierdarbietung von Brahms „Ungarische Tänze, 1 und 5“ für Begeisterung. Das junge Talent Clara Pellmaier interpretierte warm und stilsicher „Fredericks Lied“. Bezaubernd auch die Darbietung von Felicia Bulenda als Hexe Malafanatandra mit leicht veränderten Textpassagen und dem von Herzen kommenden Refrain-Satz: „Martin, dank dir alles was du getan“.

Aus Keesers Talente-Schmiede: Die Schwestern Leonie, Valerie und Felicia Bulenda ehrten den scheidenden Musikschulleiter am Flügel.

Den Bogen galant spannend von der Klassik, über die Musicals des scheidenden Schulleiters, schloss die Martin Keeser Tribute Band den Kreis zu den Fab Four – als Hommage des Rockshow-Erlebnisses. Die Band eine hochtalentierte Formation mit der Liebe zum Detail, die spektakulär „Come together“ interpretierten, geradeso als würden die Liverpooler selbst auf der Bühne stehen. Der musikalische Abschnitt, der von ehemaligen und derzeitigen Schülern der Musikschule gestaltet wurde, zeigte auf wunderbare Weise Keesers umfassende Musikliebe durch alle Genres. Einer, der Lennon und McCartney genauso schätzt wie Brahms und Beethoven.

44 orchestrale Werke hat Keeser komponiert

Hohe Wertschätzung zollte auch Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher dem verdienten Freisinger Kultur-Papst. Keeser hinterlasse, so der OB, ein umfassendes Werk. 42 Jahre wirkte Keeser in der Musikschule, davon elf als Schulleiter. Beeindruckt von seiner Vielfältigkeit blickte Eschenbacher zurück auf die vielen Highlights: Frederick, ZeitKind, Feuerhex‘ – ein Oeuvre, das sich sehen lassen kann. Keeser, so der OB, habe Flair in die Szene gebracht und gleichzeitig auch als Pädagoge geglänzt.

Mit 44 orchestralen Werken und zwei Ur-Aufführungen hat der ehemalige Schulleiter das von ihm gegründete Freisinger Symphonie Orchester wegweisend geprägt. Nicht umsonst erhielt Keeser von der Stadt Freising gebührend die Auszeichnung „Ehrendirigent“ seines eigenen Orchesters. Auch sein Nachfolger Odilo Zapf, der die Musikschule bereits seit September 2019 leitet, sparte nicht mit Lob, obwohl er es anfänglich gar nicht hatte glauben können, dass so ein „Macher“ in Frühruhestand gehe. 

Hohe Würdigung für Leiter der Musikschule

Zapf rühmte vor allem Keesers genreübergreifende und immer pädagogische Arbeiten. Dafür erhielt dieser vom Verband bayerischer Sing- und Musikschulen die goldene Ehrennadel und vom Kulturreferenten Hubert Hierl eine extra große Flasche Rotwein für weitere Musen-Küsse fernab der Schule. Hierls Beirats-Chor intonierte melancholisch Dylans „My Back Pages“, textlich angepasst von Chris Postl als musikalische Reise durch die Keeser-Ära.

Zu den klängen seiner Lieblingslieder tanzte Martin Keeser mit seiner Frau Beate dem Schlussakord des Abends entgegen.

Der Gefeierte selbst zeigte sich gerührt und voller Dank für den einzigartigen Kultur-Abend. Reich beschenkt mit einem Fotobuch seiner Schulleiter-Jahre und einem Dirigenten-Kurs, war er „hin und weg“ und würde von der Wärme und Güte aller Anwesenden „noch lange zehren“. Als Musiker höre man nie auf, betonte er und zeigte sich erleichtert, dass ein „eigenes Gewächs“ aus der Musikschule sein Nachfolger werde. Mit seinen Lieblingssongs „Handle with Care“ (Traveling Wilburys) und „Like a Rolling Stone“ (Bob Dylan) tanzte Keeser mit seiner Frau Beate dem Schlussakkord des Abends entgegen.

Auf einen großer Abend blicken auch viele aktive die Fahrenzhausener Faschingsfreunde: Das Prinzenpaar feierte Inthronisation.

Richard Lorenz

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